Für den Glasfaser-Ausbau müssen alle zusammenhalten
BEZIRK ROHRBACH. Den flächendeckenden Ausbau der Glasfaser-Infrastruktur in allen Gemeinden des Bezirkes sowie Herzogsdorf hat die Leaderregion Donau-Böhmerwald in Angriff genommen. Bei den beiden Infoabenden zu diesem Thema, ehe die weiteren wegen dem Coronavirus abgesagt werden mussten, appellierten die Experten vom Breitbandbüro OÖ zum Zusammenhalt.

„Theoretisch haben wir in der ganzen Region tolles Internet mit Download-Geschwindigkeiten von 30 Mbit pro Sekunde. Aber man müsste der Einzige sein, der in einer Mobilfunkzelle drinnen ist. Je mehr sich diese teilen, umso schlechter wird die Versorgung“, berichtete Volker Dobringer vom Breitbandbüro OÖ beim Infoabend in Kleinzell. Das konsumierte Datenvolumen in einer Familie verdoppelt sich alle 14 Monate. „Zehn Familien, die den Streaming-Dienst Netflix nutzen, haben 2019 so viel Datenvolumen verbraucht, wie 1997 weltweit verbraucht wurde“, zeigt Dobringer auf.
Internet in allen Lebensbereichen
Es geht aber nicht nur ums Filme und Serien schauen, Musik hören oder Fotobücher gestalten: Smarte Anwendungen in den Haushalten, Home-Office, Internetbanking, die 24 Stunden-Pflegekraft oder der Melkroboter brauchen eine schnelle Internetverbindung über Glasfaser. „Vor 40 Jahren wurde über die Festnetz-Telefone diskutiert, 7.000 Schilling Anschlussgebühr waren damals zu zahlen. So wie damals müssen wir auch heute bei der Glasfaser-Infrastruktur zusammenhalten“, betonte Dobringer. Denn: 60 Prozent der Haushalte im förderfähigen Gebiet müssen eine Interessensbekundung abgeben, damit der Glasfaser-Ausbau erfolgen kann.
Netztest machen
Dobringer und seine Kollegin vom Breitbandbüro OÖ Sabine Griesmann empfehlen jedem, einen Netztest zu machen. Denn „oft wird von den Providern viel mehr versprochen, als geliefert wird. Abgerechnet wird aber trotzdem der volle Tarif.“ Mit dem RTR-Netztest (www.netztest.at) kann man einfach überprüfen, ob die aktuelle Bandbreite den Erwartungen entspricht. Unterversorgungen sollten bei der jeweiligen Gemeinde gemeldet werden.
Solche Netztests sollen auch an Schulen gemacht bzw. die Schüler selbst für das Thema sensiblisiert werden. Denn gerade Jugendliche brauchen eine ordentliche Infrastruktur für den raschen und stabilen Zugriff auf Lehrmaterial, das in einer Cloud liegt, für Onlinerecherchen oder den Zugriff auf Onlinekurse.
Ehrenamtliche loten Interesse aus
Bis Juni sammeln ehrenamtliche Breitbandbeauftragte in den Gemeinden Interessensbekundungen. In den Breitband-Regionen Hansbergland sowie Steinerne Mühl und auch in einigen Gemeinden hat man die notwendigen 60 Prozent bereits erreicht. Im Dezember soll dann ein Infrastrukturplan für die ganze Region fertig sein. Nach Einreichung und Genehmigung der Fördermittel könnte im optimalen Fall ab 2022 mit der Errichtung der Infrastruktur begonnen werden.
Alle Infos zum regionalen Breitbandkonzept gibt es unter www.donau-boehmerwald.info/breitband.html


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden