Feuerwehren stehen vor einem „gewaltigen finanziellen Problem“

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Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 23.02.2021 18:31 Uhr

BEZIRK KIRCHDORF. Die 43 Feuerwehren im Bezirk Kirchdorf waren auch 2020 gefordert, neben den gewohnten Einsätzen mussten die Kameraden in der Corona-Krise ganz neue Herausforderungen bewältigen. Zudem hat ihnen die Pandemie bei den Eigen-Einnahmen quasi einen Totalausfall beschert.

Die Feuerwehren im Bezirk Kirchdorf wurden 2020 zu 392 Brandeinsätzen und 1.852 technischen Einsätzen gerufen. Es wurden 55 Personen und 29 Tiere gerettet. Trotz der Covid-Einschränkungen ist die Zahl der Gesamteinsätze im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken: 2019 gab es 418 Brandeinsätze und 2.400 technische Einsätze. „Speziell zu Beginn der Pandemie gab es vermehrt größere Brandereignisse, bei denen jeweils bis zu 18 Feuerwehren im Einsatz waren“, blickt Bezirksfeuerwehrkommandant Helmut Berc auf das vergangene Jahr zurück: „Durch das verantwortungsvolle Handeln unserer Führungskräfte in den Feuerwehren und durch die Anpassung der Ausrückeordnung sowie eine verstärkte anlassfallbezogene Alarmierung konnten die herausfordernden Einsätze schnell und sicher abgearbeitet werden.“

Über 400 Einsätze durch Covid-Pandemie

4.692 ehrenamtliche Stunden waren bei über 400 Einsätzen zur Unterstützung der Covid-Maßnahmen erforderlich, darunter die Vor-Triage beim Eingang zum Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf, die Mitwirkung bei der Testung des Lehrpersonals sowie bei den Massentestungen. „Die Aufgaben waren sehr vielfältig – von der Logistik über den Transport und die Verkehrsregelung bis hin zur Unterstützung im Bereich der Administration“, erzählt Berc und betont: „Die Zusammenarbeit mit den Behörden und anderen Einsatzorganisationen war sehr gut.“

173.155 freiwillige Stunden

Insgesamt leisteten die Kameraden der Feuerwehren im Bezirk Kirchdorf im Vorjahr 173.155 ehrenamtliche Arbeitsstunden, das sind um einiges weniger als 2019 (344.643 Stunden). Die Einsatz-Stunden haben sich nur wenig reduziert (2020: 31.409, 2019: 48.033), wohingegen die Stunden für Aktivitäten wie Jugendarbeit (2020: 16.584, 2019: 54.511), Lehrgänge (2020: 4.134, 2019: 8.595) und Ausbildung (2020: 27.246, 2019: 40.222) drastisch gesunken sind. „Die geplanten Ausbildungen wurden fast zur Gänze abgesagt. Übungen waren zwischenzeitlich nur in Kleingruppen möglich“, sagt der Bezirksfeuerwehrkommandant. Die Zahl der Mitglieder beträgt 2.130 Aktive, davon 125 Damen sowie 425 Jungfeuerwehrmitglieder, darunter 81 Mädels, und 475 Reservisten (Stand: 01.01.2021).

Ausfall bei Eigen-Einnahmen

Ausgefallen sind 2020 auch Leistungsprüfungen, Bewerbe, das Bezirksjugendlager, diverse Feuerwehrfeste und Haussammlungen. Somit hatten die Feuerwehren so gut wie keine eigenen Einnahmen. „Das stellt für unsere Feuerwehren ein gewaltiges finanzielles Problem dar. Werden doch diese Gelder für die Finanzierung von Ausrüstung und Fahrzeugen verwendet. Einige Feuerwehren verfassten Info-Blätter mit Zahlscheinen und verschickten diese an die Bevölkerung mit der Bitte um Unterstützung. Ein kleiner Teil des Einnahmenausfalls wurde durch den NPO-Fonds ersetzt“, berichtet Helmut Berc.

„Die Feuerwehr muss im Covid-Impfplan berücksichtigt werden“

Der Bezirksfeuerwehrkommandant hofft auf eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität bis Ende Juli: „Damit wir das Feuerwehrwesen im Bezirk wieder gestärkt in die Zukunft führen können. Nicht nachvollziehbar ist für mich, warum die Feuerwehr als größte freiwillige Einsatzorganisation mit einer entsprechenden Gefährdung im Einsatzfall im Covid-Impfplan der Bundesregierung nicht erwähnt wird. Sobald die Einsatzorganisationen an der Reihe sind, muss auch die Feuerwehr mitberücksichtigt werden.“

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