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Bürgermeister Ringhofer und WKO-Bezirksobfrau Staudinger sehen Chancen durch Bosrucktunnel für Kirchdorf

Maya Lauren Matschek, 30.03.2026 10:30

KIRCHDORF. Mit dem geplanten Neubau des Bosrucktunnels rückt ein zentrales Infrastrukturprojekt für die Pyhrnbahn einen Schritt näher. Seit 2026 läuft das Trassenauswahlverfahren, der Baustart ist nach aktuellem Stand allerdings erst nach 2030 zu erwarten. Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Bezirk Kirchdorf sehen dennoch bereits jetzt Chancen für die Region.

Ein Zug der ÖBB fährt aus dem Nordportal des Bosrucktunnels bei Spital am Pyhrn – der bestehende Tunnel ist derzeit eingleisig. (Foto: ÖBB/MecGreenie)

„Eine Aufwertung der Pyhrnbahnstrecke bedeutet zusätzliche Möglichkeiten für Kirchdorf“, sagt SP-Bürgermeister Markus Ringhofer. Auch wenn der Baubeginn des neuen Bosrucktunnels noch in der Ferne liegt, gelte es, die Rahmenbedingungen frühzeitig weiterzuentwickeln. „Durch diesen Bahnausbau kann es unter anderem möglich werden, in Kirchdorf zu wohnen und in Graz zu arbeiten“, so Ringhofer.

Mehr Verbindungen stärken den Standort

Bereits mit dem aktuellen Fahrplan habe sich das Angebot verbessert: Acht tägliche Direktverbindungen führen zwischen Graz und Linz über Kirchdorf, ebenso viele in die Gegenrichtung. Damit gewinne der Standort weiter an Bedeutung – auch im Zusammenhang mit geplanten Alltagsradrouten im Traunviertler Alpenvorland. Zusätzlich sieht der Bürgermeister Potenzial im Tourismus, etwa durch kombinierte Angebote aus Rad und Bahn.

Wirtschaft fordert Ausbau seit Jahren

Auch die regionale Wirtschaft bewertet die Entwicklung positiv. „Der Start des Trassenauswahlverfahrens für den neuen Bosrucktunnel ist ein wichtiger erster Schritt“, erklärt Doris Staudinger, Obfrau der WKO Kirchdorf. Der zweigleisige Ausbau der Strecke stehe seit mehr als 20 Jahren auf der Forderungsliste der Wirtschaftskammer.

Kürzere Fahrzeiten als Ziel

Mit dem Ausbau werde der Standort besser erreichbar und damit attraktiver. „Die Fahrzeiten in wichtige Wirtschaftsräume – egal ob im Süden oder im Norden – werden wesentlich verkürzt“, so Staudinger.

Laut ÖBB ist eine Reduktion der Fahrzeit zwischen Linz und Selzthal von derzeit rund 105 Minuten auf etwa 75 Minuten geplant. Davon würden Unternehmen ebenso profitieren wie Arbeitnehmer, insbesondere Pendler aus dem Süden des Bezirks. Auch für den Tourismus eröffne die bessere Bahnanbindung zusätzliche Chancen.

Baubeginn erst nach 2030 realistisch

Das Trassenauswahlverfahren für den neuen Bosrucktunnel soll voraussichtlich bis 2028 abgeschlossen werden. In weiterer Folge sind Genehmigungsverfahren, darunter eine Umweltverträglichkeitsprüfung, vorgesehen. Bis zu einem tatsächlichen Baustart werden daher noch mehrere Jahre vergehen.


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