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BEZIRK KIRCHDORF. Am Sonntag, 20. März, wird in 22 Pfarrgemeinden der Katholischen Kirche im Bezirk ein neuer Pfarrgemeinderat gewählt. Derzeit engagieren sich 368 Personen in den Pfarrgemeinderäten des Bezirkes.

  1 / 8   Am Sonntag, 20. März, wird in 22 Pfarrgemeinden der Katholischen Kirche im Bezirk Kirchdorf ein neuer Pfarrgemeinderat gewählt. (Foto: PGRÖ)

Der Pfarrgemeinderat (PGR) ist ein Gremium in einer katholischen Pfarrgemeinde. Die Mitglieder beraten in regelmäßigen Sitzungen die Themen der Pfarre und treffen Richtungsentscheidungen. Sie tragen für das Leben und die Entwicklung der Pfarrgemeinde Verantwortung.

Der PGR setzt sich aus gewählten, delegierten, kooptierten und amtlichen Mitgliedern zusammen. Zu den amtlichen Mitgliedern gehören der zuständige Pfarrer (Pfarrprovisor, Pfarradministrator), die Pfarrassistenten und weitere pastorale Mitarbeiter. Delegierte werden unter anderem von der Katholischen Aktion und den Religionslehrern entsandt. Zumindest die Hälfte der Mitglieder des PGR wird alle fünf Jahre gewählt. Um bestimmte Gruppen oder Themen zu sichern, können weitere Mitglieder in den PGR kooptiert werden.

Kirche vor Ort gestalten

„In den nächsten fünf Jahren wird sich vieles in der Kirche in Oberösterreich verändern. Eine Kirche nahe bei den Menschen, das ist das Ziel. Es wird verstärkt um Solidarität, Spiritualität und Qualität gehen“, berichtet Bernadette Hackl, Pastoralassistentin in Kirchdorf: „Deshalb ist diese Pfarrgemeinderats-Periode wahrscheinlich eine der spannendsten. Sie bietet die Chance und Herausforderung, die Kirche vor Ort in der Pfarrgemeinde zu gestalten. Das braucht begeisterte Menschen mit Mut und Weitblick. Das braucht Menschen, die mittendrin sind – mittendrin im Leben und im Glauben. Ich bin dankbar, dass sich in unserer Pfarrgemeinde so viele Männer und Frauen engagieren. Das ist ein Segen! Weil es wichtig ist, wer mitdenkt, gestaltet und entscheidet, hat Deine Stimme Gewicht! Geh wählen.“

Wer ist wahlberechtigt?

Wahlberechtigt sind alle getauften Katholiken, die im Pfarrgebiet wohnen oder sich einer Pfarrgemeinde zugehörig fühlen und vor dem 1. Jänner 2022 das 16. Lebensjahr vollendet haben – im Bezirk Kirchdorf sind das 31.756 Katholiken. In manchen Pfarren dürfen auch gefirmte Jugendliche wählen, die nach dem 1. Jänner 2022 das 14. Lebensjahr vollendet haben.

Drei Wahlmodelle

Die Pfarren konnten sich im Vorfeld für eines von drei Wahlmodellen entscheiden. Gewählt wird etwa über das Kandidaten-Modell, bei dem durch Ankreuzen der Kandidaten am Stimmzettel zumindest die Hälfte der PGR-Mitglieder gewählt wird. Beim Urwahl-Modell werden die Wähler dazu aufgefordert, die Personen ihrer Wahl möglichst eindeutig zu benennen. Es werden keine Kandidaten vorgeschlagen. Nach der Wahl werden die gewählten Personen befragt, ob sie die Wahl annehmen. Beim Delegierten/Kandidaten-Modell werden wichtige Gruppen in den Orten eingeladen, aus ihren Reihen Delegierte für den PGR zu wählen. Darüber hinaus ist mindestens ein Drittel der PGR-Mitglieder durch eine öffentliche Kandidaten-Wahl oder Urwahl zu bestimmen.

Briefwahl möglich

Jede Pfarrgemeinde kann eine Briefwahl ermöglichen. Die Unterlagen müssen dazu vorab in der zuständigen Pfarre abgeholt werden und bis zum Wahlende wieder einlangen. Genaue Infos zur Wahl in den einzelnen Pfarren sowie die Orte der Wahllokale und die Uhrzeiten für die Stimmabgabe sind in den Aushängen und Verlautbarungen der Pfarren ersichtlich und oft auch auf den Internetseiten der einzelnen Pfarren abrufbar. Bekanntgabe des Ergebnisses Das Ergebnis der Pfarrgemeinderatswahl wird mittels Aushang bekanntgegeben. Dies geschieht meist noch am Wahltag selbst. Muss bei gewählten Kandidaten (Urwahl-Modell) erst ein Einverständnis eingeholt werden, kann die Verlautbarung auch bis zu einer Woche dauern.

PGR-Wahl am Beispiel von Kirchdorf

In der Pfarrgemeinde Kirchdorf findet die PGR-Wahl im Kandidaten-Modell statt. 20 Personen kandidieren dafür. Eine Besonderheit bildet die Wahl in bestimmten Kategorien. Im Vorfeld wurden drei Themenfelder ausgewählt, die für die Zukunft besonders wichtig sind: „Aufeinander zugehen“, „Spiritualität“ und „Unser neues Pfarrzentrum“. Männer und Frauen, denen das jeweilige Thema besonders am Herzen liegt, kandidieren in dieser Kategorie. Die meistgewählte Person einer Kategorie ist direkt Mitglied im Pfarrgemeinderat unabhängig vom Gesamtergebnis. Die anderen Kandidaten werden ihren Stimmen entsprechend in der Ergebnisliste gereiht.

Damit die Meinung von Jugendlichen mehr einfließen kann, dürfen in Kirchdorf gefirmte Jugendliche bereits ab 14 Jahren ihre Stimme abgeben. Alle Stimmberechtigten im Pfarrgebiet haben Briefwahlunterlagen zugestellt bekommen. So sollen viele zum Mitstimmen motiviert werden. Weitere Infos zur Wahl in Kirchdorf unter www.pfarre-kirchdorf-krems.at

Statements aus den Pfarren

„Neben einer einladenden Offenheit und Konfliktkultur sind mir besonders die Kinder und Jugendlichen in der Pfarre ein großes Anliegen. Sehr wichtig finde ich auch, dass wir als Pfarre immer auch den Blick auf die Menschen am Rande der Gesellschaft richten und dass wir uns viel Zeit für die Seelsorge nehmen.“ Petra Mistlberger, PGR-Obfrau Kremsmünster

„Ich arbeite im Pfarrgemeinderat mit, weil die Kirche Zukunft haben soll. Ich möchte meine Erfahrungen und Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen und Mitverantwortung tragen, damit die Vielfalt des Glaubens gelebt werden kann.“ Waltraud Gösweiner, PGR-Obmann-Stellvertreterin Spital am Pyhrn

„Es ist mir wichtig, dass in unserer Pfarre ein gutes Gesprächsklima herrscht. Mein Herz brennt noch immer dafür, mich für ein Leben aus der Liebe zu Gott und zu den Menschen einzusetzen. Die Pfarre bietet mir Gelegenheit, Ideen zu verwirklichen zum Wohle der Menschen unserer Pfarre.“ Helga Wöckl, PGR-Obfrau Nußbach

„Mir ist es wichtig, gute Gemeinschaft zu ermöglichen und zu fördern, das Leben in Grünburg mitzugestalten, Örtlichkeiten zur Verfügung zu stellen und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Ein sinnerfülltes Leben für viele Menschen ist ein anzustrebendes Ziel, dazu bietet die Pfarre zahlreiche Gelegenheiten.“ Heribert Singer, PGR-Obmann Grünburg

„Sitzungen, Diskussionen, Feiern und Feste – vieles im Pfarrleben gestalte ich mit. Gerne und mit Freude erledige ich die seelsorglichen, liturgischen, karitativen Bereiche und manchmal auch die finanziellen Anliegen. Durch diese Mitarbeit im PGR bin ich sehr bereichert worden und fühle mich beheimatet im ehrenamtlichen Engagement.“ Ingrid Kamerhuber, PGR-Obfrau Pettenbach

„Ich engagiere mich im PGR, weil ich mit eigenen Gedanken, mit meiner Bereitschaft, meine Zeit einzubringen, für andere im pfarrlichen Zusammenleben etwas bewegen kann. Gemeinschaft und respektvoller Diskurs sind wichtig. Im Pfarrleben finden Menschen Halt, fühlen sich verbunden und begegnen einander wertschätzend.“ Ingrid Höllhuber, PGR-Obfrau Wartberg


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