Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK KIRCHDORF. Der regionale Wirtschaftsmotor ist in den letzten Monaten des Jahres 2019 gut gelaufen. Aufgrund der Auftragsstände rechnet die Wirtschaftskammer Kirchdorf mit einem guten Jahresstart.

Die Unternehmen des Bezirks Kirchdorf sind weiterhin auf der Suche nach Fachkräften und Lehrlingen, wie bei den Berufserlebnistagen im November. Foto: Dietmaier

In den vergangenen Wochen wurde vonseiten der WKO Kirchdorf viele Gespräche mit Unternehmer geführt. Diese vermittelten eine grundsätzlich vorsichtige positive Grundstimmung. „Es ist äußerst schwierig, die richtigen Prognosen für das kommende Jahr zu stellen. Vor allem die Kurzfristigkeit von Auftragsvergaben und die Schnelllebigkeit unserer Zeit sind unberechenbare Faktoren geworden“, meint WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller.

Gedämpfter Optimismus

Wie weit das von den Wirtschaftsforschern vorausgesagte schwächere Wirtschaftswachstum sich regional durchschlägt, ist schwierig einzuschätzen. „Eher gedämpfter Optimismus ist bei den Unternehmen zu spüren“, fasst Aitzetmüller zusammen. Der Wirtschaftsstandort „Bezirk Kirchdorf“ ist grundsätzlich sehr stabil – was konjunkturelle Schwankungen betrifft – aufgestellt.

1.072 Arbeitgeberbetriebe

Vor allem die optimale Mischung von Klein- und Großbetrieben hat sich auch in der Vergangenheit bewährt. Immerhin fallen zwei Drittel aller Arbeitgeberbetriebe in die Kategorie bis zehn Mitarbeiter. Auch die Anzahl der Arbeitgeberbetriebe ist gestiegen. „Laut Statistik sind es derzeit 1.072 Betriebe, die Mitarbeiter beschäftigen. Das ist eine Steigerung von knapp fünf Prozent“, weiß der WKO-Obmann. Hinzu kommt noch, dass es sich bei fast 90 Prozent der Unternehmen um Familienbetriebe handelt. „Diese sind sehr stark mit der Region verwurzelt, sehr flexibel und arbeiten mit ihren Mitarbeitern sehr kooperativ. Das sind wichtige stabile Zukunftsfaktoren“, betont Aitzetmüller.

Export bleibt Fragezeichen

Das große Fragezeichen für das kommende Jahr ist der Export. In diesem Jahr war dieser Wirtschaftsfaktor noch sehr positiv. „Unser Wirtschaftsstandort ,Bezirk Kirchdorf“ und damit das Leben in der Region ist wesentlich von einem florierenden Export abhängig. Das muss uns bewusst sein“, sagt WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller. Es gibt gerade im Werkzeugbau viele international tätige Unternehmen, dar-unter einige Marktführer. Rund um diese Unternehmen sind viele „Zulieferbetriebe“ am Standort tätig. Würde der Export massiv schwächeln, würde das die Unternehmen treffen, was sich wiederum auf Mitarbeiter und letztendlich auf den Konsum vor Ort auswirken könnte. „Vor allem die Qualität und die Innovationskraft bei Produkten und Dienstleistungen ist aber national und international anerkannt. Daher gilt es generell, gut gestimmt in das neue Jahr zu gehen“, meint Aitzetmüller.

Fachkräftemangel bleibt bestimmendes Thema

Nach wie vor sind mehr als 900 offene Stellen beim AMS gemeldet. Für die WKO Kirchdorf ist diese Kennzahl ein wichtiger Zukunftsindikator. Ziemlich sicher sei, dass diese Zahl auch im kommenden Jahr relativ hoch bleiben werde. „Das Mitarbeiterpotenzial ist eines der wichtigsten Kennzahlen für eine zukunftsorientierte Entwicklung des Standortes ,Bezirk Kirchdorf“. Diesbezüglich muss alles unternommen werden, um Fachkräfte zu sichern“, betont der WKO-Obmann. „Es muss uns noch viel bewusster werden, dass die regionale Lebensqualität vom Arbeitskräftepotenzial abhängig ist.“ Die starke Ausprägung in der Sachgüterproduktion ist letztendlich von diesem Faktor wesentlich abhängig.

Geburtenstarke Jahrgänge gehen in den wohlverdienten Ruhestand

Die geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre werfen hier ihre Schatten voraus. Diese werden bzw. gleiten schon in diesen Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. „Aufgrund der nachfolgenden eher ,schwachen' Jahrgänge wird dieses Delta sehr groß bleiben. Eine entsprechende Zahl von Fachkräften wird benötigt, um die Produktivität und die Dienstleistungen weiter aufrecht halten zu können“, weiß Klaus Aitzetmüller.

Weniger neue Lehrlinge

Besonderes Augenmerk wird auf die Lehrlingsausbildung gelegt. Vor allem die relativ geringe Anzahl an „Lehrlingsstartern“ bereitet den Verantwortlichen der WKO Kirchdorf großes Kopfzerbrechen. Mit Ende November waren um 20 Prozent oder in absoluten Zahlen um fast 70 weniger Jugendliche im ersten Lehrjahr verzeichnet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Es wird daher unsere Aufgabe bleiben, die mit der Lehre verbundenen Zukunftschancen sowie die Notwendigkeit dieser Ausbildung für unseren Wirtschaftsstandort in den Fokus zu stellen“, sagt Aitzetmüller.

258 Jugendliche sind mit einer Lehre in ihre Berufslaufbahn gestartet

Immerhin zählt der Lebensraum pro Kalenderjahr mehr als 600 Jugendliche im Alter von 15 Jahren. Von dieser Gesamtanzahl würden die Ausbildungsbetriebe ca. 330 Personen benötigen. Leider sind es derzeit nur 258 Jugendliche, die mit einer Lehre in ihre Berufslaufbahn gestartet sind. „Das ist doch weit unter dem Bedarf der Lehrlinge, den der Wirtschaftsraum Bezirk Kirchdorf benötigen würde“, betont der WKO-Obmann.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden