Alpakas: Die flauschigsten Stressmanager
KARLSTETTEN. Das Mutter-Tochter-Gespann Gabi und Laura Horvat besitzt neben Hunden und Katzen auch „Haustiere“ der besonderen Art: fünf Alpakas. Seine Begeisterung für diese Tiere gibt es bei Alpaka-Wanderungen weiter.

„Ich habe mich vom ersten Augenblick an in Alpakas verliebt. Sie haben eine tolle Wirkung auf mich“, erklärt Gabi Horvat. Vor knapp zweieinhalb Jahren sind die ersten drei Tiere nach Karlstetten gekommen, bald darauf zwei weitere. Nun bietet Horvat gemeinsam mit ihrer Tochter Laura ganzjährig Wanderungen mit den Tieren an.
Warum Alpakas?
Alpakas gelten als neugierige, intelligente und sehr empfindsame Tiere. „Unausgesprochenes wie Körperhaltung, Gestik und sowohl bewusste als auch unbewusste Gedanken werden von den Tieren äußerst feinfühlig wahrgenommen und auch reflektiert“, so Laura Horvat. Zudem seien die Tiere im Gegensatz zu Hunden oder etwa Pferden nicht domestiziert. Alpakas sind Flucht- und Distanztiere. „Bei Alpakas muss man sich das Vertrauen erst einmal verdienen. Sie spiegeln die Stimmungslage des jeweiligen Besuchers. Gleichzeitig strahlen sie aber auch so eine Ruhe aus, dass selbst jemand, der total hektisch und gestresst ist, ab einer gewissen Zeit durchatmen kann“, erklärt Horvat.
„Tiere werten nicht“
Die Wanderungen finden laut Gabi Horvat sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen großen Anklang. „Wir machen mit den Tieren keine Therapie. Die Begegnung mit Alpakas ist aber toll integrierbar in Therapien mit Kindern. Ein verhaltensauffälliges Kind hat oft schon einen Stempel aufgedrückt, wird vom Umfeld bewertet und kann sein Potenzial nicht entfalten, weil Erwartungsängste da sind. Ein Tier wertet nicht“, erklärt Horvat. So wie das Kind dem Alpaka gegenüberstehe, so reagiere das Tier. Horvat berichtet von Fällen, bei denen schüchterne Kinder durch den Umgang mit den Tieren mutig geworden sind oder Rabauken merkten, dass mit Ellbogen-Technik nichts weitergeht. Ganz wichtig ist es den Horvats, ihren Besuchern – darunter auch Schulklassen oder Erwachsene zum Teambuilding – den respektvollen Umgang mit den Tieren zu vermitteln. „Oft gibt es vor allem bei Erwachsenen die Fälle, dass sie das Tier ziehen, damit es schneller geht. Dann kann ich nur lächelnd darauf hinweisen, dass es vielleicht an der Zeit ist, selbst einmal runterzukommen und die Langsamkeit wieder zu genießen – ganz ohne Druck“, so Laura Horvat.
Jeder sucht sich „sein“ Tier aus
Bevor es auf die etwa zweistündige Wanderung durch den mystischen Dunkelsteinerwald geht, suchen sich die Gäste „ihr“ Tier aus. „Es sucht sich jeder garantiert das Tier aus, das er gerade von seiner Stimmungslage her braucht“, so Gabi Horvat, die betont, dass der Umgang mit Alpakas auch Teamgeist voraussetzt: „Man kann die Tiere nicht von der Weide treiben, sondern das muss mit System gemacht werden. Alpakas sind sehr schlau und wenn die Leute nicht aufeinander Rücksicht nehmen, dann gehen sie nicht dorthin, wo man möchte“.
Besondere Erlebnisse
Gabi und Laura Horvat können bereits auf eine Menge besonderer Erlebnisse zurückblicken. „Wir hatten einmal eine syrische Familie zu Besuch. Zwei der drei Kinder waren durch den Krieg schwerst traumatisiert. Als bei der Wanderung ein Helikopter über uns flog, erstarrte ein Kind zur Salzsäule und bekam Panik, da in Syrien Fassbomben mit Helikoptern abgeworfen wurden. Das Mädchen konnte sich jedoch bei der Wanderung schneller als sonst aus dem Schockzustand lösen und weitergehen. Das habe ich höchstspannend gefunden“, erinnert sich Gabi Horvat.
Weitere Informationen auf www.alpakaerlebnis.at


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