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KOLLERSCHLAG/NEBELBERG. Wenn sich ab kommenden Montag die beiden Gemeinden Nebelberg und Kollerschlag bei der Landesgartenschau präsentieren, kommt auch eine Maibaum-Stehlerei zur Sprache, die das gute nachbarschaftliche Verhältnis damals getrübt hat. 47 Jahre später will man diese Geschichte endgültig aus der Welt schaffen.

"Vergesst auch unsere Freundschaft nicht", meinten die Nebelberger, als 2015 ein trilateraler Freundschaftsbaum in Kollerschlag aufgestellt wurde. Auf dieses Bäumchen folgen jetzt zwei große Bäume. Foto: Saxinger

Es war im Mai 1972, als ein paar Kollerschläger nach dem Wirtshausbesuch auf die Idee kamen, doch den Maibaum von Nebelberg zu stehlen. Dieses Vorhaben ging allerdings nicht so reibungslos wie geplant vonstatten, es gab ziemlichen Tumult – und am Ende landete das Ganze vor Gericht.

Richter erzählt vom Prozess

Genau diese Gerichtsverhandlung lässt der damalige Richter H.H. Hadwiger wieder aufleben: Er erzählt bei der Eröffnung der Gemeinde-Präsentationswoche am Montag, 29. Juli, ab 16 Uhr bei der Landesgartenschau von dem Prozess, der übrigens sein erster als junger Richter war. Was heute als „heiteres Bezirksgericht“ gesehen wird, hatte vor 47 Jahren seine Nachwirkungen, erzählt Kollerschlags Bürgermeister Franz Saxinger: „Die Nebelberger haben den Kontakt zu uns abgebrochen, sind nicht mehr in dieses Wirtshaus gekommen und haben sogar ihren eigenen Fußballverein gegründet.“

Symbolische Friedensbäume

Um die Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen, werden diese Woche bei der Freizeitanlage Kollerado zwei Feldahorn als Kollerschlag-Nebelberger Freundschaftsbäume gesetzt. Symbolische Bäume werden auch bei der Landesgartenschau präsentiert.

In Nachbars Garten

Die beiden Gemeinden zeigen außerdem ausgewählte Bilder des Foto-Wettbewerbs „In Nachbars Garten“. Gartenschaubesucher können im Laufe der Woche abstimmen und die besten drei werden bei der Schlussveranstaltung am Sonntag, 4. August, ab 14 Uhr prämiert. Daneben gibt es Werke von Fotografie-Staatsmeister Josef Samuel aus Wien sowie Miniaturen von bäuerlichen Szenen aus dem Pferdezeitalter von Franz Saxinger sen. zu sehen.


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