Gemeinden schützen den Boden
KREMSMÜNSTER/STEINBACH AN DER STEYR. Die beiden Gemeinden des Bezirkes Kirchdorf, Kremsmünster und Steinbach an der Steyr, sind bereits Bodenbündnisgemeinden und setzen mit verschiedenen Projekten ein Zeichen für den Schutz des Bodens.

Oberösterreichs Umweltpolitik beschäftigt sich im heurigen Jahr mit dem Schwerpunkt „Schutz von Bienen und Böden“. Viele Entwicklungen haben in den vergangenen Jahrzehnten das Leben der Bienen erschwert. „Wir erkennen diese Negativentwicklung und versuchen ihr entgegenzusteuern“, sagt Umwelt-Landesrat Rudi Anschober. Zwei Vorzeigebeispiele dafür sind das Bodenbündnis OÖ sowie das Projekt „Bienenfreundliche Gemeinde“ von Umweltressort und Global2000.
Bodenbündnis zum Schutz des Bodens
Das Bodenbündnis wurde 2002 von den Klimabündnis-Gemeinden gegründet. In Oberösterreich gibt es 52 Bodenbündnis-Gemeinden, die sich freiwillig verpflichten, aktiv für einen nachhaltigen Umgang mit Böden einzutreten sowie eine sozial gerechte Landnutzung und eine verantwortungsvolle kommunale Bodenpolitik zu fördern.
Aktive Bodenpolitik in Steinbach an der Steyr
Steinbach an der Steyr ist bereits seit vielen Jahren eine Vorbildgemeinde für nachhaltige Entwicklung und Bodenschutz. 2008 ist die Gemeinde dem Bodenbündnis europäischer Städte und Gemeinden beigetreten. Durch ein aktives Eingreifen in den Boden- und Immobilienmarkt ist es in Steinbach gelungen, eine kompakte Gemeinde- und Siedlungsentwicklung zu unterstützen sowie die Zersiedelung zu bremsen. Beispiele dafür sind der Ankauf von Flächen für den Mietwohnbau oder für heimische Bauwerber, die Althaussanierung und Revitalisierung sowie die Bemühungen im Bereich der Hochgasse/Steyrufer. Zum Jahreswechsel 2009/2010 war die Zukunft von zehn Bauobjekten ungewiss. Alle Objekte sind jetzt wieder bewohnt und genutzt, wozu das Konzept „Hochgasse neu“ beigetragen hat. Dieses Konzept wurde gemeinsam von Gemeinde und Anrainern entwickelt und umgesetzt. Als vorerst letzten Schritt hat die Gemeinde 2015 das Ratzenböck-Flexl-Areal in der Hochgasse erworben.
Projekt „Essbare Gemeinde“ in Kremsmünster
Mit dem Start des Projektes „Essbare Gemeinde“ trat die Marktgemeinde Kremsmünster 2015 dem Bodenbündnis bei. Mittlerweile wurden zwanzig Obstbäume gepflanzt. Auf einer rund 700 Quadratmeter großen Grünfläche wurden Hochbeete aufgestellt sowie Sträucher und Gemüse gebaut. Den Schulen und Kindergärten steht je ein Hochbeet zur Verfügung. Seit dem Frühling 2016 gibt es auch einen Gemeinschaftsgarten.
Um das Thema einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, wird sich die „Essbare Gemeinde“ in Kremsmünster im Zuge der Landesgartenschau 2017 vergrößern. Die ersten baulichen Maßnahmen hierfür wurden schon getroffen. Ein weiteres Projekt wird Anfang Juli verwirklicht: ein Brotbackofen aus Lehm. Das Brotbacken im eigens gebauten Brotbackofen ist im Jahr der Landesgartenschau ein Fixpunkt der „Essbaren Gemeinde“.


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