Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Wie die Chor- und Orchestergemeinschaft Spital am Pyhrn die Karwoche und Ostern musikalisch gestaltete

Sophie Kepplinger, BA, 02.04.2024 08:25

SPITAL AM PYHRN. Karwoche und Ostern bedeuten für die Chor- und Orchestergemeinschaft Spital am Pyhrn stets eine intensive Zeit, in der all die Festivitäten in der Stiftskirche klanglich mitgestaltet werden. Ein Rückblick.

 (Foto: Chor- und Orchestergemeinschaft Spital/Pyhrn)
  1 / 3   (Foto: Chor- und Orchestergemeinschaft Spital/Pyhrn)

Den Auftakt bildete der Palmsonntag – er erhielt durch Gesänge von Kronsteiner, Reinthaler und Bruckner ein wahrlich feierliches Gepräge. Gründonnerstag und Karfreitag standen in Spital am Pyhrn musikalisch gesehen ganz im Zeichen des 2019 verstorbenen Kirchenmusikers Balduin Sulzer. Für beide Festtage hat der Komponist jeweils ein Proprium ersonnen – mit interessanter Instrumentierung, bei der besonders das Xylophon eine wichtige Rolle spielt. Charakteristisch für beide Kompositionen ist, dass sie in großer Klarheit und musikalischer Wahrhaftigkeit auf die überlieferten Geschehnisse des letzten Abendmahles beziehungsweise auf das Leiden und Sterben Jesu Christi Bezug nehmen, dabei aber dennoch nie das Hoffnungsvolle, Unerwartete, Ungewöhnliche aus den Augen verlieren. Die zeitgenössische musikalische Annäherung erleichtert es, beim Zuhören Bezüge zu jenen schrecklichen, unfassbar grausamen und ungerechten Geschehnissen von damals herzustellen. Sulzers beide Kompositionen zeichnet aus, dass sich selbst bei tieftrauriger Stimmung stets Perspektiven auftun, die von Hoffnung, Leichtigkeit und Zuversicht geprägt sind.

Bereits das „Proprium zum Gründonnerstag“ lud auf klangliche Weise zur Kontemplation über das letzte Abendmahl ein und auch B. Sulzers „Proprium zum Karfreitag“, das heuer in der Spitaler Stiftskirche uraufgeführt wurde, erzeugte eine hochkonzentrierte, meditative Stimmung. Die Musik durchdrang in ihrer Klarheit die Stille im Kirchenraum und spurte sich ihren Weg direkt in das tiefste Innere beim Zuhören. Ein straff gespanntes Gewebe aus dem Wechsel von einzelnen Instrumenten und -gruppen, Solistenstimmen, Chorgesang und Momenten absoluter Stille ließ die Anwesenden ganz Ohr sein. Am Karsamstag erklangen Gesänge von Kronsteiner, Fürlinger, Vulpius, Schein – und die mächtige Orgel meldete sich zurück: In beeindruckender Fülle prasselte ein gewaltiger, farbenreicher Klangrausch aus ihrem Inneren hernieder.

Tags darauf erhielt schließlich der Ostersonntag ein musikalisch fein orchestriertes Festkleid durch Johann Ernst Eberlins „Missa solemnis brevis“ sowie G.F. Händels prächtiges „Halleluja“ als krönenden Abschluss.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden