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SPÖ im Sommergespräch: "Man hat die Sozialpartner beim 12-Stunden-Arbeitstag still gelegt"

Leserartikel Carina Kerbl, BSc MSSc, 16.08.2018 12:11

BEZIRK KIRCHDORF. Bezirksparteiobfrau der SPÖ und Bürgermeisterin von Steinbach am Ziehberg Bettina Lancaster sprach beim Sommergespräch mit Tips über aktuelle Themen, wie den 12-Stunden-Arbeitstag und über ihre politischen Ziele.

Bettina Lancaster sprach mit Tips über aktuelle Themen aus dem Bezirk.
Bettina Lancaster sprach mit Tips über aktuelle Themen aus dem Bezirk.

Tips: Welche Themen beschäftigen die SPÖ derzeit im Bezirk?

Bettina Lancaster:Ein ganz aktuelles Thema ist die Gemeindefinanzierung-Neu. Dabei stellt sich die Frage, wie man als ländliche Gemeinde einen attraktiven Lebensraum schaffen kann. Dazu zählen die Kinderbetreuungs- und Freizeiteinrichtungen, leistbarer Lebensraum, Infrastruktur und öffentliche Verkehrsanbindungen. Doch dies zu finanzieren ist durch die Gemeindefinanzierung-Neu schwieriger geworden.

Tips: Wie sehen Sie die aktuelle Thematik um die kostenpflichtige Nachmittagsbetreuung in Kindergärten?

Lancaster: Die Situation mit der kostenpflichtigen Nachmittagsbetreuung für Kinder ist vor allem für Frauen ein Nachteil. Sie benötigen diese aber, um im Erwerbsleben dabei sein und auf eigenen Beinen stehen zu können. Es ist wichtig bei der Kinderbetreuung nicht nur ein leistbares, sondern auch ein qualitativ hochwertiges Angebot zu schaffen. In Steinbach am Ziehberg haben wir es sogar geschafft, eine geregelte Nachmittagsbetreuung für Volksschul- und Kindergartenkinder anbieten zu können.

Tips: Die Bundesregierung hat vor Kurzem die Einführung eines potentiellen 12-Stunden-Arbeitstages für Herbst 2018 beschlossen. Was halten Sie davon?

Lancaster: Ich sehe die Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages nicht als positive Entwicklung. Vor allem, weil man die Sozialpartner in gewisser Weise still gelegt hat, das heißt, man hat sie nicht zu Wort kommen lassen, da das Gesetz sehr schnell beschlossen wurde. Es gibt natürlich unterschiedliche Sichtweisen, aber in Österreich hat man sich bislang immer an einen Tisch gesetzt, darüber geredet und schließlich einen Mittelweg gefunden, der für alle stimmig war. Hier war das nicht so. Ich bezweifle auch die Freiwilligkeit, denn ein Arbeitnehmer wird sich immer innerlich dazu gezwungen fühlen, doch diese 12 Stunden zu arbeiten und ich erwarte noch viele Nachbesserungen bei diesem Gesetz.

Tips: Kürzlich fällte der Europäische Gerichtshof ein Urteil über den umstrittenen Bau zur 110-kV-Stromleitung im Almtal. Auch Sie als Bürgermeisterin von Steinbach am Ziehberg haben sich gegen die Freileitung und für ein Erdkabel ausgesprochen. Was sagen Sie nun zu dem Urteil, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung für dSoie Leitung durchgeführt werden muss?

Lancaster: Man kann sagen, dass sich Beharrlichkeit ausgezahlt hat. Ich hoffe nun auf ein Einsehen für das Erdkabel. Weiters finde ich es schade, dass man überhaupt ein Urteil vom Europäischen Gerichtshof benötigte und die Rechtslage nicht vorab klären konnte.

Tips: Was sind Ihre politischen Ziele und Wünsche für den Bezirk?

Lancaster: Ich wünsche mir, dass der Bezirk Kirchdorf weiterhin eine attraktive Wohnregion bleibt, die klar strukturiert ist. Mit regen und lebendigen Dorfgemeinschaften, die unseren Kulturraum bilden und dass die Stimme der Gemeinden im landes- und bundespolitischen Handeln stärker wird. 


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