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BEZIRK KIRCHDORF. Die insgesamt 1.100 Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Bezirk Kirchdorf gehen seit mehr als einem Jahr Corona-Krise an ihre Grenzen. Alexander Kaineder, Bezirksgeschäftsleiter und -rettungskommandant, ist stolz auf die Arbeit seiner Kollegen und die bewältigten Herausforderungen.

Alexander Kaineder (Foto: Kepplinger)
  1 / 2   Alexander Kaineder (Foto: Kepplinger)

So ruhig und zuversichtlich das Jahr 2020 für viele auch begann, so unerwartet und herausfordernd entwickelte es sich. Mittlerweile gehört vieles, was im Frühjahr 2020 neu erlernt werden musste, zum Alltag. Sei es das Händewaschen, Abstandhalten, Homeoffice oder die reduzierten Kontakte – das tägliche Miteinander wurde durch die Corona-Pandemie auf den Kopf gestellt. Die neuen Aufgaben und Rahmenbedingungen, die sich dadurch ergaben, trafen vor allem die Rettungsdienste mit voller Wucht: Schnelles Reagieren und Organisieren war gefragt. Alexander Kaineder blickt dennoch positiv auf das noch immer anhaltende Ausnahmejahr: „Von Aufregung über Spannung bis hin zur Freude und Belastung war im vergangenen Jahr alles dabei. Immer im Vordergrund stand aber der Zusammenhalt.“ Der 41-Jährige ist seit 2018 Bezirksgeschäftsleiter des Roten Kreuzes im Bezirk Kirchdorf und seit Beginn der Pandemie im Dauereinsatz. „Schnelles Reagieren und Anpassen an neue Situationen macht unsere Arbeit beim Roten Kreuz aus. Das kam uns in der Krisenzeit zugute“, erzählt der gebürtige Kirchdorfer.

„Jetzt erst Recht“

Dass diese Arbeitsweise auch während einer Pandemie so gut funktioniert, zeigt den Zusammenhalt und die Kraft innerhalb der Organisation. „Über die lange Zeitspanne hinweg ist es aber auch eine enorme Belastung, die nicht unterschätzt werden darf“, betont Kaineder. Die Belastung höre dabei nicht nach Dienstschluss auf, sondern beeinflusse auch das Privatleben der 1.100 Mitarbeiter, die sich größtenteils freiwillig die rote Jacke anziehen. „Es gibt wahnsinnig viele Mitarbeiter, die sich nach dem Motto „Jetzt erst Recht“ engagieren. Aber auch einige, die wegen der hohen Belastung in manchen Bereichen etwas zurücktreten mussten.“

Tests, Tests, Tests

„Die größte Herausforderung war der Aufbau und Ablauf der Testungen“, sagt Kaineder. Neben den Drive-Ins, die im Auftrag der Behörde aufgebaut wurden, forderten die Mobilen Testungen, Altenheimscreenings und Antigen-Teststraßen die Rot-Kreuz-Mitarbeiter. Auch die Organisation des Rettungsdienstes gestaltete sich zunächst schwierig. Immerhin dürfen keine Doppeltransporte unternommen werden. „Wir müssen doppelt so viel fahren. Das brachte uns anfangs schnell an unsere personellen und materiellen Kapazitätsgrenzen“, erinnert sich der gebürtige Kirchdorfer an den Beginn der Krise zurück. Überhaupt gilt das Organisieren, Haushalten und zielorientierte Einsetzen der vorhandenen Ressourcen nach wie vor als Gebot der Stunde. „Die gesamte Logistik war eine Herausforderung“, überlegt Kaineder.

In den Hintergrund gerückt

All diese Covid-19 bezogenen Bereiche sind seit März 2020 Bestandteil des ohnehin schon facettenreichen Aufgabengebiets des Roten Kreuzes. „Viele Bereiche sind seit Ausbruch der Pandemie leider untergegangen. Gerade der so wichtige Jugendbereich ist aus dem Fokus gerückt“, so der 41-Jährige. Ebenso wie die vielen sozialen Dienste wie der Besuchsdienst, Gesundheits- und Sozialbegleiter sowie der gesamte Fremdausbildungsbereich. Diese waren zeitweise unter Einhaltung der aktuellen Bestimmungen möglich, zeitweise aber auch ausgesetzt.

Eine Konstante: Blutspenden

Immer angeboten wurden jedoch die Blutspendetermine: „Blutspenden ist enorm wichtig und ist das wertvollste Notfallmedikament“, sagt der Bezirksgeschäftsleiter. Darum waren die Termine auch während der Hochphase der Pandemie nie ausgesetzt. Der nächste Blutspendetermin ist am Montag, 15. März, von 15.30 bis 20.30 beim Pfarrsaal in Micheldorf (Kirchenplatz 1). Da sich der Termin noch ändern kann, ist ein Nachfragen bei der Blutspendezentrale (Tel.: 0732/777 000 263) oder ein Blick auf die Homepage (www.gibdeinbestes.at/termine) empfehlenswert.

Das gute Wort zum Schluss

In einer Pandemie gibt es meist wenig Erfreuliches. Darum, so Kaineder, ist es wichtig, die positiven Aspekte hervorzuheben. „Neben der Gewissheit, dass wir mit unserer Arbeit Menschen helfen können und etwas bewirken, ist es auch einfach schön zu sehen, wie gut die Zusammenarbeit mit den anderen Einsatzorganisationen und der Behörde funktioniert. Danke dafür!“, stellt Kaineder mit einem Lächeln fest.


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