Julbacher Treppenläufer nimmt Wolkenkratzer in Taipei in Angriff
JULBACH. Bei der zweiten Weltmeisterschaft im Treppenlauf am Taipei 101 dieses Wochenende darf natürlich ein Mann nicht fehlen: Rudi Reitberger nimmt als einer von fast 4000 Startern die brennenden Wadln in Kauf und will unter die Top 30.

Schon im Jahr 2005, als für den ersten Treppenlauf auf den Taipei 101 Eliteläufer gesucht wurden, war der Julbacher als damals amtierender Champion am Empire State Building am Start. Mit Startnummer 1 war Rudi Reitberger der erste Mensch, der auf das damals höchste Gebäude der Welt lief. Für den Sportler fällt das in die Kategorie „Dinge die man nicht für Geld kaufen kann. “Am Ende war ich Zweiter hinter Paul Crake, der immer noch den Streckenrekord hält und der aber ein Jahr später bei einem Radunfall so schwer stürzte, dass er seither im Rollstuhl sitzt. Für mich markierte das Rennen im Jahr 2006 ebenfalls das Ende der Karriere in der Weltspitze. Es ist dieses Jahr auch das erste Mal seither, dass ich wieder hier bin“, freut sich der Mühlviertler schon auf die Herausforderung.
Training unter Schmerzen
Allerdings stehen die Vorzeichen nicht allzu gut: Nach einem krankheitsbedingt durchwachsenen Februar hatte Reitberger mit Achillessehnen-Problemen zu kämpfe. Als Draufgabe brach er sich beim Skilanglaufen zwei Rippen. „Das ist jetzt knapp sechs Wochen her und wenn es nicht um Taipei gegangen wäre, hätte ich zu diesem Zeitpunkt wohl für die WM abgesagt“, sagt er. Mit viel Alternativtraining und sehr spezifischem Treppenlauftraining in den letzten drei Wochen ist es ihm aber doch gelungen, in eine „halbwegs annehmbare Form“ zu kommen.
Vier Österreicher am Start
Beim Lauf auf das ehemals höchste Gebäude der Welt gibt es zunächst ein Sprintrennen über 35 Stockwerke und 152 Höhenmeter. 90 Minuten später geht es den vollen Turm über 91 Stockwerke, 391 Höhenmeter, 2046 Stufen hinauf. „Der erste Lauf ist aber keine Finalqualifikation, sondern geht mit gleichem Gewicht in das Endergebnis ein“, berichtet Reitberger. Neben dem Julbacher sind zwei weiter Läufer und eine Läuferin aus Österreich mit dabei. Jakob Mayer aus Vorarlberg hat als WM-Vierter von 2015 schon bewiesen, dass er selbst gegen starke Konkurrenz bestehen kann. Reitberger rechnet aber mit einem Top 10-Platz für Mayer; er selbst visiert einen Platz in den Top 30 im 60-köpfigen Elitefeld an. Im Amateurrennen sind fast 4000 Starter gemeldet.


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