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LEOPOLDSCHLAG. Ein gerade geborenes Wasserbüffel-Kalb stakst noch ein wenig unsicher durch die frische Oktoberluft. Gleich daneben, auf einer Wiesen entlang der Maltsch, wächst der Wiesenknopf, der für eine gefährdete Schmetterlingsart lebensnotwendig ist. Das Grüne Band Europas, einst trennender Stacheldraht zwischen Ost- und Westeuropa, ist jetzt eine Oase für seltene Pflanzen- und Tierarten.
 

Wasserbüffelherde Foto: Hanner
  1 / 5   Wasserbüffelherde Foto: Hanner

Die Maltsch zeigt sich mit seinen vielen Mäanderschlingen, begleitet von Feuchtwiesen und -brachen als besonderer Lebensraum, der sich über Leopoldschlag, Windhaag und Sandl erstreckt. Dort kommt unter anderem auch noch die sehr seltene Flussperlmuschel vor. In den Wiesen brüten Vogelarten wie Wachtelkönig, Bekassine, Braunkehlchen, Weißstorch und Neuntöter. Leopoldschlag wird gerne als Vorzeigegemeinde am Grünen Band genannt, gibt es dort doch schon seit langem starke Fürsprecher für diese besondere Region. Einer dieser Naturschützer ist Wolfgang Sollberger, einer der Mit-Initiatoren des Wasserbüffelprojektes: „Vor drei Jahren haben wir überlegt, wie wir verhindern können, dass die Feuchtwiesen komplett verwachsen. Herkömmliche Weidetiere wie Schafe oder Rinder halten es in den teils überschwemmten Wiesen nicht aus und so sind wir auf Wasserbüffel gekommen, die sich dort pudelwohl fühlen.“

Herde über Nacht gewachsen

Bei einer Exkursion mit ihm und dem Naturschutzbund Österreich stakst uns vergangene Woche auch ein frisch geborenes Kalb entgegen, das auch Sollberger gerade erst entdeckt hat. „Insgesamt sind es momentan 14 Wasserbüffel, die wir hier haben – übrigens die einzigen in Oberösterreich. Um die genetische Vielfalt zu erhalten, wollen wir später unsere männlichen Kälber mit einer Herde in Deutschland austauschen.“ Der Naturschutzbund hat im Natura 2000-Gebiet mit Hilfe von Spenden und Sponsoring bereits einige Feuchtwiesen als wertvolle Lebensräume für Schmetterlinge, Wiesenvögel und Co angekauft und betreut die Flächen. dazu organisiert er auch schon seit vielen Jahren internationale Camps, in denen Jugendliche aus Deutschland, Tschechien und Österreich eine Woche lang wertvolle Naturschutzarbeit leisten.

Thema aufgearbeitet

In Leopoldschlag findet sich auch das erste Natura 2000- und Grünes Band-Infozentrum Österreichs, das 2005 unter Kuratur von Naturschutzbund-Obmann Josef Limberger entstand. Dort wird über den Lebensraum an der Maltsch informiert. Nur einen Ort weiter, in Windhaag, steht der „große Bruder“ des Infozentrums, nämlich das Green Belt Center, das im großen Stil über das Grüne Band Europas informiert. Gemeinsam mit Thomas Hackl, der für ORF und BBC bereits an zahlreichen Dokumentationen mitwirkte, ist Limberger federführend für die Ausstellung über das Grüne Band im Green Belt Center. Am Beginn des Rundganges stößt der Besucher noch auf den Eisernen Vorhang, der von 1950 bis 1989 Europa teilte und seine Völker trennte. Das einzig Positive an dieser undurchdringlichen Grenze: Im Niemandsland, im Schatten der Sperranlagen und Stacheldrahtverhaue, haben sich praktisch unberührte Naturlandschaften erhalten. Sie bilden heute das Grüne Band, 12.500 Kilometer lang, quer durch Europa. Das Green Belt Center macht seine einzelnen Abschnitte mit ihren naturkundlichen Besonderheiten erlebbar.

Info & Kontakt

Green Belt Center Windhaag, Markt 11, 4263 Windhaag, Tel. 07943/61383, www.greenbeltcenter.eu

Natura 2000- und Grünes Band-Infozentrum Leopoldschlag, Marktplatz 2, 4262 Leopoldschlag, Tel.: 07949/20576


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