Trauriges Schicksal für einen Waldrapp
STEINBACH AM ZIEHBERG/MOLLN. Im Ortsgebiet der Marktgemeinde Molln entdeckte ein Bewohner einen schwer verletzten Waldrapp auf der Straße und alarmierte die örtliche Polizei. Diese kontaktierte spät abends die Tierrettung des Tierparadieses Schabenreith in Steinbach am Ziehberg, um dem bedrohten Vogel schnellstmöglich zu helfen.

Das Tierrettungsteam brachte den verletzten Waldrapp zügig in eine Tierarztpraxis nach Kirchdorf. Trotz aller Bemühungen und intensiver medizinischer Versorgung konnte dem Vogel jedoch nicht mehr geholfen werden. Die Verletzungen waren zu gravierend. Sein Schnabel war der Länge nach gespalten und abgebrochen, und beide Beine waren gebrochen. Der Vogel erlag seinen schweren Verletzungen.
Bedrohte Vogelart
Der Waldrapp (Geronticus eremita) zählt zu den am stärksten bedrohten Vogelarten weltweit. In Mitteleuropa waren Waldrappe bis ins 17. Jahrhundert heimisch, verschwanden jedoch aufgrund exzessiver Bejagung und der Jagd nach ihrem Fleisch, das als Delikatesse galt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten engagieren sich verschiedene Projekte für die Wiederansiedlung dieser faszinierenden Zugvögel in Europa. Mittlerweile leben rund 200 Tiere in den europäischen Alpen.
Trotz dieser Fortschritte ist die Bedrohung für die freifliegende Population noch immer nicht gebannt. Insbesondere in Italien ist Wilderei ein Hauptgrund für Verluste, während in Österreich ungesicherte Mittelspannungsleitungen verheerende Stromschläge für die Waldrappe bedeuten können.
„Der tragische Fund des schwer verletzten Waldrapps im Ortsgebiet von Molln berührt uns zutiefst und verdeutlicht die prekäre Situation dieser bedrohten Vogelart“, äußerte Harald Hofner, Tierheimleiter des Tierparadieses Schabenreith.


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