Stefan Steiner trainiert schon in Irland für die Pflüger-WM
KREMSMÜNSTER/KEMATEN AN DER KREMS. Pflüger-Routinier Stefan Steiner von der Landjugend Kremsmünster trainiert mit seinem Vater Johann Steiner bereits in Irland für die Pflüger-WM, wo von 21. bis 22. September die schönsten Ackerfurchen der Welt in Ratheniska gezogen werden.

Zum 67. Mal findet dieses Pflüger-Spektakel statt, das ursprünglich in Russland geplant und jetzt in Ratheniska, Co Laois in Irland über die Bühne geht. Stefan Steiner qualifizierte sich mit dem vorjährigen Bundessieg in der Klasse Beetpflug für seine zweite WM-Teilnahme in Irland. Vor fünf Jahren erpflügte Stefan Steiner im Dezember 2017 in Nakuru in Kenia den 5. Gesamtplatz und den Vize-Weltmeistertitel im Graslandpflügen. Für die eigentliche Gesamtwertung müssen die TeilnehmerInnen ihre zentimetergenaue Arbeit mit Traktor und Pflug sowohl auf dem Stoppelfeld, als auch auf Grasland perfekt beherrschen. Neben Stefan Steiner seht der Niederösterreicher Leopold Aichberger von der Landjugend Haag im Bezirk Amstetten in der Drehpflug-Klasse am Start.
Genauigkeit, Schnelligkeit und Konstanz gefragt
Das Pflügen gilt als die Königsdisziplin der landwirtschaftlichen Bewerbe: Genauigkeit, Schnelligkeit und Konstanz machen den praxisnahmen Wettbewerb bereits seit 1953 zu einem spannenden Besuchermagneten. Neben hartem Training ist die perfekte technische Ausrüstung wesentlich für den Erfolg. Die Tiefe der Furchen, gleichmäßige Abstände und die perfekte mechanische Abstimmung durch die Pflüger sind dabei grundlegende Erfolgsfaktoren.
Pflüger-Hochburg
Die Familie Steiner, die in Kematen an der Krems an der Grenze zu Kremsmünster wohnt, ist eine wahre Pflüger-Hochburg und verzeichnet jetzt bereits die fünfte WM-Teilnahme. Neben Stefan Steiner war auch sein älterer Bruder 2004 bei der Pflüger-WM in Limarady in Nordirland, wo er mit dem 3. Gesamtrang und dem Vize-Weltmeistertitel im Stoppelpflügen eine Silber- und eine Bronzemedaille gewann. Auch war schon Vater Johann Steiner bei zwei Pflüger-Weltmeisterschaften. 1985 mit dem 10. Gesamtrang in Odensee in Dänemark und bei der Heim-WM in Niederweiden (Niederösterreich) mit dem 4. Gesamtrang und dem Weltmeistertitel und der Goldmedaille im Graslandpflügen.
30 Nationen mit 60 Startern
Im Jahr 1953 fand die erste Pflüger-WM in Kanada statt. Seit dem Jahr 1958 nimmt Österreich an der WM teil und ist heute mit 15 Weltmeister- und sieben Vizeweltmeister-Titeln neben Irland die erfolgreichste Pflüger-Nation der Welt. 2005 trat Österreich erstmals in beiden Klassen – dem Beetpflügen und dem Drehpflügen an.
Die Gesamtwertung setzt sich aus den Ergebnissen von zwei Durchgängen zusammen. Die Teilnehmer müssen ihre Wettbewerbsgeräte sowohl auf dem Stoppelfeld, als auch auf Grasland perfekt beherrschen. Die österreichischen Teilnehmer können sich im Rahmen des Bundesentscheids Pflügen der Landjugend Österreich für die WM qualifizieren. Die Pflüger-WM wird von der Weltpflüger-Organisation (WPO) jedes Jahr in einem anderen Land veranstaltet. Rund 30 Nationen mit 60 Startern sind bei der Weltmeisterschaft teilnahmeberechtigt. Die internationale Delegation bei den Weltmeisterschaften (Starter, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter u.a.) umfasst rund 500 Personen. Österreich war bisher dreimal Veranstalter der Pflüger-WM.


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