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Suche nach Investor für das Kleinwasserkraftwerk Trattenbach 

Maya Lauren Matschek, 14.01.2026 16:14

SPITAL/PYHRN. Mehr Unabhängigkeit von ausländischen Energie- und Stromlieferanten – dieses Ziel steht im Mittelpunkt des geplanten Kleinwasserkraftwerks Trattenbach in Spital am Pyhrn. Nach rund 15 Jahren Vorlaufzeit liegen nun alle Genehmigungen vor und die Suche nach einem Investor läuft.

Vizebürgermeister von Spital am Pyhrn Dieter Radhuber und Landesrat Martin Winkler (beide SPÖ; v. l.) präsentierten das geplante Kleinwasserkraftwerk Trattenbach als regionales Vorzeigeprojekt für mehr Energieunabhängigkeit. (Foto: MecGreenie)

Das geplante Kleinwasserkraftwerk Trattenbach soll jährlich etwa 4.700 Megawattstunden (MWh) Strom erzeugen. Bezogen auf den gesamten Stromverbrauch der Gemeinde, inklusive Gewerbe und kommunaler Einrichtungen, entspricht dies rund einem Fünftel des jährlichen Bedarfs.

„Mit dieser Menge könnten alle 1.125 Haushalte in Spital am Pyhrn versorgt werden. Zusätzlich stünden noch über 1.200 Megawattstunden für kommunale Einrichtungen wie Schulen oder das Schwimmbad bereitgestellt werden“, erläutert SP-Vizebürgermeister von Spital am Pyhrn Dieter Radhuber.

Die Investitionskosten für das Projekt belaufen sich derzeit auf rund 8,5 Millionen Euro, die jährlichen Betriebskosten auf etwa 73.000 Euro. 

Radhuber: „Chance für viele Generationen“

„Unser Projekt ist eine Chance für viele Generationen“, sagt der Ortschef. Die Bürgerschaft könnte von Strompreisen zwischen fünf und zwölf Cent pro Kilowattstunde profitieren. Daraus würden jährliche Erlöse zwischen 232.000 bis 557.000 Euro resultieren.

Derzeit deckt die Gemeinde rund 50 Prozent ihres Energiebedarfs mit fossilen Energieträgern. Das Kleinwasserkraftwerk könnte diesen Anteil um acht Prozent reduzieren.

Lange Bewilligungsdauer verteuerte das Projekt

Ein zentrales Problem des Projekts waren die langwierigen Genehmigungsverfahren. Erst nach 13 Jahren erteilten die Behörden den positiven Naturschutzbescheid. „Aufgrund dieser Verzögerungen haben sich die Investitionskosten nahezu verdoppelt“, erklärt Radhuber. Auch ein Wiederstreitverfahren habe das Projekt zusätzlich verzögert.

Finanzierung und Sperrminoriät

Ursprünglich wollte die Gemeinde eine Mehrheit an der Betreiber-GmbH halten. „Durch die Gemeindefinanzierung Neu ist dies jedoch nicht möglich, weshalb die Gemeinde nun eine Sperrminorität von mindestens 25 Prozent plant“, sagt Landesrat Martin Winkler (SPÖ). Der verbleibende Teil der Investition soll durch einen externen Investor getragen werden.

„Da die Gemeinde die Investitionssumme nicht alleine stemmen kann, suchen wir derzeit einen Investor“, betont Radhuber. „Es gibt bereits Interessenten, unter anderem zeigt die Energie AG seit zwei Monaten Interesse. Eine Entscheidung über die Partnerwahl soll im neuen Jahr fallen.“

Bisherige Verzögerungen und öffentliche Interessenabwägung

„Neben der Gemeinde gab es ursprünglich auch einen privaten Betreiber, der das Projekt realisieren wollte“, erklärt der Spitaler Vizebürgermeister die Projektdauer, und:  „Nach Abwägung des öffentlichen Interesses wurde das Kraftwerk der Gemeinde zugeteilt. Wasserrechtlich und naturschutzrechtlich liegen alle Genehmigungen vor – die Umsetzung scheiterte bisher vor allem an der Finanzierung und den gestiegenen Investitionskosten.“


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