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BEZIRK KIRCHDORF. Die Einsätze aufgrund von Insekten, hauptsächlich Wespen, sind heuer im Bezirk Kirchdorf deutlich angestiegen. Dreimal mehr Patienten wurden im Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf aufgenommen als in den Sommermonaten des Vorjahres.

Wespen werden stark von süßen Düften und Nahrungsmitteln angezogen. (Foto: Winter)
  1 / 2   Wespen werden stark von süßen Düften und Nahrungsmitteln angezogen. (Foto: Winter)

Vor allem Wespen sind nach dem milden Winter und dem frühen Frühling heuer besonders lästig. Die Feuerwehren, die nur ausrücken, wenn Gefahr in Verzug ist, müssen heuer sehr oft Wespennester beseitigen. Die Einsätze haben sich oberösterreichweit von 4.455 (2023) auf bereits 10.889 Einsätze (bis 29. August 2024) mehr als verdoppelt. Auch im Bezirk Kirchdorf ist im Vergleich zum Vorjahr nach derzeitigem Stand eine starke Steigerung erkennbar. Bis Ende August wurden 352 Einsätze gemeldet, das sind fast dreimal so viele wie im gesamten Vorjahr (124 Einsätze).

Zwei bis drei Prozent aller Österreicher reagieren allergisch

Während die Insekten für die meisten Menschen nur Störenfriede sind, können sie für andere zur echten Gefahr werden. Etwa zwei bis drei Prozent aller Österreicher reagieren nach einem Stich allergisch auf das üblicherweise harmlose Gift von Biene oder Wespe. Die Symptome reichen von geschwollenen Armen und Beinen bis hin zu einer Reaktion, die sich auf den gesamten Körper ausweitet: Ausschlag und Juckreiz, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall bis zum Kollaps. Bei einem anaphylaktischen Schock besteht Lebensgefahr.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren werden die Mitarbeiter des Roten Kreuzes heuer besonders oft zum Einsatz „Allergischer Schock“ gerufen. Ebenso verzeichnet das Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum Kirchdorf eine deutliche Zunahme an Patienten, die das Klinikum wegen Insektenstichen oder -bissen aufsuchen. Waren es von Juni bis August 2023 28 stationäre Patienten, so gab es heuer 86 – dreimal so viele. Die meisten davon wurden nach Wespenstichen stationär aufgenommen.

Notfallmedikament immer dabei haben

Viele Betroffene erfahren erst von ihrer Allergie, wenn sie zum ersten Mal gestochen werden. Wer aber bereits davon weiß, sollte immer ein Notfallmedikament dabei haben und auch Freunde und Bekannte über die Allergie informieren, rät das Rote Kreuz. Generell heißt es im Freien aufpassen. Säfte und Speisen etwa immer abdecken oder wegräumen, bei Dosen und Flaschen am besten einen Strohhalm verwenden.

So hält man Wespen fern

Wer im Sommer ungestört im Freien essen möchte, kann mit Hausmittel Wespen fernhalten. Duftstoffe wie Zitronen mit Nelken oder ätherische Öle aus Lavendel und Pfefferminze können helfen, die Insekten abzuwehren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine Futterstelle mit reifen Früchten oder Zuckerwasser abseits des Essplatzes einzurichten, um die Wespen abzulenken. Hektische Bewegungen sollten vermieden werden, da sie die Tiere in Abwehrhaltung versetzen können.

Richtig reagieren bei Wespenstich

Wenn es dennoch zu einem Wespenstich kommt, ist schnelle Hilfe gefragt. Die Einstichstelle sollte sofort gekühlt werden, um Schwellungen und Schmerzen zu lindern. Auch das Desinfizieren der Wunde ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Hausmittel wie eine aufgeschnittene Zwiebel oder ein feuchter Löffel Backpulver können ebenfalls helfen, die Beschwerden zu mindern. Bei allergischen Reaktionen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei mehreren Stichen oder einem Stich im Mund- oder Rachenraum ist Vorsicht geboten, und medizinische Hilfe sollte schnellstmöglich in Anspruch genommen werden.


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