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Wald und Acker kombinieren Schüler mit einer Agroforstwirtschaft am Gelände der Grüne Erde-Welt

Susanne Winter, MA, 12.05.2021 14:48

PETTENBACH/SCHLIERBACH. Ein zukunftsweisendes Projekt im Bereich Land- und Forstwirtschaft haben Schüler der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule (LFS) Schlierbach gemeinsam mit Grüne Erde in Pettenbach umgesetzt.

  1 / 5   Baumpflanzung für das Agroforstprojekt am Gelände der Grüne Erde Welt in Pettenbach. (Foto: Grüne Erde)

In den vergangenen Jahren waren Trockenheit und Dürre ein großes Problem in der Landwirtschaft. Eine zukunftsweisende Idee der ressourcenschonenden Bewirtschaftung haben nun Schüler der LFS Schlierbach am Gelände der Grüne Erde-Welt im Almtal in die Praxis umgesetzt: die sogenannte Agroforstwirtschaft, die auf einer Fläche die Umwelträume Wald und Acker kombiniert. Unterstützt wurden sie dabei vom Öko-Unternehmen Grüne Erde, das seine landwirtschaftlichen Felder an Bio-Bauer Andreas Hoffmann aus Inzersdorf verpachtet.

Bäume sowie Sträucher gepflanzt

Das Konzept der Agroforstwirtschaft für die landwirtschaftlichen Flächen von Grüne Erde wurde gemeinsam als Kooperationsprojekt erarbeitet. Das Expertenwissen brachte Josef Mörwald, Biobauer und Lehrer an der LFS Schlierbach, ein. Schüler der LFS bereiteten gemeinsam mit Andreas Hoffmann und den Gärtnern der Grüne Erde-Welt den Boden vor und pflanzten im Spätherbst 2020 die ersten Bäume sowie Sträucher. Weitere werden folgen. Das Projekt ist als Schau- und Referenzprojekt gestaltet und soll Schüler nachfolgender Jahrgänge ebenfalls inspirieren.

Rückzugsraum für Lebewesen

Konkret unterteilt die Agroforstwirtschaft Ackerflächen durch Baumreihen oder -streifen mit circa zwei Metern Breite. Diese werden in Abständen von circa 25 Metern angelegt und von Nord nach Süd ausgerichtet, um eine optimale Beschattung zu ermöglichen. Angepflanzt werden hochwachsende Obst-, Wertholz- oder Energieholzarten. Auf diese Weise entstehen positive Wechselwirkungen wie z. B. eine gesteigerte Bodenfruchtbarkeit, Erosionsschutz gegen Wind und Wasser sowie eine geringere Nährstoffentweichung ins Grundwasser. Baumwurzeln fungieren als Auffangnetz für die Nährstoffe, abgestorbenes organisches Material versorgt den Boden mit wertvoller Biomasse und Bäume dienen als natürliche Klimaanlage. Auch die Biodiversität profitiert von dem neu geschaffenen Rückzugsraum für Lebewesen.

Herausforderungen des Klimawandels

Die bei der Agroforstwirtschaft durchgeführte Kombination von Wald und Acker auf einer gemeinsamen Fläche hat Tradition: schon im Mittelalter prägten Streuobstwiesen, Kopfweiden, Schneitelbäume und Alleen die Landschaften. Heutzutage reagieren die ersten Landwirte mit Agroforstwirtschaft auf die vielfältigen Herausforderungen des Klimawandels.

Mit dem Agroforst-Projekt setzt die Grüne Erde-Welt ein Zeichen für nachhaltige Landwirtschaft der Region und bietet neue Möglichkeiten für ökologisches Wirtschaften, das Mensch und Natur gleichermaßen gerecht wird.


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