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KLEINZELL. 300 Kinder im Alter von sechs Monaten bis 18 Jahre sind für ein Jahr die Familie von Bernadette Bauer. Die Kleinzellerin arbeitet seit Anfang des Jahres in einem Kinderdorf in Guatemala, wo sie sich als Ergotherapeutin um beeinträchtigte Kinder kümmert, die ohne Eltern aufwachsen müssen. Auch wenn anfangs Ängste und Zweifel mitspielten, haben jetzt das Leben, die Kultur und die Menschen in Guatemala die junge Mühlviertlerin voll gepackt.

  1 / 4   Seit sechs Monaten arbeitet Bernadette Bauer als Ergotherapeutin in einem Kinderdorf in Guatemala, wo sie Teil einer großen Familie mit 300 Kindern und vielen Volontären geworden ist.
„Mehr und mehr lerne ich die guatemaltekische Lebensweise anzunehmen und mir ihren Lebensstil anzueignen, zu versuchen, alles mit größter Ruhe und Gelassenheit anzugehen und die Momente zu erleben und wahrzunehmen, wie sie gerade auf einen zukommen“, sagt Bernadette Bauer, die nun ein halbes Jahr in Lateinamerika lebt. Gemeinsam mit weiteren 24 Volontären aus der ganzen Welt betreut sie 300 Kinder. „Diese haben zum Teil keine Familien oder kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen mit Armut, Gewalt, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Die Philosophie in den NPH-Kinderdorfern ist es, für die Kinder eine Familie zu sein und ihnen Sicherheit und die Chance auf Schulbildung und berufliche Ausbildung zu geben“, erklärt die in Kleinzell aufgewachsene Ergotherapeutin. NPH steht übrigens für „Nuestros pequenos Hermanos“ – unsere kleinen Brüder und Schwestern. Bernadette ist für die Kinder eine große Schwester, die sie mit Fragen im „süßesten Spanisch“ bombardieren. „Nicht selten vergräbt sich auch der eine oder andere in meinen Haaren und fragt mich völlig verwirrt, wie man denn bloß als blonde Colocha (Lockenkopf) auf die Welt kommen kann“, erzählt Bernadette.   Kinder lernen, auf eigenen Beinen zu stehen Das Kinderdorf umfasst eine Klinik, Kindergarten, Schulen, Sportplätze, aber auch Bäckerei, Schneiderei, Tischlerei, Malerei, wo die Jugendlichen berufsspezifische Ausbildungen machen können. Bernadettes Arbeitsplatz hat sie ziemlich vom Hocker gehauen: „Ich habe hier einen zweistöckigen Ergotherapie-Raum, der ausgestattet ist mit Kletterwand, Schaukel, verschiedensten Therapiematerialien und allem was das Herz einer Ergotherapeutin begehrt.“ Hier versucht sie auf spielerische Art die Selbständigkeit der einzelnen Kinder zu fördern, um später mal selbständig, unabhängig und auf eigenen Beinen leben zu können und „nicht tagtäglich auf die Hilfe anderer angewiesen sein zu müssen. Von trotzig, lustig, hyperaktiv, unruhig, kognitiv sehr schwach bis zu physisch stark eingeschränkt, traumatisiert oder verschlossen sehe ich hier so ziemlich alles. Eins aber steht für mich fest: Jedes einzelne Kind sprüht auf seine eigene Art nur so von einer interessanten Persönlichkeit mit ganz vielen unterschiedlichen Charakterzügen und Lebensgeschichten, die hinter diesen kurzen Lebensjahren schon liegen“, ist für die Volontärin die Arbeit eine Bereicherung. Sie weiß aber auch das Land selbst zu schätzen – ein „Land der tausend Früchte, Farben und lateinamerikanischen Klänge“, wie es Bernadette beschreibt. „Dass ich täglich gleichzeitig  mit der Sonne am Morgen aufwachen kann, die Vulkane und das schöne Naturschaupiel immer im Hintergrund sehe, den angenehmen tropischen Duft in der Nase habe – das alles will ich schon gar nicht mehr missen.“ 

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