Keine Zukunft mehr für die Fichte im Donautal
BEZIRK ROHRBACH. Düster schaut es in den niederen und mittleren Lagen des Bezirkes Rohrbach für die Zukunft der Fichte aus. Borkenkäfer und Dürre machen dem bedeutenden Wirtschaftsbaum dort den Garaus. In Lagen unter 500 Metern könnte vielerorts bald keine einzige Fichte mehr stehen.

Wie zum Beispiel in Kirchberg, wo wegen des starken Borkenkäferbefalls heuer ganze Wälder gerodet wurden. „Es hat alle erwischt. Der heurige Sommer war für den Käfer „ideal“, weil es kaum geregnet hat“, erzählt Kirchbergs Amtsleiter Klaus Neumüller, der selbst Waldbesitzer ist und in den vergangenen zwei Jahren schon mehr als 1.000 Festmeter einschlagen musste. Harvester fahren derzeit an der Donau hüben wie drüben und haben gut zu tun.
Bezirksbauernkammer-Obmann Georg Ecker kennt naturgemäß die Probleme, mit denen Waldbesitzer derzeit zu kämpfen haben, und rät: „Douglasie, Weißtanne, Riesentanne, Ahorn oder Eiche sind zukunftsträchtigere Baumsorten. Sie können zur Wiederaufforstung verwendet werden, was auch gefördert wird.“
30.000 Lastwägen
Was die entstandenen Schadholzmengen anbelangt, gehen vorsichtige Schätzungen bereits von über einer Million Kubikmetern aus. Das entspricht rund 30.000 Lastwagenladungen voll Käferholz. Weil die Sägewerke dieses enorme Volumen nicht so schnell verarbeiten und das gelagerte Holz deswegen nicht abtransportiert werden konnte, kam es zusätzlich zum Befall mit Bläuepilz und somit zu einer Wertminderung. „Gegenüber unbefallenem Holz reduziert sich der Wert des Rundholzes um rund ein Drittel. Pro Fuhre verlieren die Waldbesitzer rund 1.000 Euro“, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Reisecker.
Setzlinge vertrocknet
Doch nicht nur der Borkenkäfer setzt den Bäumen zu: Das enorm trockene Wetter heuer ließ reihenweise Baumsetzlinge vertrocknen, die erst im Vorjahr nach Rodungen wegen des Borkenkäfers gepflanzt wurden. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat noch nie so viele Sommertage mit mindestens 25 Grad in Oberösterreich aufgezeichnet, wie heuer. Falls der November und Dezember mild werden, könnte es sogar das wärmste Jahr in der 252-jährigen Messgeschichte werden. Dabei blieb die Niederschlagsmenge in Oberösterreich im Zeitraum von April bis Oktober rund ein Drittel unter dem langjährigen Mittel.


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