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LAMBACH. Schweinezucht und Ackerbau waren die Hauptthemen bei der vierten Publikumsveranstaltung zum neuen Landwirtschafts-Strategie-Prozess von Landesrat Max Hiegelsberger im Agrarbildungszentrum. Rund 240 Landwirte hörten die Vorträge der Experten Mandes Verhaagh und Christian Krumphuber.

  1 / 2   Christian Krumphuber, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Moderatorin Sabine Kronberger, Mandes Verhaagh. Foto: Land OÖ/Ernst Grilnberger

Der Strategieprozess „Zukunft Landwirtschaft 2030“ lässt die Menschen, die sich in der Landwirtschaft oder den vor- und nachgelagerten Bereichen engagieren, zu Wort kommen. Daraus will man eine gemeinsame Vision zu erarbeiten. Als eine von sieben Publikumsveranstaltungen, sogenannte Dialogplattformen, bündelte man im Agrarbildungszentrum Lambach die Einzelmeinungen der Landwirte auf der Region.

„Der Strategieprozess erarbeitet Zukunftsszenarien der Land- und Forstwirtschaft. Darauf aufbauend entsteht eine gemeinsam entwickelte und getragene Strategie, die nicht nur in den Köpfen, sondern auch in den Herzen der Bäuerinnen, Bauern und Stakeholdern verankert ist“, erläutert der Initiator, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Herausforderungen kommen auf Schweineproduzenten zu

In Oberösterreich passiert rund 40 Prozent der österreichischen Schweineproduktion. Die Branche erlebt aufgrund des China-Exports gerade ein Preishoch. Andererseits muss man sich in der Branche aber langfristig besonderen Herausforderungen stellen.

„Die Schweinebetriebe stehen in der ganzen EU im Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Umweltschutz, Biosicherheit und Tierwohl. Diese Anforderungen widersprechen sich aber häufig: Tierwohlgerechter Auslauf verhindert die in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest notwendige Biosicherheit. Investitionen in Abluftwäscher sorgen für ein negatives Betriebsergebnis“, erklärt Mandes Verhaagh, Branchenanalyst beim Thünen Institut in Braunschweig.

Forderung nach Anhebung der Preise

EU-weit einheitliche Regelungen und eine bessere Koordination innerhalb der Wertschöpfungskette seien seiner Meinung nach notwendig. Die Anforderungen der Konsumenten an die Tierhaltung müssen bis zum produzierenden Landwirt weitergegeben werden, es müssen auch die Preise durchgehend angehoben werden, denn höhere Anforderungen an das Tierwohl verursachen höhere Kosten.

Im Pflanzenbau auf Wissenschaft hören

Christian Krumphuber, Pflanzenbaudirektor der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, zeigte die Entwicklungspotentiale des Ackerbaus in Oberösterreich auf. Der Ackerbau kann sich auf die klar spürbaren Klimaveränderungen einstellen. Für das Grünland stellt er aufgrund der veränderten Niederschlagsverteilung eine größere Herausforderung dar. 

Im Pflanzenbau ist es notwendig mehr auf die Wissenschafter zu hören, ergänzt Krumphuber. „Besonders in der Züchtung liegt der Schlüssel für den erfolgreichen Pflanzenbau der Zukunft“, ergänzt er.

Planungssicherheit ist notwendig

In der abschließende Diskussion wurden die Anliegen der Bauern auf den Punkt gebracht.  Die mangelnde Planungssicherheit verhindert notwendige Investitionen auf den Schweinebetrieben. Der Umgang mit männlichen Schweinen bleibt ein Streitpunkt und bedarf einer klaren Regelung. 

„Die gesellschaftliche Diskussion rund um die Landwirtschaft, die Veränderung der medialen Landschaft oder der Klimawandel betreffen alle unsere landwirtschaftlichen Betriebe. Darauf gilt es gemeinsam Antworten zu finden“, erklärte Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Die nächste Dialogplattform findet am 2. März 2020 in der Landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschule Kleinraming statt.


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