Zurück im neuen Zuhause: Rettungskette für verunglückte Turmfalken-Familie hat perfekt funktioniert
HOFKIRCHEN/AIGEN-SCHLÄGL. Ein glückliches Ende gab es für ein Turmfalkenpaar und seine vier Jungvögel, nachdem Sturm und Regen ihr Horst auf einer 25 Meter hohen Tanne stark beschädigt haben. Nach einer vorbildhaften Rettungsaktion wurde die Vogel-Familie jetzt von der Bergrettung Aigen in die neue Nisthilfe zurückgebracht.

Doch von Anfang an: Bei einem Sturm wurde der Horst so stark beschädigt, dass zwei Jungvögel abstürzten. Die aufmerksamen Anwohner im Hause Heinzl-Zöchbauer brachten die Verunglückten total unterkühlt und erschöpft von Hofkirchen in die Kleintierordination Jerzö nach Neufelden. Hier wurden sie liebevoll und kompetent, nach Rücksprache mit Ornithologen Reinhold Petz von der Vogelberingungsstation Aigen-Schlägl wieder aufgepäppelt.
Baumbergegerät kam zum Einsatz
„Nach einer weiteren Sturmfront, die den angeschlagen Horst noch mehr beschädigt hatte, entschieden wir uns, die Überreste durch eine künstliche Nisthilfe in Form eines Weidenkorbes zu ersetzen“, erklärt Petz, der auch bei der Bergrettung Aigen aktiv ist. Mit einem neuen, speziell für Bergungen von verunglückten Paragleitern konzipierten Baumbergegerät stiegen die beiden Bergretter Manfred Reiter und Reinhold Petz zum Horstplatz auf, evakuierten zwei weitere dort ausharrende Jungfalken, montierten in einer zweistündigen Operation in 25 Meter Höhe den neuen Horst und übersiedelten die insgesamt vier Jungfalken in ihr neues Zuhause. Zuvor wurden sie auch beringt. Der dritte Bergretter im Bund, Alois Reischl, sicherte die beiden Höhenspezialisten vom Boden aus.
Mission erfolgreich
„Die Arbeit in luftiger Höhe war schweißtreibend, der Ausblick von da oben machte aber fast Gusto auf Fliegen“, schildert Reinhold Petz, der auch auf die optimale Rettungskette hinweist: „Von der Bergung durch die Familie Heinzl-Zöchbauer und der Erstversorgung und Reha in der Kleintierordination Jerzö bis zur Rückbringung durch die Bergrettung Aigen und der wissenschaftlichen Begleitung hat alles perfekt funktioniert.“ Reiter ist vom Erfolg der Mission überzeugt. „Der neue Horst hält sicher eine halbe Ewigkeit den zukünftigen Anforderungen stand.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden