Respektloses Verhalten in der Natur sorgt für Unmut bei Landwirten

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Diese "Hunde-Toilette" wurde in Oberschlierbach errichtet. (Foto: Ehrenhuber)
Susanne Winter, MA Susanne Winter, MA, Tips Redaktion, 12.05.2021 12:03 Uhr

BEZIRK KIRCHDORF. Mit dem Anstieg der Temperaturen zieht es die Menschen wieder in die Berge, Wälder, Wiesen und zu den Seen. Der Bezirk Kirchdorf hat einige schöne Plätze zu bieten, deshalb verbringen viele ihre Freizeit gerne hier. Leider vergessen manche, dass es in der „freien“ Natur auch Regeln gibt.

Laut dem oberösterreichischen Alm- und Kulturflächengesetz dürfen Wiesen, Weiden und Äcker während des Futteraufwuchses beziehungsweise bebaute und zum Anbau vorbereitete Äcker nicht betreten werden. Diese Grundstücke gehören jemandem, auch wenn sie nicht eingezäunt sind. „Der landwirtschaftliche Grund ist Privatbesitz und es ist nicht alles erlaubt“, betont Bezirksbauernkammer-Obmann Andreas Ehrenhuber, der regelmäßig mit den Beschwerden der Bauern konfrontiert ist. Dass auf die Eigentumsrechte wenig geachtet wird, stört die Grundbesitzer – vor allem wenn sie Müll und Hundekot auf ihren Wiesen finden.

An Regeln halten

„Naturraumnutzer sind willkommen, solange sie sich an Regeln halten. Leider ist das oft nicht der Fall. Die Leute betreten Felder, die zur Ernte anstehen, lassen ihre Hunde frei laufen oder picknicken im langen Gras – im Futter für unsere Tiere, das möglichst sauber und schadfrei sein sollte“, erzählt der Landwirt aus Oberschlierbach.

Hundekot ist Gefahr für Tiere

„Hundekot finden wir überall“, berichtet der 48-Jährige. Fälschlicherweise wird dieser von den Hundebesitzern oft als natürlich angesehen. Doch Bakterien im Hundekot sind für Wiederkäuer-Mägen, also für Kühe und Schafe, sehr gefährlich und die häufigste Ursache für Abortus bei Rindern. Ein „Sackerl fürs Gackerl“ ist daher auch am Land Pflicht.

Tot durch Blech und Plastik

Auch Müll stellt eine Gefahr für Nutz- und Wildtiere dar. Immer wieder verenden Tiere qualvoll durch Blechdosen oder Plastikreste im Heu. „Im Mähwerk zersplittern die Dosen. Wenn die Kuh diese frisst, stirbt sie oder muss notgeschlachtet werden“, erklärt Andreas Ehrenhuber.

Nicht in Wiesen parken

Auch abgelegenere Plätze im Bezirk Kirchdorf werden immer beliebtere Ausflugsziele. Laut Ehrenhuber ziehe es die Ausflügler vermehrt in die Berge der Pyhrn-Priel Region, nach Steinbach am Ziehberg oder Oberschlierbach. „Geparkt wird dann einfach irgendwo. Oft werden Hofzufahrten verparkt und damit die Landwirte an ihrer Arbeit gehindert“, berichtet der BBK-Obmann. So sei beispielsweise die Zufahrtsstraße zum Gleinkersee regelmäßig verparkt. „Die Leute zeigen dann nicht mal Verständnis und pöbeln die Landwirte an. Es ist höchste Zeit, Spielregeln zu schaffen“, betont Andreas Ehrenhuber, der dabei an Verhaltensregeln – ähnlich den bestehenden für Almbesucher – denkt. An Lösungsvorschlägen wird gearbeitet. Manche Landwirte würden beispielsweise Flächen für Parkmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Besucherlenkung geplant

Heuer haben bereits zwei Treffen mit dem BBK-Obmann, Almvereinsobmann, Bezirksjägermeister, Landesjägermeister, Landesrat sowie Vertretern von Bundesforsten, Alpenverein, Naturfreunde und Tourismusverband stattgefunden. Die dabei entstandenen Ideen hat der Landtagsabgeordnete Christian Dörfel (ÖVP) gesammelt. „Die Pyhrn-Priel Region wird eine Pilotregion, denn die Problematik ist oberösterreichweit vorhanden. Es besteht ein Einvernehmen aller Vertreter der Naturraumnutzer und ein gemeinsames Bekenntnis, das Problem zu lösen“, berichtet Dörfel. Konkret werde an Konzepten zur Besucherlenkung gearbeitet sowie gemeinsame Verhaltensregeln in der Natur festgelegt.

Beim nächsten Ausflug sollte also der Hausverstand eingepackt werden und die schönen Plätze im Bezirk so verlassen werden, wie man sie vorfinden möchte.

Schon gewusst?

Landwirtschaftliche Grundstücke, wie Wiesen und Felder, dürfen nur mit Zustimmung des Eigentümers beziehungsweise des Pächters betreten werden.

Im Wald sind Radfahren und Reiten ohne Zustimmung des Eigentümers nicht erlaubt, das Betreten ist mit Ausnahmen generell erlaubt.

Das Aneignen von Früchten ist ohne Zustimmung nicht erlaubt.

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