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PETTENBACH. Für berufstätige Eltern stellt sich oft die Frage, wer nach der Schule oder dem Kindergarten ihre Sprösslinge betreut. Denn nicht immer sind Großeltern in der eigenen Familie verfügbar. Der Katholische Familienverband OÖ bietet – als Ergänzung zu den institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen – den sogenannten Omadienst. Neun NannyGrannys, auch Leihomas genannt, gibt es im Bezirk Kirchdorf – eine davon ist Christine Moser aus Pettenbach.

  1 / 2   Christine Moser unterstützt seit 2021 Familie Prielinger indem sie regelmäßig die Kinder David und Simon betreut. (Foto: privat)

„Es ist eine sinnvolle Aufgabe und die Eltern sind sehr dankbar“, sagt Christine Moser, die seit drei Jahren Leihoma beziehungsweise NannyGranny von fünf Kindern in drei Familien ist. „Bei zwei Familien bin ich regelmäßig einmal in der Woche, bei einer nur nach Bedarf.“ Wenn gewünscht, holt sie die Kinder von Kindergarten oder Schule ab und betreut sie nachmittags oder abends. Da sie immer bei den selben Kindern ist, entsteht eine Beziehung zwischen ihnen. „Wir kommen gut miteinander aus. Die Kinder genießen es, dass ich Zeit für sie habe und mich danach richte, was sie gerne tun möchten.“ So wird beispielsweise gespielt, gebastelt oder gelesen. „Ich lese selbst gerne und habe eine Bilderbuchsammlung mit wirklich guten Kinderbüchern zu Hause. Ich nehme den Kindern gerne Bücher mit und es freut mich sehr, wenn sie dadurch gerne lesen.“

Viele schöne Momente erlebt

Natürlich gibt es auch Herausforderungen, wie in jeder Familie: Wenn die Kinder austesten, ob sie Süßigkeiten bekommen, wie lange sie Fernsehen dürfen oder wenn die Geschwister streiten. In die Erziehung mischt sich die NannyGranny nicht ein und richtet sich nach den Eltern. „Ich sage den Kindern schon, wenn mir etwas nicht gefällt, aber ich erziehe sie nicht“, betont die 69-Jährige, die schon viele schöne Momente als Leihoma erlebt hat: „Besonders schön ist es für mich zu sehen, dass ich den Kindern fehle, wenn ich mal länger nicht bei ihnen war.“

Als Mutter einer erwachsenen Tochter und gelernte Kindergartenpädagogin kann die Pettenbacherin gut mit Kindern umgehen: „Ich habe sie noch immer nicht satt. Ein Vorteil ist, dass man nur ein paar Stunden für sie verantwortlich ist und sie dann auch wieder abgeben kann.“

Basisseminar und Kindernotfallkurs

Im Bezirk Kirchdorf sind derzeit neun NannyGrannys an Familien vermittelt und freuen sich über die Bereicherung, die sie mit den Kindern erfahren. Um alle neu eingehenden Familienanfragen abdecken zu können, braucht der Omadienst Neuzugänge. „Wir suchen immer wieder nach NannyGrannys, die Familien unterstützen möchten“, erzählt Maria Mittermair, ehrenamtliche Omadienst-Leiterin der Zweigstelle Kirchdorf.

NannyGrannys betreuen Kinder zwischen drei und zehn Jahren ein bis zweimal pro Woche daheim, in ihrer gewohnten Umgebung. Nach einem ausführlichen Informationsgespräch geht es los. Zu Beginn der neuen Aufgabe sind ein eintägiges Basisseminar (nächster Termin am Dienstag, 16. April) und ein Kindernotfallkurs zu besuchen. Während der Tätigkeit sind die Betreuungspersonen versichert und erhalten zwischen 10 und 14 Euro pro Stunde sowie den Ersatz eventueller Fahrtspesen.

Wer Interesse daran hat, Nanny beziehungsweise Granny zu werden oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung braucht, meldet sich bei der Omadienst-Leiterin der Zweigstelle Kirchdorf, Maria Mittermair unter Tel.: 0650 8071002 oder per E-Mail an: omadienst-ki@familie.at

Weitere Infos: www.omadienst.info


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