Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

KARLSTETTEN. Seit zehn Jahren lädt Gertraude Schmidt Interessierte in ihren Schaugarten am Rande der Marktgemeinde ein. Tips-Redakteurin Michaela Aichinger stattete der Gärtnerin einen Besuch in ihrem grünen Paradies ab.

  1 / 27   Gertraude Schmidt (l.) mit ihrer Tochter und den Enkelinnen im Garten mit wunderbarem Ausblick Foto: Schmidt

In Karlstetten nahe St. Pölten befindet sich Gertraude Schmidts 2000 Quadratmeter großer Schaugarten, der – auf einer Anhöhe gelegen – Morgensonne und Abendrot einfängt und eine fantastische Aussicht auf die Gemeinde und das Alpenvorland bietet. Gleich bei der Ankunft wird der Besucher von großen und liebevoll gestalteten Strohpuppen begrüßt. „Im Garten sind insgesamt etwa 16 Puppen verteilt. An einer Puppe arbeite ich zirka zwei Stunden“, erklärt Gertraude Schmidt.

Regenwasserteich

Entlang von zahlreichen Buchsbäumen – insgesamt sind es 1400 – und von in ausgetragenen Schuhen gepflanzten Kräutern geht es zu einem großen Bioteich, über den eine Brücke zum Garten führt. „Es handelt sich um einen Regenwasserteich mit Lehmgrund, also ohne Folie. Wir haben ihn 2003 angelegt, er regeneriert sich seither immer selbst“, erklärt die Gärtnerin.

200 verschiedene Kräuter

Es folgt der Garten, der aus der Leidenschaft seiner Besitzerin für Kräuter kein Geheimnis macht. Ein Rosenbogen und selbstgebastelte Tongefäße zieren den Eingang. Zu den Tee-, Gewürz- und Heilkräutern gesellen sich Bauerngartenpflanzen und Gemüse. „Ich besitze 200 verschiedene Kräuter, darunter viele Raritäten“, betont Schmidt und verweist auf fast vergessene Sorten wie Süßdolde, Alant, Meisterwurz, Mariendistel und Engelwurz. Auch einen „Giftgarten“ gibt es zu entdecken.

„In die Wiege gelegt“

Schon als Kind hat sich die gebürtige Pielachtalerin für Kräuter interessiert. „Der grüne Daumen wurde mir von Großmutter und Mutter in die Wiege gelegt. Nun unterstützt mich die eigene Familie und auch eine meiner Enkeltöchter zeigt großes Interesse am Garten“, freut sich Schmidt. Sie selbst verwertet die Kräuter jedoch nicht – etwa zum Verfeinern von Speisen. „Ich freue mich an der Blüte, an der Pflanze. Am liebsten ist mir der Muskatellersalbei, da er eine besonders schöne Traubenblüte hat“, erklärt die Karlstettnerin.

Ein Häferl für jede Pflanze

Originell ist die Beschriftung der verschiedenen Kräuter – nämlich mit Kaffeehäferln in allen Formen und Farben. „Mir ist einmal ein schönes Häferl auf den Boden gefallen. Es fehlte ein Eck, ich wollte es aber nicht wegwerfen und so habe ich es auf einen Stecken gegeben, zu einer Pflanze gesteckt und das Häferl beschriftet“, erklärt Schmidt. Und kreativ geht es weiter: Schlangen aus kleinen Blumentöpfen, selbst gestaltete Steinmauern oder Buchs trennen die Kräuter- von den Blumenbeeten. Unentbehrlich im Kräutergarten ist das Nützlingshaus.

Dörrhaus mit alten Sammlerstücken

In einem Dörrhaus, das sich neben einem Bauerngarten befindet, trocknet die Karlstettnerin Kräuter und alte Obstsorten. „Wir haben viele eigene Marillen, Zwetschken- und Birnenbäume und brennen auch selbst Schnaps“, erklärt Schmidt. Das Dörrhaus ist mit alten Sammlerstücken ausgestattet – darunter auch mit einem alten Bett. „Früher haben die Menschen im Dörrhaus geschlafen, da es dort ja warm war“, informiert die Gärtnerin, die eine große Sammlerleidenschaft besitzt. So sind im und rund um den Schaugarten immer wieder alte Töpfe und alte landwirtschaftliche Maschinen zu sehen. Zudem befindet sich auf dem Gelände auch ein Geschirrmuseum mit weiteren Raritäten wie alten Schulbänken oder einer Deckelhütte.

„In meinem Garten gibt es kein Unkraut“

Seit zehn Jahren besitzt Gertraude Schmidt nun ihren Schaugarten und jedes Jahr wurde sie dafür mit dem „Goldenen Igel“, einer Auszeichnung von „Natur im Garten“, prämiert. „Mir macht die Arbeit im Garten einfach Freude. Besonders der Wonnemonat Mai. Es ist das Schönste, wenn ich sehe, dass alles, was ich gesät habe, aufgeht, wächst und gedeiht. Ich laufe auch nicht jedem Pflänzchen nach, das wild wächst. In meinem Garten gibt es kein Unkraut, nur gesunde Beikräuter“, unterstreicht Schmidt und lädt ein, ihren Garten zu besuchen: „Bei den Schaugartentagen Anfang Juni erwartet die Besucher ein buntes Programm mit Oldtimertreffen, Flohmarkt, Kinderprogramm, Feldmesse und Frühschoppen!“

Schaugartentage

Sa., 2. Juni & So., 3. Juni 2018

Jeweils ab 9 Uhr

Doppelstraße 16, Karlstetten

Infos: 0676/6058368


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden