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KREMS/WACHAU. Die Wachau läuft Gefahr, ihren Welterbestatus zu verlieren. Laut Unesco-Beauftragtem Wilfried Posch stünden zahlreiche moderne Bauprojekte in Krems im Widerspruch zu den Welterbe-Kriterien. Vertreter der Stadt Krems teilen diese Auffassung nicht und verweisen auf die Einbindung von Bundesdenkmalamt und die Auslobung hochkarätiger Architektenwettbewerbe.

  1 / 2   Auf Einladung der IG Südtirolerplatz und der Kremser FPÖ referierte Unesco-Beauftragter Wilfried Posch im Gasthaus Klinglhuber in Krems. Im Bild (v. l.): Norbert Hug (Sprecher der Anrainer-Initiative IG Südtirolerplatz, Unesco-Beauftragter Wilfried Posch, FPÖ-National- und Gemeinderat Walter Rosenkranz sowie FPÖ-Stadtrat Werner Friedl. Foto: Brandt

Hart ins Gericht mit zahlreichen geplanten oder bereits realisierten Bauprojekten in Krems geht „Weltkulturerbewächter“ Wilfried Posch. Die geplante Landesgalerie in Stein, das Mariandl, das Schifffahrtszentrum aber auch die Neugestaltung des Südtirolerplatzes sind Posch zufolge nicht mit den Welterbekriterien in Einklang zu bringen. Sein Jahresbericht an die Unesco über die Entwicklung der Welterberegion werde heuer „noch dramatischer“ ausfallen, die Wachau könnte langfristig ihren Welterbestatus wieder verlieren.

„In der Wachau ist kein Platz für Experimente moderner Architektur“, erklärte Posch bei einem Vortrag, zu dem die Interessengemeinschaft Südtirolerplatz eingeladen hatte. Vielmehr müssten „Bestand und Wertigkeit des Welterbes“ für kommende Generationen erhalten bleiben.

Kritik an „Plattenwüste“

Die geplante Landesgalerie mit ihrer glitzernden Metallfassade harmoniert nach Ansicht von Posch „in keiner Weise mit dem Raumgefüge in Stein“. Der Welterbeplatz versprühe für ihn das Flair einer Messe. Harsche Kritik übt Posch an der geplanten Neugestaltung des Südtirolerplatzes: „die Plattenwüste deklassiert das Steiner Tor“. Eine „marktradikale Spaßgesellschaft“ werde den Platz künftig das ganze Jahr über bespielen. „Wer wünscht sich das auf einem Platz, der nie einer gewesen ist?“ Der Bau einer Tiefgarage sei „verkehrstechnisch dort völlig unsinnig“.

Alt und Neu nebeneinander

„Ich kann die Aussagen des von mir geschätzten Professor Posch nicht nachvollziehen. Krems geht mit seiner historischen Bausubstanz sehr sorgfältig um, eben im Hinblick auf das Weltkulturerbe. In sehr vielen Fällen ist sogar aufgrund gesetzlicher Bestimmungen das Bundesdenkmalamt eingebunden“, erklärt Vizebürgermeister und Baustadtrat Gottfried Haselmayer (SPÖ) auf Anfrage. „Krems und Stein leben mit der historischen Bausubstanz – es darf aber keinen Rückschritt geben. Historisches und Neues nebeneinander, genau abgewogen, ist machbar – siehe Haashaus in Wien“, so Haselmayer weiter.

„Höchstmaß an Qualität“

„Sowohl für das Welterbezentrum als auch für die Landesgalerie und den Südtirolerplatz waren jeweils prominente Wettbewerbe ausgelobt. Allein durch diese Vorgehensweise ist ein Höchstmaß an Qualität garantiert“, ergänzt der Kremser Stadtbaudirektor Reinhard Weitzer.


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