Arme Kinder in Kenia haben es durch Corona so schwer wie noch nie
KREMSMÜNSTER. Seit 2012 setzt sich Irmgard Edelbauer-Huber aus Kremsmünster für arme Kinder in Kenia ein. Die Obfrau des Vereines „Fishnet – für Kinder in Afrika“ berichtet von den aktuellen Herausforderungen – bedingt durch die Corona-Krise.

„Durch Corona war es heuer so schwierig wie noch nie zuvor. Die Leute in den armen Gegenden in Kenia haben keine Vorräte. Viele sind Tagelöhner, die sich mit ihrem bisschen Tageslohn etwas zum Essen kaufen, das sie am selben Tag noch brauchen. Im Lockdown war plötzlich alles geschlossen und die Leute hatten nichts zum Essen“, berichtet Irmgard Edelbauer-Huber von den miserablen Zuständen in Afrika. Die 47-Jährige ist Gründerin und Obfrau des Vereines „Fishnet – für Kinder in Afrika“.
Nachhaltige Hilfe
„Ich habe den Leiter des Projektes ,GoFishnet' in Kenia, Gordon Nyabade, bei einem Seminar in Deutschland kennengelernt. Die Hilfe ist so nachhaltig, das hat mir gefallen,“ erzählt die Lehrerin, die in den Berufsbildenden Schulen (BBS) Kirchdorf Englisch, Psychologie und Philosophie unterrichtet. „Ich habe in der Schule gefragt, ob Interesse an einem Projekt besteht. Unsere Schüler im Alter zwischen 14 und 19 Jahren waren davon begeistert und bei der ersten Sammlung kamen auf Anhieb 3.000 Euro zusammen“, freut sich Irmgard Edelbauer-Huber. Davon wurden unter anderem Hühner, eine Nähmaschine und Schuluniformen gekauft.
„Es geht um Leben und Tod“
2012 war Edelbauer-Huber gemeinsam mit einer Gruppe zum ersten Mal beim Projektstandort beim Victoriasee in Kenia. „Wir haben gesehen, dass sie das Geld dort sinnvoll einsetzen und dass es höchst notwendig ist. Es herrscht große Verzweiflung und es geht um Leben und Tod – ums Essen.“
Schüler haben Patenkinder
2012 hat Irmgard Edelbauer-Huber den Verein „Fishnet – für Kinder in Afrika“ mit Sitz in Kremsmünster und derzeit 35 Mitgliedern sowie sehr vielen Unterstützern gegründet. „Das Projekt ist über die Schüler der BBS Kirchdorf gewachsen. Sie haben viele Ideen und wenn etwas für sie Sinn macht, sind sie sehr motiviert“, ist die Kremsmünsterin stolz. Die Schüler starten auch immer wieder Aktionen wie den Charity Lauf, der heuer coronabedingt als Homerun stattfand. Jede Klasse, die will, hat ein Patenkind und jeder kann freiwillig spenden.
Bildung für die Ärmsten
Vor zwei Jahren war Irmgard Edelbauer-Huber das zweite Mal in Kenia. Seit 2014 gibt es eine Schule, die Happy Kids Academy, mit mittlerweile 200 Kindern, die dort betreut und unterrichtet werden. Alle Kinder sind aus ärmlichen Verhältnissen und erhalten in der Schule Frühstück und Mittagessen. Seit März ist die Schule, aufgrund Corona, vorübergehend geschlossen.
Gemüseanbau läuft
Wie wichtig die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist, wurde durch die Corona-Krise noch einmal verdeutlicht. „Es hat bereits viele Spenden gegeben. Wir haben Essen verteilt und dafür gesorgt, dass die Menschen Gemüse anbauen können. Das Nachhaltigkeitsprojekt ,Gemüseanbau' wollen wir weiter ausbauen, damit sich die Leute zu Hause mit Essen selbst versorgen können“, erklärt Irmgard Edelbauer-Huber.
Weitere aktuelle Projekte
Weitere laufende Projekte sind die Krankenversicherung für die Kinder und ein Girl-Power Projekt zur Versorgung der Mädchen mit Hygieneartikel sowie zur Aufklärung – auch der Jungen.


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