"Wie wohnen unsere Mitarbeiter in Zukunft?": Premiere für Worklifehub Wohngipfel
KIRCHDORF AN DER KREMS. „Wie wohnen wir und unsere Mitarbeiter in Zukunft?“ – rund um diese Frage drehte sich der erste Worklifehub Wohngipfel in Kirchdorf. Gemeinsam mit den Veranstaltern – der WKO Kirchdorf und der Initiative „worklifehub kirchdorfkrems“ – tauchten der Linzer Architekt Richard Steger, die AWO Zürich und die zahlreichen Besucher in dieses Thema ein.

In den nächsten 15 Jahren erreichen rund 13.800 Personen im Bezirk Kirchdorf das Pensionsalter. Nur etwa 9.400 Personen werden dagegen in diesem Zeitraum alt genug sein, um ins Berufsleben einsteigen zu können. „Wir kämpfen im Bezirk Kirchdorf bereits jetzt mit einem massiven Fachkräftemangel – der sich in Zukunft weiter verschärfen wird“, betont Kirchdorfs WKO-Obmann Klaus Aitzetmüller bei der Premiere des „Worklifehub Wohngipfels“ in Kirchdorf.
Menschen für die Wohn- und Arbeitswelt im Bezirk Kirchdorf begeistern
Bis zum Jahr 2030 werde sich laut Aitzetmüller ein Fachkräftebedarf von 12.200 Menschen in der Region Kirchdorf, Steyr und Steyr-Land ergeben. „Wir müssen Arbeitnehmer für unsere Region begeistern. Nur durch Zuzug und einer Erhöhung der Teilzeitquote können wir diese Arbeitsplätze besetzen“, so Aitzetmüller.
Der geplatzte Traum vom Einfamilienhaus
Doch wer junge Familien, Fachkräfte und Arbeiter in die Region holen will, muss ihnen auch einen Platz zum Wohnen anbieten können. „Wir werden in Zukunft nicht mehr jedem neuen Bürger einen Platz für ein Einfamilienhaus anbieten können“, so Schlierbachs Bürgermeisterin Katharina Seebacher. „Das wird sich auch nicht mehr jeder leisten können“, ergänzt Gerhard Obernberger, Bürgermeister von Kremsmünster. „Es wird einen Mix aus verschiedenen Wohnformen brauchen“, stimmt Micheldorfs Bürgermeister Horst Hufnagl seinen beiden Kollegen zu.
Die Wohnhäuser der Zukunft
Der Wirtschaftsstandort Bezirk Kirchdorf braucht also Zuzug, die Wohnflächen sind aber begrenzt. Was also tun? Genau im Zeichen diese Frage stand der erste Worklifehub Wohngipfel in Kirchdorf. In interessanten Präsentationen brachten die Vortragenden Inputs und Ideen, wie die Wohnformen der Zukunft in der Region aussehen könnten – und vielerorts bereits umgesetzt wurden. Unter anderem stellte der Linzer Architekt Richard Steger mehrere Projekte vor.
Platzsparend und leistbar: Vom Leben im Tiny House
Richard Steger beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit dem Thema „Wohnen im ländlichen Raum“. Er stellte 12 Projekte vor, die als Vorreiter in Sachen nachhaltiges, gemeinschaftliches, leistbares und naturnahes Wohnen gelten. Eines davon: das Tiny House. „Ein Tiny House ist nicht größer als ein LKW-Anhänger, verbraucht damit wenig Platz, ist transportierbar und knüpft an den Minimalismus-Gedanken an“, so Steger. Aber auch das sogenannte „Co-Housing“ sei ein interessantes Modell. Dabei leben in einem Wohnhaus mehrere Parteien. Das Haus ist dabei in die jeweiligen privaten Wohnräume sowie in gemeinschaftliche Bereiche aufgeteilt.
Das erste Holz-Hochhaus der Welt steht bald in der Schweiz
Online zum Wohngipfel zugeschaltet wurde Christina Winder von der Außenwirtschafsorganisation der WKO in Zürich. In der Schweiz herrsche derzeit ein Holzbauboom, berichtete Winder. In der Lokstadt, Winterthur, soll nun sogar ein Wohnhochhaus aus Holz gefertigt werden. 100 Meter hoch soll das Hochhaus „Rocket“ in den Schweizer Himmel ragen, zum großen Teil aus Holz gebaut. Der Nachhaltigkeits-Gedanke ist auch hier vertreten – und optisch schöner als herkömmlich gebaute Hochhäuser wird es allemal.
Gelungene Premiere des Worklifehub Wohngipfels
„Es gibt schon so viele tolle Ideen. Diese gilt es jetzt aufzugreifen und zu schauen, welche davon auch in unsere Region passen könnten“, so Moderator Mario Pramberger. Eines stehe jedoch schon fest: „Das war sicher nicht die letzte Veranstaltung dieser Art“, so Worklifehub-Sprecher Rene Haidlmair.


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