Ärzte ohne Grenzen-Einsatzleiterin berichtet aus dem Jemen

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Die gebürtige Roßleithnerin Bernadette Schober befindet sich derzeit in Sanaa im Jemen. (Foto: Ärzte ohne Grenzen)
Sophie Kepplinger Sophie Kepplinger, Tips Redaktion, 27.11.2020 15:34 Uhr

ROSSLEITHEN/JEMEN. Durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehende Krise geraten viele andere Epidemien in den Hintergrund. Die gebürtige Roßleithnerin Bernadette Schober, Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen im Jemen, weiß jedoch um die gravierenden Umstände, welche sich abseits von Covid-19 abspielen.

Die 38-jährige Bernadette Schober befindet sich seit Juni 2020 mit ihrem Team von Ärzte ohne Grenzen in der Stadt Sanaa im Jemen und koordiniert dort als Einsatzleiterin elf Projekte. „Als Anthropologin finde ich den Jemen extrem spannend, denn der Jemen hat eine weitreichende Geschichte und kulturelle Diversität“, erzählt die Einsatzleiterin per Videokonferenz. „Darum bin ich auch seit 2017 wiederkehrend hier. Zuvor als Projektleiterin – nun als Einsatzleiterin.“ Als Einsatzleiterin von Ärzte ohne Grenzen möchte die gebürtige Roßleithnerin die humanitären und gesundheitsspezifischen Auswirkungen des 2015 begonnenen Konflikts im Jemen aufzeigen. „Die direkten Auswirkungen des Konflikts sehen wir ganz klar in den Krankenhäusern, wenn wieder Kriegsverletzungen zu behandeln sind. Die indirekten Auswirkungen dagegen schaffen es meist nicht in die Berichterstattung der Medien“, berichtet Schober. Diese indirekten Auswirkungen zeigen sich laut der Einsatzleiterin besonders stark im Gesundheitssystem: „Es kollabiert. Mehr als die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen funktionieren nicht und die Erreichbarkeit ist für die zivile Bevölkerung sehr schwierig. Viele Patienten schaffen es nicht oder zu spät ins Krankenhaus, weil die Transportkosten dahin zu hoch oder der Weg zu gefährlich ist.“

Masern, Polio und Diphtherie

„Zu den alltäglichen gesundheitlichen Problemen kommen im Jemen auch die Herausforderungen durch Epidemien hinzu“, betont die 38-Jährige. Masern, Polio, Diphterie und Cholera: Aus Angst vor einer Ansteckung kämen Kranke und Verletzte auch wegen regulären Untersuchungen nicht in die Krankenhäuser. „Das erschwert die Situation ungemein. Wir tun alles, um die bestmögliche Sicherheit zu bieten, doch das Vertrauen der Bevölkerung zu erlangen ist schwierig“, so die Einsatzleiterin. Dabei sei es keinesfalls normal, dass diese Epidemien im Jemen wieder aufkommen: „Man sollte meinen, dass durch die Impfungen diese Krankheiten kein Thema mehr sind. Der letzte Ausbruch von Diphterie war 1982, es ist also keineswegs dauerhaft vorhanden gewesen. Auch fanden Maßnahmen statt, aber die Bevölkerung zum Impfen zu bringen, ist schwierig.“ Besonders im Kontext von Covid-19 sei das Interesse stark von der derzeitigen Situation im Jemen mit den Epidemien weggedriftet „und der Fokus liegt nur auf Covid-19“.

Schobers Appell an die globale Community

Covid-19 habe die Situation mit den Epidemien im Jemen noch verschärft: „Wir haben klar gesehen, wie schwierig es ist, ordentliche Schutzausrüstung ins Land zu bringen.“ Ihr abschließender Appell richtet sich an die „globale community“ wie der Weltgesundheitsorganisation: „Länder wie der Jemen sollten auch in der Corona-Krise nicht vergessen und in Anbetracht der dortigen Lage besonders berücksichtigt werden.“

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