Dorfbewohner empfangen Mehlschwalben und Mauersegler mit neuen Nistkästen
LICHTENAU/HASLACH. Die sinkende Zahl an Mehlschwalben-Bruten war für die Österreichische Naturschutzjugend Haslach Anlass, den Schwalben zumindest den Nestbau abzunehmen. Am Wochenende wurden 14 künstliche Nisthilfen in Ödt angebracht.

Für die Dorfbewohner von Ödt in der Gemeinde Lichtenau ist die Rückkehr der Frühlingsboten und Glücksbringer aus dem Süden immer ein besonderes Ereignis und wird mit Freude erwartet. Heuer wartet ein besonderes Willkommensgeschenk auf die Mehlschwalben: Mitarbeiter der önj Haslach und die Feuerwehrkameraden von Ödt haben 14 künstliche Nester aus Holzbeton am Wirtschaftsgebäude der Familie Keplinger angebracht. „Diese sind unbefristet haltbar und sofort bezugsfertig“, informiert Karl Zimmerhackl von der önj Haslach.
18 Tage Arbeit für Schwalbenpaar
Der Bau eines Naturnestes bedeutet für ein Schwalbenpaar bis zu 18 Tage Arbeit. „Es ist allgemein bekannt, dass für die Schwalben Nistmaterial in der ländlichen bereinigten Landschaft rar geworden ist. Oft brechen die Nester während der Brut ab, die Jungvögel kommen dabei ums Leben“, ergänzt der Haslacher Naturschützer, der weiß, wie wichtig künstliche Nistkästen sind.
12.000 Fliegen und Stechmücken weniger
Mehlschwalben sind standorttreu und nutzen die Nester oft über mehrere Jahre. Die enge Nachbarschaft bringt den Koloniebrütern auch Vorteile. Feinde werden rechtzeitig entdeckt, und die gemeinsame Jagd erleichtert die Suche nach Insektenschwärmen. Ungefähr 12.000 Fliegen, Stechmücken und schwärmende Blattläuse verfüttert ein Schwalbenpaar an seine Jungen. Mehl- und Rauchschwalben brüten meist zweimal im Sommer.
Zwei Nistkästen für Mauersegler
Auch für die Mauersegler wurden zwei Kästen am Zeughaus der FF Ödt montiert. Mauersegler sind einzigartig an das Leben in der Luft angepasst. „Auffallend sind sie, wenn sie an Sommerabenden auf der schnellen Jagd nach Fluginsekten durch unsere Ortschaften fliegen“, sagt Karl Zimmerhackl.
Monitoring Ende Juni
Bei dem für Ende Juni 2018 angesetzten Monitoring-Projekt der Naturschutzjugend Haslach wird sich zeigen, wie gut die neuen Nisthilfen von den beiden Vogelarten angenommen werden. Die Naturschutzjugend Haslach führt dieses Langzeitprojekt seit 1980 mit den Schülern und Lehrern der NMS Haslach durch.


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