Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

SPÖ-Bezirksvorsitzende Bettina Lancaster: "Klimafreundlich zu leben soll im Bezirk Kirchdorf möglich sein"

Susanne Winter, MA, 08.08.2019 12:07

BEZIRK KIRCHDORF. Tips sprach im Rahmen der Sommergespräche mit der SPÖ-Bezirksvorsitzenden Bettina Lancaster aus Steinbach am Ziehberg über aktuelle Themen wie den Hausärztlichen Notdienst, die Kinderbetreuung und den öffentlichen Verkehr im Bezirk Kirchdorf.

Bettina Lancaster beim Sommergespräch im Tips-Büro in Kirchdorf, Foto: Winter
Bettina Lancaster beim Sommergespräch im Tips-Büro in Kirchdorf, Foto: Winter

Tips:Wie sind Sie zur Politik gekommen und warum haben Sie sich der SPÖ angeschlossen?

Bettina Lancaster: Ich war zehn Jahre in Wien und nachdem ich in meinen Heimatort zurückgekommen bin, habe ich mich für die lebens- und familienfreundliche Gemeinde engagiert. Das hat mich total begeistert. Nach dem Auslaufen des Projektes war das politische Angebot der Sozialdemokraten für mich das Richtige, um da­rauf aufbauen zu können. Es hat mich interessiert, mehr zu tun, als nur ein Projekt abzuwickeln. Ich wollte auch steuernd und richtend in der Gemeinde aktiv sein, also mehr Verantwortung übernehmen.

Tips:Welche Themen beschäftigen die SPÖ derzeit im Bezirk?

Lancaster: Der Hausärztliche Notdienst hat im Süden des Bezirkes Kirchdorf ein Versorgungsdefizit. Der Süden soll – nicht auf Kosten des Nordens – auch ein adäquates Angebot erhalten.

Tips:Wie kann man Hausärzte in die Region holen?

Lancaster: Die Arbeitsbedingungen müssen verbessert werden, damit der Beruf wieder an Attraktivität gewinnt. Zudem muss der Beruf mit der Familie vereinbar sein, weil wir auch eine relativ hohe Frauenquote haben.

Tips:Gibt es bei der Kinderbetreuung noch Handlungsbedarf?

Lancaster: Gerade, weil das Projekt Worklife-Hub läuft, um Fachkräfte in die Region zu holen, muss auch das Umfeld stimmen. Es muss auch für den Lebenspartner des Facharbeiters ein Arbeitsplatz zur Verfügung stehen und eine adäquate Kinderbetreuung geben. Eine adäquate Kinderbetreuung sollte ein Standard in jeder Gemeinde sein. Ein gutes Angebot ist jedoch mit enormen Kosten für die Gemeinden verbunden und deshalb brauchen diese eine finanzielle Entlastung. Damit sich der Wirtschaftsraum Kirchdorf gut entwickelt ist Kinderbetreuung auch ein Wirtschaftsthema.

Tips:Was ist sonst noch nötig, um Fachkräfte in die Region zu holen?

Lancaster: Leistbare Wohnungen und Baugründe in den Gemeinden, die gut versorgt sind, damit auch junge Leute nach der Ausbildung wieder zurückziehen.

Tips:Wie kann der öffentliche Verkehr im Bezirk attraktiver werden?

Lancaster: Es braucht ein neues Mobilitätsmanagement. Neben kostengünstigen öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen wir ein „Regionalticket Oberösterreich“ für einen Euro pro Tag. Zudem ist der flächendeckende Ausbau des öffentlichen Verkehrs wichtig. Da braucht es neue Wege wie beispielsweise Micro-ÖV-Angebote, mit denen man zu den Hauptverkehrsadern kommt. Wenn man das Zweitauto wegbringt, werden auch nicht mehr so viele Parkplätze benötigt.

Tips:Wo sehen Sie im Bereich Tourismus noch Potenzial?

Lancaster: Im Süden sehe ich Potenzial im alpinen Skitourismus, wo schon viel genützt wird und noch Weiteres möglich ist. Insgesamt sehe ich aber ein großes Potenzial im sanften Tourismus mit wenig Eingriffen in die Natur.

Tips:Was halten Sie von der geplanten Erweiterung des Skigebietes Höss Richtung Vorderstoder?

Lancaster: Für mich steht an erster Stelle, so wenig wie möglich Eingriffe in die Natur zu machen. Wenn es wirtschaftlich rechenbar und nachhaltig ist, dann muss man auch an den Erhalt der Region denken, sonst haben wir leere Dörfer. Es müssen die Zahlen stimmen – also viele Nutz­nie­ßer in der Region und nicht einzelne Betriebe.

Tips:Was halten Sie von einer Nationalpark-Erweiterung?

Lancaster: Jetzt sollte man sich erst einmal die Erfahrungen des bestehenden Nationalparks ansehen und dann erst die möglichen Vorteile einer Erweiterung. Denn eine naturnahe Bewirtschaftung des ländlichen Raumes sehe ich auch als einen wesentlichen Standortvorteil, dabei denke ich beispielsweise an bewirtschaftete Klimawälder.

Tips:Der Personalmangel in der Pflege ist auch ein Thema. Wie kann hier angesetzt werden?

Lancaster: Die Attraktivität des Jobs muss steigen, wesentlich dabei sind die Arbeitszeiten und die Bezahlung.

Tips:Was sind die wichtigsten Maßnahmen für den Klimaschutz im Bezirk Kirchdorf?

Lancaster: Die öffentliche Mobilität zu fördern. Der Umstieg auf E-Mobilität wird eine Teillösung sein, das praktizieren manche Gemeinden bereits mit dem Car-Sharing. Zudem sollten klein­strukturierte landwirtschaftliche Betriebe, die viel für den Klimaschutz machen, gefördert werden – es braucht ordentliche Preise und ein anderes EU-Förderregime. Der Bezirksabfallverband ist gut aufgestellt und das Recycling der Volkshilfe ist ein gutes Angebot.

Tips: Wie und welche Einsatz­organisationen sollen besser unterstützt werden?

Lancaster: Da geht es vor allem um die persönliche Wertschätzung des Ehrenamtes. Speziell die Feuerwehren müssen finanziell besser unterstützt werden.

Tips:Was wäre Ihr Wunsch für die Zukunft des Bezirks?

Lancaster: Dass der Bezirk als Arbeitsregion attraktiv ist, dass von den Betrieben auch eine Vier-Tage-Woche angeboten wird und es keinen Arbeitskräftemangel gibt. Gute Lebensbedingungen für Familien und dass es möglich ist, klimafreundlich zu leben.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden