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KREMS. Seit knapp vier Jahren steht Bürgermeister Reinhard Resch an der Spitze des Kremser Rathauses. Im Gespräch mit Tips zieht der 61-jährige Sozialdemokrat eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit und informiert über aktuelle und künftige Projekte.

Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ) hat 2012 die Verantwortung für die Stadt Krems übernommen und will 2017 für eine zweite Amtszeit kandidieren. Foto: Brandt

Tips:Die Sommerpause ist vorbei und die Stadtpolitik hat ihre Arbeit wieder aufgenommen. Welche großen Projekte stehen in den kommenden Monaten an?

Resch: In Egelsee beginnt der Bau des Feuerwehrhauses in den nächsten Monaten. Die Arbeiten am neuen „Service Center Bauen“ in der Bertschingerstraße laufen auf Hochtouren, hier wird es vielleicht noch einen Zubau für das Wasserwerk geben. Ab 2018 soll das Rathaus bürgerfreundlicher und barrierefrei gestaltet werden. Wir werden das Gebäude daher innen und außen sanieren. Als kleinere Projekte stehen Brunnensanierungen in Egelsee und Brunnkirchen an.

Tips:Ein großes Problem ist ja der hohe Schuldenstand der Stadt. Wie steht Krems mittlerweile finanziell da?

Resch: Der Schuldenstand liegt jetzt knapp unter 125 Millionen Euro. Ziel ist es heuer 3,2 Millionen Euro abzubauen und bis Jahresende auf 121,6 Millionen Euro herunter zu kommen.

Tips:Das ausgeglichene Budget ist jedoch nur durch Gebührenerhöhungen zu erreichen ...

Resch: Die Budgetkonsolidierung ist eine große Kraftanstrengung für Politik und Bürger. Ich denke, dass wir das Spannungsfeld, viel zu sparen und gleichzeitig zu investieren, sehr gut gemeistert haben. Und ich hoffe, dass die jährlichen Gebührenerhöhungen bald ein Ende haben.

Tips:Welche Vorteile hat es eigentlich konkret für die Bürger, wenn der Schuldenstand sinkt?

Resch: Sie können mehr Vertrauen in die Stadtfinanzen haben. Sinken die Schulden, müssen wir auch weniger Darlehen zurückzahlen – dieses Geld können wir stattdessen investieren.

Tips:Im November sind Sie vier Jahre im Amt. Wie fällt Ihre Bilanz bislang aus?

Resch: Von unseren Zielen und Wünschen haben wir vieles erreicht. Wir haben eine neue politische Kultur und begonnen, strategischer zu arbeiten. Die Budgetkonsolidierung schreitet voran, wir haben mehr Arbeitsplätze in der Stadt, eine Wirtschaftsservicestelle und einen Baudirektor. Außerdem haben wir den Bildungs- und Kulturstandort weiter ausgebaut. Die Zusammenarbeit mit dem Land funktioniert übrigens sehr gut.

Tips:Was würden Sie gleich, was ganz anders machen?

Resch: Das meiste würde ich gleich machen. Vielleicht würde ich nicht mehr so viele Kompromisse eingehen, weil dann einiges schneller ginge.

Tips:Nächstes Jahr stehen wieder Gemeinderatswahlen an. Welche Ziele würden Sie gerne in einer zweiten Amtsperiode verwirklichen?

Resch: Den Neubau der Badearena, den wir aufgrund der Budgetkonsolidierung verschoben haben. Außerdem brauchen wir eine Gesamtverkehrslösung und ein Veranstaltungszentrum für etwa 1500 Besucher.

Tips:Das sind alles größere Investitionen, kann sich diese die Stadt überhaupt leisten?

Resch: Es muss ja nicht alles immer zu 100 Prozent in öffentlicher Hand sein.

Tips: Was waren bislang Ihre schönsten Erlebnisse als Bürgermeister?

Resch: Beim Hochwasser 2013 erleben zu können, dass die Zusammenarbeit der Behörden im Ernstfall großartig funktioniert. Die vielen Gespräche mit den Bürgern und zu sehen, was von ihnen zurückkommt. Jemandem helfen zu können. Hier kommt mir mein Arztberuf zugute. Zuhören ist oft besser als selber reden.

Tips:Was schätzen Sie selbst am meisten an Krems?

Resch: Die Balance zwischen Tradition und Moderne. Krems ist dynamisch, international und offen. Es ist schön, diese Aufbruchstimmung miterleben und mitgestalten zu dürfen. Und die Menschen in unserer Stadt, sie sind sehr hilfsbereit, offen und kommunikativ.

Tips:Vor welchen Herausforderungen wird die Stadtpolitik in Zukunft stehen?

Resch: Wir müssen die Stadt unter immer schwierigeren Rahmenbedingungen weiterentwickeln. Ich denke da zum Beispiel an Migration, das wirtschaftliche Umfeld oder gesellschaftliche Veränderungen. Auch Armut ist ein Thema, leistbares Wohnen wird daher immer wichtiger.

 

 


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