Hilfe für Menschen mit Beeinträchtigung, die Hürden am Arbeitsmarkt zu überwinden
KIRCHDORF AN DER KREMS. Für Menschen mit Beeinträchtigung ist es oft nicht einfach, eine Arbeit zu finden. Aurelia Wiesinger und Manuela Kemptner von der Miteinander GmbH in Kirchdorf unterstützen sie dabei.

Aussagen wie „So jemanden brauchen wir nicht“ hören die Mitarbeiter der Miteinander GmbH immer wieder, wenn sie eine Arbeit für einen beeinträchtigten Klienten suchen. Das ärgert sie zwar, doch es gibt auch Erfolgsgeschichten. „Speziell kleinere Firmen übernehmen bereits soziale Verantwortung“, berichtet Manuela Kemptner von der Arbeitsassistenz der Miteinander GmbH in Kirchdorf: „Manche Firmen kommen sogar von sich aus auf uns zu.“
150 Beratungen im Jahr
Seit 2008 vermittelt die Arbeitsassistenz der Miteinander GmbH in Kirchdorf Menschen mit Beeinträchtigung an den Arbeitsmarkt und unterstützt sie bei der Sicherung ihres Arbeitsplatzes. „Oft brauchen die Klienten Hilfe, damit sie es überhaupt auf den Arbeitsmarkt schaffen“, erklärt Kemptner. Das seien beispielsweise Umschulungen und Schuldnerberatungen. Auch bei der Lehrstellensuche helfen die Mitarbeiter. „Wir arbeiten mit dem Wifi Kirchdorf zusammen, suchen gemeinsam mit den Klienten nach passenden Lehrstellen und organisieren ein Praktikum“, erzählt Manuela Kemptner. Jedes Jahr werden rund 150 Menschen von der Arbeitsassistenz der Miteinander GmbH in Kirchdorf beraten. Finanziert wird das freiwillige und kostenlose Angebot vom Sozialministeriumservice.
Büro am Rathausplatz
Manuela Kemptner und ihre Kollegin Aurelia Wiesinger sind seit einem Jahr im neuen Büro am Rathausplatz in Kirchdorf zu finden. Dieses ist um viermal größer als die bisherigen Räumlichkeiten im Altenheim Kirchdorf. „Ich freue mich jeden Tag, wenn ich in die Arbeit fahren darf“, sagt Manuela Kemptner.
Barrieren und Hürden in den Köpfen
„Integration und Inklusion, also die Teilhabe an der Gesellschaft, lassen sich am allerschnellsten über die Arbeit verwirklichen“, betont Gerald Rechberger, Geschäftsführer der Miteinander GmbH und spricht von einer paradoxen Situation, denn „obwohl die Wirtschaft derzeit floriert, sind die Arbeitslosenzahlen von Menschen mit Beeinträchtigung in Österreich von 2007 bis 2017 um 140 Prozent gestiegen. Bis 2019 folgte ein weiterer Anstieg.“ So liege die allgemeine Erwerbsquote derzeit bei 77 Prozent und bei Menschen mit Beeinträchtigung bei 56 Prozent. Rechberger hat eine Erklärung dafür: „Es geht oft um Barrieren und Hürden in den Köpfen der Unternehmen. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu zeigen, was diese Menschen leisten und wie sie ein Unternehmen bereichern können.“


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