Verwaiste Wildtierkinder finden im Tierparadies Schabenreith ein neues Zuhause

Susanne Winter, MA Tips Redaktion Susanne Winter, MA, 26.04.2021 16:01 Uhr

STEINBACH AM ZIEHBERG. Eine bewegte Woche und ein nicht weniger ereignisreiches Wochenende liegt hinter dem Ehepaar Hofner-Foltin, die gemeinsam seit über 25 Jahren das Tierheim „Tierparadies Schabenreith“ in Steinbach am Ziehberg betreiben.

Den Anfang machten drei verwaiste Dachse in Bad Ischl (Bezirk Gmunden): Die Jungtiere wurden von aufmerksamen Anwohnern sowie dem Jäger über einen längeren Zeitraum beobachtet, da die Dachsmutter nicht auftauchte. Es galt festzustellen, ob die Dachse tatsächlich Hilfe benötigten.

Drei Dachsjunge gefangen und Mutter tot aufgefunden

Am Abend des 21. April war es dann soweit: Zwei Dachskinder wurden mit Fallen eingefangen und ins Tierparadies Schabenreith gebracht. Die erfolgreiche Bergung des dritten Dachses gelang erst am Freitag, 23. April, da er sich in den Bau zurückgezogen hatte. An diesem Tag wurde auch die Dachsmutter tot aufgefunden. Alle drei Jungtiere sind rund fünf Wochen alt, sehr abgemagert und in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Tierheimleiter Harald Hofner: „Die Dachskinder sind halb verhungert, wir geben unser Bestes und hoffen, dass sie es schaffen. Ein großer Dank an die Beteiligten aus Bad Ischl, die sich sehr bemühten, die Dachskinder einzufangen, was nicht einfach war.“

Verletzter Fischotter von Schmerzen erlöst

Am Sonntag, 25. April, wurde Familie Hofner zu einem Tierrettungseinsatz in Inzersdorf Krems-Au gerufen: Ein verletzter Fischotter. Er wurde sofort von der Tierrettung zur Untersuchung in die Tierklinik Neuhofen (Bezirk Linz-Land) gebracht. Den schweren inneren Verletzungen nach zu urteilen, wurde er von einem Auto angefahren. Er konnte leider nur noch von seinen Schmerzen erlöst werden.

Zwei verwaiste Jungfüchse

Erfreulicher verlief das anschließende Abholen von zwei Jungfüchsen. Sie wurden in Vorchdorf (Bezirk Gmunden) auf der Straße verwaist ohne Mutter aufgefunden. Die Tierkinder (männlich und weiblich) sind vier bis sechs Wochen alt und die Untersuchung ergab: Es geht ihnen gut, sie sind unverletzt. Die beiden Fuchskinder wurden auf die Namen „Nespresso“ und „Illy“ getauft, passend zu den bereits seit letztem Jahr im Tierparadies Schabenreith lebenden Füchsen „Coffee“ und „Melitta“. Tierheimleiterin Doris Hofner-Foltin kämpfte letztes Jahr um das Leben des vier Wochen alten, schwerverletzten Coffee und pflegte ihn erfolgreich gesund. Seine Kameradin Melitta wurde vom Assisi-Hof Oberösterreich in Frankenburg (Österreichischer Tierschutzverein) übernommen. Damit sich die Füchse wohlfühlen, konnte mit der Hilfe von Spenderinnen und Unterstützern ein artgerechtes Gehege mit genügend Platz, Auslauf und Versteckplätzen gebaut werden. Dieses benötigt mit den Neuzugängen Nespresso und Illy nun wohl eine Vergrößerung und einen Ausbau. Aufgrund der starken Bindung an ihre menschliche „Mama“ Doris, ist eine Auswilderung der Füchse nicht vorgesehen.

Wildtiere in Not

Mit dem Frühling erreichen das Tierparadies täglich zahlreiche Anrufe bezüglich Wildtieren in Not. Doris Hofner-Foltin appelliert aus gegebenem Anlass: „Wenn Sie ein verletztes Tier finden, rufen Sie unbedingt sofort die nächstgelegene Tierrettung an, es zählt oft jede Sekunde. Bei unverletzten Tierbabys sollte einige Zeit beobachtet werden, ob sich das Muttertier in der Nähe befindet. Gerade bei Feldhasenbabys kommt die Mutter zweimal am Tag zum Stillen vorbei. Diese bitte nicht voreilig einfangen.“

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