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"Unglaublich bereichernd und unbezahlbar": Warum sich eine Wartbergerin im Krisengebiet engagiert

Maya Lauren Matschek, 07.04.2026 15:26

WARTBERG/KREMS. Magdalena Penninger aus Wartberg an der Krems ist seit Jahren international für das Österreichische Rote Kreuz im Einsatz – aktuell im Libanon. Im Interview mit Tips erzählt sie, wie sie dort hilft, welche Erfahrungen aus ihrer Heimat ihr in Krisensituationen nützen und wie Menschen aus dem Bezirk Kirchdorf die Arbeit des Roten Kreuzes konkret unterstützen können.

  1 / 3   Magdalena Penninger aus Wartberg leitet seit Februar 2026 als Länderrepräsentantin das Österreichische-Rote-Kreuz-Team im Libanon. (Foto: Österreichisches Rotes Kreuz)

Magdalena Penninger ist seit Jahren international für das Österreichische Rote Kreuz im Einsatz. Die 34-jährige Sozialarbeiterin war unter anderem drei Jahre im Irak tätig und engagiert sich seit 2022 in Syrien und im Libanon. Seit Februar 2026 leitet sie als Länderrepräsentantin die Teams des Österreichischen Roten Kreuzes in beiden Konfliktregionen. Ihr Einsatz konzentriert sich vor allem auf Notunterkünfte, Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung. Dabei arbeitet sie eng mit dem Libanesischen Roten Kreuz zusammen und unterstützt besonders die Versorgung von Binnenvertriebenen in Beirut und Umgebung.

Trotz der Distanz zu ihrer Heimat bleibt der Kern ihrer Arbeit derselbe: Menschen in Not zu helfen.

Tips:Welche Werte oder Erfahrungen aus Ihrer Heimat in Wartberg helfen Ihnen heute konkret in Krisengebieten wie dem Libanon?

Penninger: Auch wenn Tausende Kilometer – und angesichts der humanitären Lage im Libanon sprichwörtlich Welten – zwischen Wartberg und Beirut liegen, bleibt der Kern meiner Arbeit derselbe: Menschen in Not zu helfen. Egal, ob direkt vor der Haustüre oder in einem anderen Teil der Welt. Meine Eltern haben mir vorgelebt, weltoffen zu sein und Solidarität zu zeigen.

Tips:Viele Menschen im Bezirk engagieren sich ehrenamtlich – etwa beim Roten Kreuz oder bei Feuerwehren: Welche Fähigkeiten aus solchen lokalen Strukturen sind Ihrer Meinung nach besonders wichtig für internationale Einsätze?

Penninger: Ich selbst bin 2012 auch über die freiwillige Tätigkeit als Rettungssanitäterin zum Roten Kreuz gekommen. Dort habe ich gelernt, in Stresssituationen Ruhe zu bewahren, mich schnell an neue Gegebenheiten anzupassen und Menschen in ihren schwierigen Lebenslagen unvoreingenommen zu begegnen. Darauf kommt es auch in den internationalen Einsätzen an. Außerdem lernt man im Rettungswagen sehr früh, dass man als Team mehr schafft.

Freiwilliges Engagement ist für einen selbst unglaublich bereichernd und für die Gesellschaft von unbezahlbarem Wert.

Im Österreichischen Roten Kreuz etwa sind fast 80.000 Menschen freiwillig tätig, in der Rotkreuz-Bewegung weltweit ganze 16 Millionen.

Tips:Was würden Sie jungen Menschen raten, wenn sie eine ähnliche internationale Laufbahn im humanitären Bereich einschlagen möchten?

Penninger: Viele denken, man müsse Ärztin oder Krankenpflegerin sein, um im Ausland helfen zu können, dabei ist der humanitäre Sektor sehr breit gefächert und geht weit über medizinische Berufe hinaus. Wir brauchen genauso Experten in der Logistik, im Finanzwesen oder in der Wasserversorgung.

Mein Tipp: Bleibt neugierig auf die Welt, lernt Sprachen und seid bereit, zuzuhören und von den Menschen vor Ort zu lernen!

Tips:Gibt es etwas, das Sie im Alltag im Libanon an Ihre Heimat erinnert?

Penninger: Ja, die Landschaft! Der Libanon ist ein wunderschönes, bergiges Land, das mich oft an unsere Gegend im Bezirk Kirchdorf erinnert. Wenn es die Sicherheitslage zulässt, ist das Wandern in den Bergen für mich eine wichtige Verbindung zu daheim. Derzeit ist das leider nicht möglich, was wirklich beunruhigend ist.

Tips: Wie können Menschen aus dem Bezirk konkret helfen?

Penninger: Am sinnvollsten sind Geldspenden, mit denen Hilfsgüter direkt vor Ort beschaffen werden. Das ist günstiger, unterstützt die lokale Wirtschaft und hilft den Menschen in Not sofort. Jeder Euro kommt direkt an.

Spenden für den Libanon:

Österreichisches Rotes Kreuz

IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144

BIC: GIBAATWWXXX

Erste Bank: BLZ 20.111

Kennwort: Naher Osten

Oder online unter https://wir.
roteskreuz.at/naher-osten bzw. www.wir.roteskreuz.at/naherosten-libanon

Hinweis: Spenden sind steuerlich absetzbar (www.bmf.gv.at)

Mehr lesen:www.roteskreuz.at/blog/libanon-magdalena-penninger


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