Zukunftsranking - Bezirk Kirchdorf bei Arbeitsmarkt österreichweit im Spitzenfeld dabei

Zukunftsranking - Bezirk Kirchdorf bei Arbeitsmarkt österreichweit im Spitzenfeld dabei

David Ramaseder David Ramaseder, Tips Redaktion, 21.05.2019 20:03 Uhr

BEZIRK KIRCHDORF. Im Österreichvergleich belegt der Bezirk Kirchdorf an der Krems Rang 42 und konnte damit seine Platzierung im Vergleich zum Vorjahresranking um eine Position verbessern. Die Region erzielt insbesondere bei den Arbeitsmarktdaten sehr gute Ergebnisse – hier zählt Kirchdorf zu den 20 besten österreichischen Bezirken. 

Das Zukunftsranking powered by Pöchhacker Innovative Consulting hat alle 94 Bezirke Österreichs hinsichtlich der vier Säulen Demografie, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Innovation sowie Lebensqualität bewertet.

Arbeitsmarkt

Hier erzielt Kirchdorf von den bewerteten Kriterien das beste Ergebnis und ist österreichweit auf Platz 18 zu finden. Positiv wirkte sich hier insbesondere die zehnthöchste Frauenerwerbsquote aus: Diese liegt in Kirchdorf bei 75,8 Prozent, der Durchschnitt aller Bezirke liegt bei 73,2 Prozent. Zudem konnte Kirchdorf in den letzten Jahren die sechsthöchste Steigerung aller Bezirke in diesem Bereich erzielen.

Dazu kommt eine hohe Arbeitsplatzdichte im Bezirk, die sich ebenfalls in den vergangenen Jahren stark verbessert hat. Kirchdorf liegt diesbezüglich unter den 15 Bezirken mit der höchsten Steigerung. Diese positive Entwicklung unterstreichen auch die aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarktservice Kirchdorf.

„3,6 Prozent Arbeitslosenquote im April ist ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so Geschäftsstellenleiterin Julia Bauer. Damit liegt der Bezirk Kirchdorf unter der Arbeitslosenquote von Oberösterreich (4,3 Prozent) und deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von 7,3 Prozent.

Lebensqualität

Positiv ist hier die relativ niedrige Kriminalitätsrate festzuhalten. Bei der Ausstattung mit Kindertagesstätten liegt der Bezirk etwa im Durchschnitt, dafür sind die kommunalen Schulden mit 1.918,5 Euro je Einwohner deutlich höher als in vielen anderen Bezirken, konnten in den vergangenen Jahren allerdings bereits deutlich reduziert werden.

In diesem Bereich sieht der Bezirkshauptmann die Studie etwas zu kurz greifend. „Wir haben hier eine wunderbare Vielfalt der Landschaft vor unserer Haustür. Außerdem mit Ski- und Wandergebieten sowie immer besser ausgebauten Radwegen beste Möglichkeiten der Freizeitgestaltung“, so Dieter Goppold.

Wirtschaft und Innovation

Bei den Wirtschaftsindikatoren liegt Kirchdorf unter den 94 Bezirken auf Rang 71. Die Gründungsintensität liegt mit 3,68 Neugründungen je 1.000 Einwohner unter dem Bezirksdurchschnitt von 4,57 Gründungen, hat in den vergangenen Jahren allerdings stärker zugenommen als in den meisten anderen Bezirken. Positiv bewertet wurde weiters die starke Zunahme bei den Beschäftigten im High-Tech-Sektor, mit 6,6 Prozent der Erwerbstätigen sind in Kirchdorf in diesem Wirtschaftsbereich auch überdurchschnittlich viele Menschen aktiv.

Dagegen sind im Vergleich nur wenige Menschen in wissensintensiven Dienstleistungen und im Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) Sektor beschäftigt. Aber auch diesen Zahlen ist einiges Positives abzugewinnen, wie Siegfried Pramhas, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer, weiß: „Dadurch, dass wir eine Top-Arbeitgeberregion sind, entscheiden sich viele für ein Dienstverhältnis bei einem der 1.022 Arbeitgeberbetrieben. Also die Notwendigkeit einer Unternehmensgründung wird vermutlich nicht gesehen.“ Hinzu kommt, dass die Unternehmen im „Wirtschaftsstandort Bezirk Kirchdorf“ die zweithöchsten Gehälter und Löhne im Bundesland bezahlen, wie der Medianwert der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse jährlich zeigt.

„Die österreichweit bedeutende Stärke in der Sachgüterproduktion und die Zahl der in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter ist ein Grund, warum sich der Bereich IKT noch nicht so stark ausgebildet hat. Allerdings dürfte dieses Zukunftsranking nicht berücksichtigen, dass die im Sachgüterbereich tätigen Unternehmen im eigenen Haus zahlreiche Mitarbeiter beschäftigen“, relativiert Pramhas die Zahlen etwas und verweist auf überdurchschnittliche Werte im High-Tech Sektor.

Demografie

Bei den demografischen Indikatoren konnte Kirchdorf mit einer hohen Fertilitätsrate punkten, die mit 1,7 Kindern je Frau (bis 49 Jahre) zu den höchsten aller Bezirke zählt und deutlich über dem Bezirksdurchschnitt von 1,58 Kindern liegt. Zudem ist der Anteil junger Erwachsener an der Gesamtbevölkerung mit 17,9 Prozent relativ hoch.

Die Maßnahmen der Region scheinen hier gut zu greifen, wie auch Bezirkshauptmann Dieter Goppold bestätigt: „Im Zuge des Regionalforums Steyr-Kirchdorf haben wir ein Wohnprojekt gestartet, um der Landflucht von jungen Leuten aktiv gegenzuwirken.“

Auch die Attraktivierung der Lehre spielt für ihn dabei eine große Rolle. „Das Technologie- und Innovationszentrum (TIZ) Kirchdorf mit seiner Talentewoche oder auch die Berufserlebnistage “Eini ins Leben„ der Wirtschaftskammer sind hier wichtige Initiativen, um Jugendlichen eine gute Perspektive in der Region zu bieten“, so Goppold, der den überregionalen Austausch in diesem Bereich für sehr wichtig hält.

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