Wenig Optimismus bei den Arbeitnehmern
BEZIRK KIRCHDORF. Die arbeits- und sozialrechtlichen Beratungen der Arbeiterkammer wurden auch im vergangenen Jahr von vielen Menschen in Anspruch genommen. Ein Trend: Arbeitnehmer lassen sich aus Angst um den Job mehr gefallen.

Laut Österreichischem Arbeitsklima-Index glaubten im letzten Jahr nur mehr 57 Prozent der Arbeitnehmer an eine positive wirtschaftliche Zukunft. Diese Grundstimmung schlägt sich laut Franz Molterer, dem stellvertretenden Direktor der Arbeiterkammer OÖ, unter anderem darin nieder, dass Arbeitnehmer eher bereit sind, sich Rechtsverstöße gefallen zu lassen. „Viele wollen zwar genau wissen, was ihnen zusteht und vorenthalten wurde, verzichten aber aus Angst um den Arbeitsplatz auf die rechtliche Unterstützung durch die Arbeitkammer“, erklärte Molterer beim Pressegespräch in Kirchdorf.
Sehr häufig geht es in den Beratungsgesprächen der Arbeiterkammer, wie Bezirksstellenleiter Hannes Stockhammer informierte, um vorenthaltene Ansprüche der Arbeitnehmer. Kurze Verfallsfristen würden allerdings das Einfordern von Ansprüchen schwierig machen. Bei systematischen Falscheinstufungen und Unterentlohnungen, so Stockhammer, drohen mittlerweile empfindlich erhöhte Verwaltungsstrafen.
Die Arbeiterkammer Kirchdorf kann im Jahr 2015 auf einen Vertretungserfolg von insgesamt 1.344.722 Euro verweisen. 5298 Personen wurden in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen beraten. Neben den Beratungen und Rechtsvertretungen ist man auch mit vielen weiteren Aktivitäten in der Region präsent.


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