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LEOPOLDSCHLAG. Mitten in der Corona-Krise feiert das Ehepaar Franz und Anna Wirtl, ihre Gnadenhochzeit, ganz im Stillen. Das älteste Ehepaar Leopoldschlags ist beachtliche 70 Jahre verheiratet.

Anna und Franz Wirtl feieren die Gnadenhochzeit Foto: Helmut Wirtl
Anna und Franz Wirtl feieren die Gnadenhochzeit Foto: Helmut Wirtl

Geheiratet haben sie als Zwanzigjährige, am 24. April 1950, in der Kirche in Leopoldschlag. Gemeinsam haben sie fünf Kinder großgezogen und viele schöne, aber auch schwere Zeiten miterlebt. Als ältester Mann der Gemeinde Leopoldschlag kann sich Franz (91 Jahre, geboren 1929) noch gut an damals erinnern: „Es waren nicht immer einfache Zeiten, aber wir machten das Beste daraus.“

Beide blicken auf einen großen Erfahrungsschatz an Ereignissen und Erlebnissen zurück und können es kaum glauben, was heute ein unsichtbares Virus alles auslösen kann. „Was heute auf der Welt passiert, das macht einen schon nachdenklich. Aber vor allem finde ich es schade, dass mich meine Familie nicht besuchen kann. Mit Mundschutz im Gesicht bringen uns unsere Kinder zwar Lebensmittel vorbei, sind aber dann gleich wieder weg“, sagt Anna Wirtl.

„Die soziale Isolationist schon schlimm“

Momentan kommen Franz und Anna deshalb nur noch vor die Tür auf das Sonnenbankerl, zählen sie ja zu der höchsten Risikogruppe, wie sich beide bewusst sind und leiden doch sehr an der sozialen Isolation. „Die Heimquarantäne ist schon schlimm, weil man nirgends hindarf“, sagt die rüstige 90-jährige, die noch selber kocht und sich ihre Zeit mit Lesen und Kartenspielen mit ihrem Franz vertreibt. Fernsehen gehöre natürlich auch dazu, wie sich beide einig sind, damit man wisse, was sich in der Welt so tut.

Besonders gefällt den Senioren, dass im Fernsehen wieder mehr musiziert und gesungen wird, weil sie früher selber gerne in geselliger Runde ein, zwei Ständchen zum Besten gaben. Lustig sein, gemeinsam Singen und Lachen mache vieles leichter, sind sich die Zwei sicher. So sind die Jubilare voller Mut und Hoffnung, dass auch die Corona-Zeiten wieder vorbeigehen werden und sich das Blatt wieder zum Positiven wenden wird.

Vorfreudig blicken Anna und Franz auch auf die Feierlichkeiten ihre Gnadenhochzeit betreffend, die aufgrund der Corona-Krise verschoben werden mussten. „Ich freue mich schon darauf, wenn ich wieder alle meine Lieben um mich habe und natürlich auch darauf, mein Eheversprechen zu erneuern,“ erzählt Franz Wirtl und blickt verschmitzt zu seiner Anna.

Die gesamte Familie wünscht dem Jubelpaar, Gesundheit und die allerbesten Glückwünsche zu ihrem ehrwürdigen und besonderen Hochzeitstag. „Mögen wir uns Franz und Anna zum Vorbild nehmen, die in Würde gemeinsam ihren Weg gehen, den Umständen trotzen und dabei den Mut, die Hoffnung und den Schmäh nicht verloren haben“, sagt Enkelin Martina Wirtl.


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