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KÖNIGSWIESEN. „Die Polizei war eine Lebensschule für mich“, sagt Josef Leitner. Der Königswiesener ist am 1. März nach 40 Jahren im Exekutivdienst als Kommandant der Polizeiinspektion Königswiesen in Pension gegangen. Im Tips-Gespräch blickt Leitner auf seine Laufbahn zurück.

  1 / 3   Freudentag: Eröffnung des neuen Postens Königswiesen im August 2003: LH Josef Pühringer, Josef Leitner, Bgm. Johann Holzmann, Innenminister Ernst Strasser (v.l.) Foto: Polizei

„Laut meinem ehemaligen Volksschuldirektor wollte ich schon als kleiner Bub Polizist werden“, erzählt Josef Leitner, Jahrgang 1958. Aufgewachsen mit drei Geschwistern auf einem Bauernhof war er eigentlich als Hoferbe vorgesehen und absolvierte die landwirtschaftliche Fachschule Freistadt. Nach einer Zeit beim Bundesheer reifte allerdings die Entscheidung für den Exekutivdienst.

Grundausbildung 1978 angetreten

„Am 1. September 1978 habe ich mit der Grundausbildung bei der Gendarmerie begonnen, meine ersten Posten waren Liebenau und Unterweißenbach.“ Im November 1988 wurde Josef Leitner Postenkommandant von Schönau, „der letzte, bevor der Posten stillgelegt wurde.“ Am 1. September 1989 wechselte er als Kommandant in seine Heimatgemeinde Königswiesen. „Wenn man alle Leute kennt, ist es einerseits schwierig, als Exekutivbeamter auf einmal auf der anderen Seite zu stehen. Andererseits habe ich dadurch immer gewusst, wo ich bei den Leuten ansetzen muss. Für mich sind die Gesetze Richtschnur, wie man das Zusammenleben in der Gesellschaft steuern kann. Der Spagat zwischen vermitteln und hart durchgreifen, wenn“s drauf ankommt, ist mir vermutlich ganz gut gelungen“, so Leitner. Qualitäten, die auch Bezirkspolizeikommandant Franz Schmalzer bei seiner Rede zur Pensionsantrittsfeier des Königswieseners würdigte.

Gattin Margret führten die Landwirtschaft

Beim Spagat zwischen Exekutive und Landwirtschaft half Leitner übrigens seine Gattin Margret: Sie führte den Bauernhof jahrelang, teils mit Hilfe der Schwiegereltern. „Wir haben zuerst Milchvieh gehabt und später Almochsen aufgezogen“, sagt Margret Leitner. Heute ist die Viehhaltung am Hof aufgegeben. Erfolg: neuer PostenZu den schönsten Momenten seiner Berufslaufbahn zählt Josef Leitner die Eröffnung des neuen Postens Königswiesen im Jahr 2003. „Das neue Einsatzzentrum sollte damals ohne die Gendarmerie gebaut werden, die Postenschließung stand im Raum.“ Mit 4.000 Unterschriften aus der Region gegen die Schließung der Dienststellen Weitersfelden und Königswiesen im Gepäck pilgerten Leitner und Bürgermeister Johann Holzmann zu Landeshauptmann Josef Pühringer und legten ihre Pläne für eine neue Dienststelle sogar im Innenministerium vor.

Postenschließung abgewendet: Neue Dienststelle wurde 2003 eröffnet

Mit Erfolg – der Neubau wurde im August 2003 eröffnet. Leitner ist stolz darauf und dankbar dafür: „Wir haben heute eine der schönsten Dienststellen in Oberösterreich.“ Weniger schön waren manche Erlebnisse im Berufsalltag des Beamten. „Die Delikte sind bei uns auf dem Land die gleichen wie im städtischen Raum, nur ist unsere Gegend dünner besiedelt“, betont Leitner. Zu seinen schlimmsten Erinnerungen gehört ein Mord und eine Alarmfahndung nach einem Einbrecher, die mit einem Schusswechsel endete. „Unvergesslich bleibt mir auch der tödliche Unfall der Tochter von Freunden, und jener Tag, an dem wir innerhalb von zwei Stunden zu zwei Unfällen mit Todesfolge gerufen worden sind.“

Berufsentscheidung nie bereut

Bereut hat der Jung-Pensionist seine Berufsentscheidung jedoch nie, ebensowenig wie sein Engagement bei der Raiffeisenbank Mühlviertler Alm. Ihr steht Leitner seit 20 Jahren als Obmann vor. „Wie bei der Polizei wollen die Leute auch bei der Bank Ansprechpartner vor Ort haben, wenn“s um was geht.“ Er schätzt an dieser Funktion besonders, durch die Finanzkraft der Bank in der Region mitgestalten zu können. Dass ihm in der Pension nicht langweilig wird, dafür sorgen Josef Leitners Enkelkinder und seine zwei Töchter (eine in Bad Zell, eine in Andorf), die ihn gerne zum Helfen einteilen.

Hobby Energetik in der Pension intensivieren

Er hat auch Gefallen am Hobby seiner Frau Margret gefunden, der Energetik, der er sich intensiver widmen möchte. „Die eine oder andere Ausbildung hat mir sogar beruflich geholfen, etwa beim Umgang mit Straftätern. Als Polizist kann man einem Täter das Gefühl geben, dass er als Mensch nicht nur schlecht ist.“


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