Badearena: Entsetzen über fremdenfeindliche Vorfälle
KREMS. Mehrere Vorfälle in der Kremser Badearena in Bezug auf Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund veranlassen nun die Stadt Krems zum Handeln. Piktogramme sollen dort künftig deutschsprachigen und internationalen Gästen die Orientierung erleichtern. Gleichzeitig macht sich bei Vertretern der Stadt Entsetzen über eine zunehmende Ausländerfeindlichkeit bemerkbar.

Ein Vorfall in der Badearena sorgte in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen. Medienberichten zufolge soll eine Gruppe männlicher Asylwerber in der Damensauna aufgetaucht sein. Einige Tage später dann die Wende: Aufgrund der Berichte meldeten sich zwei junge Männer bei der Stadt, um die Geschichte aufzuklären und zu verhindern, dass Flüchtlinge für etwas kritisiert werden, was sie nicht getan haben.
Aus Sauna verscheucht
Demnach besuchten der 18-jährige Hadis und der 17-jährige Anes am 24. Jänner die Badearena. Von der Schwimmhalle aus betraten sie den Saunabereich, um sich dort vor einem Spiegel die Haare zu richten. Doch nur wenig später seien sie von einem anderen Gast aus dem Saunabereich gescheucht worden, erzählen die Burschen. Der Verdacht liegt nahe, dass das südländische Aussehen der Männer der Grund dafür gewesen sein könnte. Beide besitzen Migrationshintergrund, sind jedoch in Krems geboren und aufgewachsen, stehen im Berufsleben und sprechen hervorragend Deutsch.
Rauswurf nicht rechtens
Magistratsdirektor Karl Hallbauer zeigt sich über den Vorfall entsetzt: „Mit welchem Recht nimmt sich ein Mann die Befugnis heraus, andere Leute aus der Sauna zu werfen?“ An besagtem Tag herrschte gemischter Saunabetrieb, die beiden Männer hätten sich also dort aufhalten dürfen.
Beschwerden von Badegästen
Doch dieser Vorfall ist nicht der einzige. So beschwerte sich eine Dame bei der Stadt darüber, dass sich Personen mit Migrationshintergrund im Dampfbad sehr laut verhalten hätten, berichtet Stadträtin Eva Hollerer (SPÖ). Ein weiterer Gast kündigte Hollerer zufolge in einem Beschwerdeschreiben an, aufgrund der Zustände in der Badearena seine Jahreskarte nicht mehr zu verlängern.
Lösung für alle Gäste finden
Die Stadt sah sich daher zum Handeln gezwungen und lud zu einem Arbeitsgespräch mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Flüchtlingsbetreuung. Das Ergebnis: Die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer werden angehalten, ihren Schützlingen die Gepflogenheiten in österreichischen Bädern näher zu bringen. Gleichzeitig wird die Beschilderung im Bad durch Piktogramme ersetzt, um allen Gästen die Orientierung zu erleichtern. Auch mit Blick auf die vielen internationalen Studierenden und Touristen in der Stadt wird es einen englischsprachigen Folder mit allen wesentlichen Infos zum Aufenthalt in der Badearena geben. „Piktogramme sind international und Englisch eine Weltsprache“, erklärt Hollerer.
Keine Gratistickets
Die Stadt ist in vielerlei Hinsicht bemüht, jeden Badegast gleich zu behandeln. In diesem Zusammenhang weisen mehrere Vertreter Gerüchte und Kritik aus sozialen Netzwerken zurück, wonach Flüchtlinge gratis in die Bade-arena kämen. „Jeder Asylwerber zahlt den gleichen Tarif wie andere Gäste“, betont Hollerer.
„Asylwerber kennzeichnen“
Für breites Entsetzen sorgt die Forderung eines Badegasts, wonach „alle Asylwerber gekennzeichnet werden müssten“. Magistratsdirektor Karl Hallbauer entgegnet: „Diese Fremdenfeindlichkeit ist eine Wahnsinnsentwicklung, der man sich entgegenstellen muss“.


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