Pater Samuel Lai von Bischof Manfred Scheuer zum Priester geweiht
SCHLIERBACH. Pater Samuel Lai, Zisterzienser des Stiftes Schlierbach, wurde von Diözesanbischof Manfred Scheuer in der Stiftskirche Schlierbach zum Priester geweiht.

Zahlreiche Gläubige waren bei strahlend schönem Sommerwetter in die frisch restaurierte Stiftskirche Schlierbach gekommen, um den Festgottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer und Abt Nikolaus Thiel zur Priesterweihe von Pater Samuel Lai OCist mitzufeiern. Unter ihnen waren Abt Reinhold Dessl von Stift Wilhering, Bischofsvikar Johann Hintermaier, Ewald Volgger Vertreter oö. Frauen- und Männerorden, der Generalvikar und Regens der Diözese Innsbruck Roland Buemberger, zahlreiche Gläubige aus der Pfarre Schlierbach und den Stiftspfarren, Pfarrer Friedrich Lenhart und Vertreter der Pfarre Ternberg, wo P. Samuel sein pastorales Einführungsjahr absolviert hat, sowie Gäste aus Graz, Wien, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Deutschland. Eine besondere Freude: Die Mutter und der Bruder von P. Samuel waren erstmals aus Vietnam angereist; der Vater, ein weiterer Bruder und andere Familienmitglieder feierten in Vietnam via Livestream mit.
Wie die Feiergemeinde war auch die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes bunt und vielfältig: Stiftschor und Orchester Schlierbach sowie der Chor des Konservatoriums für Kirchenmusik der Diözese Linz unter der Leitung von Wolfgang Mitterschiffthaler musizierten die „Credomesse“ von W. A. Mozart. An der Orgel waren Konservatoriums-Direktor Pater Ewald Nathanael Donhoffer OPraem und Domkapellmeister Andreas Peterl. Außerdem musizierte der vietnamesische Chor unter der Leitung von Mirjam Tran.
Abt Nikolaus Thiel richtete am Beginn des Festgottesdienstes herzliche Worte an seinen Mitbruder P. Samuel: „In fast zehn Jahren haben wir dich kennen gelernt, du bist einer von uns geworden und bereicherst unsere Gemeinschaft und all jene Bereiche, in denen du tätig bist. Danke für deine Bereitschaft, heute die Priesterweihe zu empfangen. Gott segne dich.“
Als Priester dazu berufen, Diener der Freude und der Schönheit zu sein
Bischof Scheuer betonte in seiner Predigt, P. Samuel sei als Priester Zeuge der Freundschaft mit Jesus. „In all den Erfahrungen der Fremdheit der Sprache und der Mentalität hier in Österreich hat P. Samuel gespürt: Da ist einer, der mich trägt und lenkt. Die Sendung eines Priesters ist es, zur Gemeinschaft und Freundschaft mit Gott und der Menschen untereinander zu verhelfen“, so Scheuer. Über die Jahre sei die Beziehung von P. Samuel zu den Menschen gewachsen, die er in der Seelsorge begleite: „Jetzt ist die Seelsorge und die Gemeinschaft von Freude geprägt – und seine Arbeit wird geschätzt. Das gibt Kraft.“
Von Jesus her sei Nachfolge als Sendung zu verstehen, wie der Bischof betonte: „Der Geist lässt Mauern und Barrieren überwinden, er dynamisiert die oft eng gezogenen Grenzen. Er bedeutet Bereitschaft zum Wagnis, zum Abenteuer; er schließt die Fähigkeit ein, Neuland unter die Füße zu nehmen und sich auf Unbekanntes einzulassen. P. Samuel hat uns das in den letzten Jahren gezeigt. Die Sendung Jesu ist es, zu nähren, zu heilen und zu befreien.“ Gott schenke Nahrung für den Hunger auf allen Ebenen: Dabei gehe es um das tägliche Brot, um die Grundbedürfnisse des Lebens, um Arbeit und gutes Wirtschaften, aber auch um den Sinnhunger, um die Nahrung der Stille und des Gebetes, die Nahrung der Schönheit und der Freude, um die Nahrung der Solidarität, der Freundschaft und der Gemeinschaft. Gottes Segen bedeute Heilung in persönlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Störungen. Und: Gott befreie aus der Knechtschaft und Sklaverei, aus Abhängigkeiten, Fesseln, Ängsten, Süchten, aus Nöten und Gefahren.
Berufung eines Priesters sei auch, Diener der Freude und Diener der Schönheit zu sein, so Bischof Scheuer weiter. Er erinnerte an den bekannten Ausspruch des hl. Augustinus: „Die Seele nährt sich an dem, was sie erfreut.“ Abschließend zitierte Scheuer aus dem Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ von Papst Franziskus: „Um aus tiefster Seele Verkünder des Evangeliums zu sein, ist es auch nötig, ein geistliches Wohlgefallen daran zu finden, nahe am Leben der Menschen zu sein, bis zu dem Punkt, dass man entdeckt, dass dies eine Quelle höherer Freude ist.“
Mag. P. Samuel Cao Tuyen Lai OCist
Anton Cao Tuyen Lai wurde am 8. 12. 1993 in Thai Binh (Vietnam) geboren und besuchte dort die Grund-, Mittel- und Oberschule. Nach der Matura 2011 besuchte Anton das Thai Binh College of Culture and Arts. 2012 kam er nach Österreich und wurde ständiger Gast im Kloster Schlierbach. Nach der Zeit des Kennenlernens wurde Anton im August 2014 als Novize in die Gemeinschaft aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Fr. Alberich. Am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, am 15. August 2015, legte Fr. Alberich die Einfache Profess ab. Im Herbst 2015 begann er in Innsbruck die Studienberechtigungsprüfung zu machen und begann an der Katholischen Fakultät das Studium der Theologie. Am 15. August 2018 legte er die Feierliche Profess ab und erhielt von Abt Nikolaus Thiel den Ordensnamen Samuel. Mit der Diplomprüfung schloss P. Samuel das Studium ab und begann das Pastorale Einführungsjahr in der Pfarre Ternberg. Am 6. Juni 2022 empfing er im Linzer Mariendom die Diakonenweihe. Seit 2021 besucht P. Samuel, seinem Talent folgend, auch das Konservatorium für Kirchenmusik der Diözese Linz.
Seinen Primizgottesdienst feiert P. Samuel Lai OCist am 25. Juni 2023 um 9.30 Uhr in der Stiftskirche Schlierbach. Nach der Primizfeier in seiner Heimat Vietnam wird P. Samuel ein Jahr als Kooperator in der Stadtpfarre Steyr tätig sein, im Herbst 2024 beginnt er ein weiterführendes Theologiestudium in Rom.


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