A9-Verkehr steigt, beim Bosrucktunnel gibt es Fragezeichen
BEZIRK KIRCHDORF/KREMS. Der geplante Neubau des Bosruck-Bahntunnels sorgt für Diskussionen über den weiteren Zeitplan. Kirchdorfs OÖVP-Bezirksparteiobmann Christian Dörfel kritisiert fehlende Budgetansätze für die Jahre 2030 bis 2032. Die ÖBB verweisen darauf, dass derzeit die Trasse ausgewählt wird und die Mittel für die anschließende UVP-Planung erst ab 2033 vorgesehen sind.

Laut aktueller Messung der ASFINAG von Mai 2026 liegt das Verkehrsaufkommen auf der A9 im Bereich Spital am Pyhrn bei 22.164 Fahrzeugen pro Werktag über 24 Stunden. Davon sind 6.332 Schwerfahrzeuge und 15.832 Pkw. Gegenüber Mai 2016 stieg die Zahl der Schwerfahrzeuge um 28,5 Prozent, jene der Pkw um 20,5 Prozent.
Dörfel sieht darin einen weiteren Grund, den Güterverkehr stärker auf die Schiene zu verlagern. „Die jetzt von den ÖBB vorgelegten Daten zu den Budgets für die Planungsphase werfen Fragen auf und beinhalten darüber hinaus jahrelange Leerläufe bei dem Projekt“, kritisiert der Kirchdorfer OÖVP-Bezirksparteiobmann.
Trassenauswahl läuft bis 2028
Mit dem Start der Arbeiten zur Trassenauswahl 2026 hat laut ÖBB auch der erste Teil des planungsbegleitenden Dialogs mit der Region begonnen. Das Verfahren soll rund zwei Jahre dauern und voraussichtlich bis 2028 laufen. Derzeit werden die Grundlagen erarbeitet, danach mögliche Trassen definiert und schließlich die am besten geeignete Trasse ausgewählt.
Anschließend folgen die weiteren Planungen für die Genehmigung des Projekts. Dazu gehört auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). „Der Zeitplan für die UVP-Einreichplanung und die Bauphase ist von der endgültigen Trassenauswahl sowie von der künftigen budgetären Situation abhängig und kann noch nicht abgeschätzt werden“, teilen die ÖBB mit. Die Planungsmittel für die UVP-Planung seien daher erst ab 2033 vorgesehen.
Keine Budgetansätze für 2030 bis 2032
Dörfel bezieht sich auf einen Vergleich früherer Projektpläne mit dem aktuellen ÖBB-Rahmenplan 2027 bis 2032. Darin zeigten sich für 2027, 2028 und 2029 massive Kürzungen bei den Budgets für das Tunnelprojekt. Für 2030, 2031 und 2032 gebe es überhaupt keine Budgetansätze. Erst ab 2033 seien wieder finanzielle Vorkehrungen für einen Vortrieb des Projekts vorgesehen.
„Das riecht stark nach Verzögerung auf Kosten der Lebensqualität und der Leistungsfähigkeit unserer Region“, sagt Dörfel. Er fordert Tempo und Klarstellungen von den ÖBB.
Hanke verweist auf erste Planungsphase
Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) bezeichnet den Neubau des Bosrucktunnels als zentrales Vorhaben für die Verkehrsinfrastruktur Oberösterreichs und für die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene. „Genau deshalb wird das Projekt konsequent vorangetrieben“, sagt Hanke.
Das laufende Trassenauswahlverfahren sei ein notwendiger Planungsschritt. Dessen Ergebnis sei für den weiteren Zeit- und Kostenrahmen maßgeblich. „Die finanziellen Mittel für die erste Planungsphasen sind im Rahmenplan eingestellt“, so Hanke.
Steinkellner fordert klare Zusagen
Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) unterstützt die Forderung nach mehr Tempo und Planungssicherheit. Der Bosrucktunnel sei für eine künftig leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung von Prag über Linz und Graz bis nach Slowenien von zentraler Bedeutung.
Steinkellner fordert von Bundesregierung und ÖBB klare Zusagen, einen belastbaren Zeitplan und eine gesicherte Finanzierung. „Oberösterreich hat sich bei einem Projekt dieser Größenordnung Verlässlichkeit verdient – und keine jahrelange Warteschleife“, betont er.
Die ÖBB verweisen unterdessen darauf, dass bis zu den nächsten Fortschreibungen des Rahmenplans vertiefte Erkenntnisse zur zukünftigen Entwicklung vorliegen sollen. Diese sollen den weiteren Zeitplan beeinflussen.








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