Wahl-Australierin berichtet von den Buschbränden: „So viel Leid, das nicht sein müsste“

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Martina Gahleitner Martina Gahleitner, Tips Redaktion, 14.01.2020 18:36 Uhr

HOFKIRCHEN. Buschbrände in Australien sind eigentlich ganz normal, die Natur braucht sie. Aber jetzt sind sie völlig außer Kontrolle, was Jasmin Lance so wie viele ihrer Landsleute fassungslos macht. Die gebürtige Hofkirchnerin kennt das Land seit 18 Jahren und lebt seit fünf Jahren dort. Im Tips-Gespräch hat sie von der aktuellen Situation erzählt.

Rauch und Asche lassen einen kaum noch atmen, dazu kommt die extreme Geruchsbelastung, und überall zerstörte, schwarze Landschaften – „es ist einfach unvorstellbar“, sagt Jasmin Lance, geborene Mairhofer. Selbst in ihrer Wahlheimat an der Sunshine Coast, etwa eine Stunde nördlich von Brisbane, habe sie noch nie so viele Brände gesehen wie im letzten Jahr. Dreimal musste in der Region schon evakuiert werden. Hier soll Regen aber bald ein wenig Erleichterung bringen. Im Süden allerdings sei die Situation sehr schlimm, weiß sie von ihren Schwiegereltern, die in Sydney leben. „Die Australier haben alle Masken auf, viele haben mit Lungenproblemen zu kämpfen oder brauchen Sauerstoff“, schildert sie.

Unmut auf Regierung

Für die Tiere kommt hinzu, dass sie nach dem Flammeninferno keine Nahrung mehr finden. Dabei sei ohnehin die große Dürre und der extreme Wassermangel schon seit vielen Jahren ein Problem. Das Land ist ausgedörrt. „Der Hitze, vor allem im Landesinneren, kann man nicht entkommen. Seit einigen Jahren hat zudem die Regierung die Finanzierung bei der Försterei eingeschränkt. Wenn man sich aber um das Land nicht richtig kümmert und das Backburning, das Zurückbrennen des Unterholzes, nicht passiert, brennt alles lichterloh. Das wurde hier völlig unterschätzt. Und bei den Feuerwehren fehlt oft das Geld, um die Brände gleich einzudämmen. Mit den kleinen Buschfeuern kann die Natur umgehen – die Eukalyptusbäume halten diese aus und die Tiere wissen, wohin sie flüchten können. Aber wenn die Flammen so wie jetzt 14 Meter hoch sind, haben sie keine Chance. Da ist so viel Leid, das nicht sein müsste“, sagt die gebürtige Mühlviertlerin zu den größten Buschbränden der Geschichte Australiens. Der Unmut der Bevölkerung auf die Regierung sei sehr groß, ergänzt sie.

Australier helfen zusammen

Neben den vielen freiwilligen Feuerwehrleuten, „ohne die es nicht gehen würde“, helfen alle zusammen und unterstützen sich gegenseitig, weiß Jasmin Lance. „Jeder der kann, hilft und spendet – für Menschen, Tiere, Bäume. Wenn“s die eigene Regierung nicht macht, müssen wir es selber machen. Und es gibt viel Unterstützung von überall.„

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