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Leserartikel Christian Hartl, 01.11.2016 09:10

BEZIRK ROHRBACH. Tausende Beschäftigte pendeln täglich in die Landeshauptstadt, um dort zu arbeiten. Botschaften wie eine geplante Parkgebühr am Urfahrmarktparkplatz sorgen nicht nur bei den regionalen Volksvertretern für Unverständnis.

Tausende Arbeitnehmer aus dem Bezirk pendeln täglich nach Linz in die Arbeit. (c) vowe
Tausende Arbeitnehmer aus dem Bezirk pendeln täglich nach Linz in die Arbeit. (c) vowe

Ganz früh am Morgen, um 5.15 Uhr, startet Werner Pfleger aus Julbach täglich sein Auto. Er pendelt seit mittlerweile 40 Jahren nach Linz – gefahren wird aber nicht alleine. Er sowie zwei weitere Julbacher, ein Peilsteiner und ein Mann aus Ulrichsberg gründeten eine Fahrgemeinschaft. Pfleger rechnet mit etwa einer Stunde Fahrzeit bis in die 60 Kilometer entfernte Landeshauptstadt. Aber: Montags brauchen sie etwa 15 Minuten länger und am Freitag für die Strecke nach Hause etwa 1,5 Stunden. „Durch die veränderten Ampelphasen ist in Walding bereits der erste Stau, das war bis Herbst nicht so“, verrät Pfleger, der aber nicht nur Negatives erwähnt, wenn es um die tägliche Fahrt nach Linz geht. Das grundsätzliche Halte- und Parkverbot in der Rudolfstraße wirke sich positiv auf den Verkehrsfluss aus – auch die verlängerten Öffnungszeiten des Bahnschrankens, gibt er zu bedenken. Weniger Freude hat er mit der Idee des Linzer Verkehrsstadtrates Markus Hein (FP), die Parkplätze am Urfahrmarktgelände kostenpflichtig zu machen und das Bewohnerparken auszuweiten. „Hier werden Pendler vor den Kopf gestoßen, ohne Alternativen zu bieten“, wird der Landtags­abgeordnete Georg Ecker deutlich. Er spricht dabei von einer „Abkassiererei der Stadt, die wir massiv ablehnen.“ Ecker rät den Verantwortlichen, lieber Vorschläge zur Verbesserung der Situation umsetzen und rasche Entscheidungen bei der Mühlkreisbahn anzugehen.

Resolution gegen Gebühren

Bereits 2014 haben sich 77 Gemeinden aus dem Linzer Umland per Resolution gegen Gebühren am Urfahrmarktgelände ausgesprochen. Die Initiative dafür kam von Michael Hammer, VP-Nationalratsabgeordneter und Sprecher der Mühlviertler Pendlerallianz.

Konzept seit 2014

Keine Freude mit der aktuellen Pendlersituation hat auch SP-Bezirksvorsitzender Dominik Reisinger, dem die Aussage Heins, dass „Pendler auf hohem Niveau jammern und auf Bus oder Bahn umsteigen sollen“ schwer aufstößt. Auch in Linz wird die Idee von gebührenpflichtigen Parkplätzen am Urfahrmarkt kontrovers diskutiert. So schlägt der dortige Wirtschaftskammer-Chef Klaus Schobesberger vor, zuerst die Park&Ride-Anlagen auszubauen und dann erst die Parkplätze gebührenpflichtig zu machen: „Der derzeitige Vorschlag wäre eine Budgetloch-Stopfaktion auf Kosten der Pendler.“ Hein hingegen kontert: „Die Parkplätze am Urfahrmarkt sind als Pendlerparkplätze ungeeignet – die Autos gehören an den Stadtrand.“ Ein Konzept dazu wurde von den Freiheitlichen bereits 2014 festgelegt und wird jetzt umgesetzt.


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