Essen und dabei das Klima schützen

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David Winkler-Ebner David Winkler-Ebner, Tips Redaktion, 22.10.2019 15:18 Uhr

INZERSDORF/KIRCHDORF. Der Klimawandel ist ein heißes Thema – das hat nicht zuletzt der Wahlkampf zur österreichischen Nationalratswahl gezeigt. Klimaschutz betrifft nahezu alle Bereiche menschlichen Handelns – so der Tenor der weltweiten Klimabewegung. Eine wesentliche Rolle spielt dabei auch die Landwirtschaft.

Begonnen hat alles vor einem Jahr im August. Damals stellte sich die Schülerin Greta Thunberg vor den schwedische Reichstag, in den Händen ein Schild mit der Aufschrift „Schulstreik für das Klima“. Seither ist der Klimawandel wieder in aller Munde. Gretas Klimastreik, den sie in der Folge wöchentlich am Freitag vor dem Parlament in Stockholm abhielt, fand rasch Nachahmer – die weltweite Schülerbewegung „Fridays for Future“ war geboren. In Anlehnung daran bildeten sich bald weitere Gruppen, die sich für den Klima- und Umweltschutz starkmachen.

Landwirte für das Klima

Eine davon ist „Farmers for Future“. Klimaschutz kann ohne eine ökologische, ressourcenschonende Landwirtschaft nicht funktionieren – so lautet die Grundidee. In Österreich wird die Bewegung von der ÖBV mitgetragen, der Österreichischen Klein- und BergbäuerInnen-Vereinigung. Diese fordert ein Agrarmodell, das nicht nur Klima und Umwelt schont, sondern auch die Existenzsicherung der Bauern und qualitativ hochwertige Lebensmittel garantiert.Ein wesentliches Problem sieht Franziskus Forster, Sprecher des Vereins, in der industrialisierten Landwirtschaft: „In diesen Betrieben werden Ressourcen zu einem großen Teil zugekauft. Das hat oft weite Transportwege zur Folge.“ Eine Ökologisierung der Landwirtschaft hängt für Forster sehr stark mit einer Regionalisierung zusammen. Das heißt: Die Ressourcen verwenden, die vor Ort vorhanden sind. Eine weitere Maßnahme zur Schonung der Umwelt ist der verstärkte Einsatz von Fruchtfolgen.Dadurch steigt die Fruchtbarkeit des Bodens, der Krankheits- und Schädlingsbefall nimmt ab. Erfahrung mit der praktischen Anwendung dieser Prinzipien konnte Forster selbst am Hof seiner Familie im Innviertel sammeln.

Biogemüse aus Inzersdorf

Später verschlug es ihn ins Kremstal, wo er zwei Jahre lang beim Projekt „Daxanbau“ mitwirkte. Dahinter steckt eine Gruppe um Gründer Dominik Dax, die sich 2014 zusammenschloss, um gemeinsam Biogemüse anzubauen.Weil keiner im Team einen eigenen Betrieb besitzt, pachteten sie ein Stück Land am Hof der Familie Hoffmann in Inzersdorf, vulgo „Hafner zu Wanzbach“. Die Motivation dafür rührt auch vom eigenen Wunsch nach gesunden, nachhaltig hergestellten Lebensmitteln. „Es gab zur der Zeit in der Region keinen Betrieb, der Biogemüse produziert hat“, erzählt Eva Seebacher, die von Beginn an bei Daxanbau mitgewerkt hat und regelmäßig am Stand der Gruppe am Kirchdorfer Frischemarkt anzutreffen ist.

Entscheidung des Einzelnen

„Ernährungssouveränität“ ist für Seebacher das Schlagwort, das ihren Zugang zum Thema beschreibt. Gemeint ist damit das Recht der Menschen, selbst über die Art und Weise, wie Lebensmittel produziert, verteilt und konsumiert werden, zu bestimmen. Diesem Thema widmet sich auch die Tagung „Gutes Essen für alle“. Diese findet von 1. bis 3. November in der Tabakfabrik Linz statt. „Es geht nicht darum, möglichst viel herauszuholen“, so Seebacher. Wichtig ist ihr ein behutsamer Umgang mit der Natur. Dieser werde auch belohnt: mit gutem, gesundem und nachhaltig gezogenem Gemüse.

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