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Kremser Musicalkomponist Günther Fiala will den Sprung nach London schaffen

Claudia Brandt, 23.02.2018 16:06

KREMS. Seit seiner Jugend komponiert der Kremser Logopäde Günther Fiala Musicals. Jetzt wird eines seiner Stücke erstmals in London aufgeführt. Im Gespräch mit Tips gibt er einen Einblick in seine Arbeit.

  1 / 3   Musik als große Leidenschaft: Seit seiner Jugend komponiert der Kremser Logopäde Günther Fiala Musicals. Jetzt wird eines seiner Stücke erstmals in London aufgeführt. Foto: Brandt

Günther Fialas Leidenschaft für Musicals begann im Alter von etwa zwölf Jahren, als er im Stadttheater Berndorf die Aufführung eines Stücks von Andrew Lloyd Webber sah. Damals erwachte in ihm der Traum, selbst einmal Musicals zu komponieren. Die Gelegenheit sollte sich schon wenig später bieten. Denn der Niederösterreicher war in seiner Heimat Pottenstein (Bezirk Baden) Mitglied bei den Pfadfindern und die Kinder wollten eine Theateraufführung auf die Beine stellen. So entstand die Idee, eine eigene Gruppe dafür zu gründen. Ziemlich schnell wurde auch der damals erst 13 Jahre alte Günther mit ins Boot geholt – und zwar als Komponist.

Jedes Jahr ein neues Stück

15 Jahre lang sollte er die Jugendtheatergruppe schließlich nicht nur leiten, sondern auch jedes Jahr ein neues Stück für sie schreiben. Als Vorlage dienten ihm dabei bekannte Sagen, Legenden und Märchen. So vertonte der Teenager damals Stoffe wie Robin Hood, Odysseus oder Alice im Wunderland und schrieb auch die Texte dafür.

Mit Klavier fing alles an

Bemerkenswert dabei ist, dass Günther Fiala nicht aus einer Künstlerfamilie stammt, sondern in sehr bodenständigen Verhältnissen aufgewachsen ist. Seine Eltern betrieben eine Schlosserei, die innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Im Alter von acht Jahren begann er mit dem Klavierunterricht, seine Eltern schenkten ihm schließlich ein Keyboard. „Mir hat das so viel Spaß gemacht, dass ich oft bereits um fünf Uhr aufgestanden bin und gespielt habe“, erinnert er sich schmunzelnd.

Von der MC zum PC

Bis heute ist der frühe Morgen die Zeit, in der er die besten Ideen für neue Lieder hat. Seine Technik hat er mittlerweile geändert. In jungen Jahren nahm er seine Kompositionen noch auf eine Musikkassette (MC) auf. Diese wurde längst vom Computer abgelöst. Mittels eines USB-Keyboards gibt er die Töne nun einfach in den PC ein und ein spezielles Programm notiert diese dann in Notenschrift. Komponiert wird jedoch ganz klassisch mit Klavier, Block und Stift.

Im ganzen Bezirk unterwegs

Günther Fiala hat zunächst Musikerziehung und Deutsch auf Lehramt studiert, ist dann aber auf Logopädie umgestiegen. Zweieinhalb Jahre lang arbeitete er im Krankenhaus Hietzing, ehe ihn die Liebe vor rund sechs Jahren nach Krems verschlug. Mittlerweile arbeitet er in Teilzeit als mobiler Logopäde fürs Hilfswerk und betreut Patienten im gesamten Bezirk Krems. „Die Logopädie holt mich wieder auf den Boden zurück“, berichtet der 35-Jährige. Den Rest der Zeit widmet er der Musik.

Englisches Kriegsmusical

Hier will der Kremser nun zum nächsten Karrieresprung ansetzen und seine Werke einem größeren Publikum bekannt machen. So schrieb er die Musik zum Stück „V for Victory“, welches den Widerstand der Insel Jersey während des Zweiten Weltkriegs zum Thema hat. Autor ist der Belgier Dries Jansen, Co-Autor und Produzent der Engländer Anthony Orme. Sein Werk beschreibt Fiala als „sehr filmmusikalisch, melodisch und lyrisch“.

Crowdfunding-Kampagne

Am 26. und 27. März soll das Stück nun im Stockwell Playhouse in London erstmals konzertant aufgeführt werden. Um die Finanzierung auf die Beine zu stellen, haben die Autoren eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Über die Plattform www.kickstarter.com können alle Interessierten das Projekt auch mit Kleinstbeträgen unterstützen.

Traum vom Westend

Finanziert wird damit nur die Uraufführung. Diese soll laut Fiala vor allem dazu dienen, das Stück vor Publikum auszuprobieren und Feedback einzuholen. Langfristiges Ziel sei natürlich, eine „richtige“ Produktion auf die Beine zu stellen. Wie jeder Musicalautor hat auch Günther Fiala den Traum, dass sein Stück am Londoner Westend gezeigt wird...


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