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LICHTENBERG. Melanie Landl ist die einzige Frau bei der Feuerwehr Lichtenberg. Beim Umbau des Feuerwehr-Gebäudes wird ein eigener Umkleideraum für Frauen eingerichtet. In der Hoffnung, noch weitere Mädchen und Frauen für die Feuerwehr zu bekommen. 

Melanie Landl ist die einzige Feuerwehr-Frau in Lichtenberg. Kommandant Rudolf Radler will mehr Frauen für die Feuerwehr begeistern. Foto: Maurer

„Es war ein richtiges Weihnachtsgeschenk, dass Melanie bei uns angefangen hat“, sagt Rudolf Radler, Kommandant der FF Lichtenberg. Am 24. Dezember 2016, bei der Friedenslichtaktion der FF, hat sich Melanie entschieden, der Feuerwehr beizutreten. Radler versucht schon länger aktiv, Frauen für die Feuerwehr zu begeistern. „Wir waren, wie viele Feuerwehren, eine reine Männerdomäne. Es war Zeit, langsam mal umzudenken“, sagt Radler. „Es wird immer schwieriger, dass Leute Zeit für Einsätze haben. Der Druck in den Firmen steigt, wir können jede helfende Hand gebrauchen.“ Auch Landls beiden Brüder sind seit ihren Jugendtagen mit Begeisterung bei der Feuerwehr dabei. „Sie haben immer viel erzählt. Da habe ich mich auch begeistern lassen“, erzählt Landl, die gerade ihre Berufsreife macht.

Kein Unterschied

„Ich wurde gleich gut aufgenommen. Alle waren sehr nett, haben mich unterstützt und mir alles erklärt“, schildert Landl ihren Anfang. „Die Kameraden machen keinen Unterschied, ob man eine Frau oder ein Mann ist.“ Im ersten Jahr war Landl Probefeuerwehrfrau und hat dann den Grundlehrgang gemacht. Jeden letzten Freitag im Monat findet bei der FF Lichtenberg eine Übung statt. Dazu kommen alle 14 Tage Gruppenübungen und Schulungen zwischendurch. „Mir gefällt es, dass man Menschen und Tieren helfen kann“, erklärt Landl ihre Motivation. „Außerdem ist es ein sinnvolles Hobby und die Kameradschaft ist super. Wir haben viel Spaß und machen auch gemeinsame Skiausflüge.“

„Man wird mutiger“

Bedenken, dass eine Frau etwas nicht schaffen kann, gibt es keine. „Bei uns macht jeder das, was er kann“, sagt Radler. „Wenn jemand etwas nicht tragen kann, weil es zu schwer ist, macht das ein anderer. Es gibt auch bei den Männern welche, die sich da schwerer tun als andere, oder welche die nicht schwindelfrei sind, und die müssen dann auch nirgends raufklettern.“ Landl erzählt: „Man wird auch mutiger mit der Zeit und traut sich dann mehr Aufgaben zu. Vor allem motivieren einem die Kameraden, sich etwas zuzutrauen.“ Landls erster Einsatz war bei einem Verkehrsunfall. „Ich war so aufgeregt, dass ich gleich meinen Helm vergessen habe. Da musste ich gleich noch einmal zurücklaufen.“ Beim Einsatz selbst war sie dann erstaunt, wie ruhig und geregelt alles abläuft. „Mein Bruder war Einsatzleiter. Jeder wurde einer Aufgabe zugeteilt und es ist alles schön geregelt abgelaufen. Jeder weiß genau, was er zu tun hat.“

„Interesse ist da“

Seit zwei Monaten wird das 20 Jahre alte Feuerwehrhaus umgebaut und um zeitgemäße Umkleideräume erweitert. Hinzu kommt auch eine eigene Umkleide für Frauen. „Ich sehe, dass das Interesse bei den Frauen da ist, bei der Feuerwehr mitzumachen. Viele erkundigen sich, aber oft fehlt dann doch der letzte Schritt. Wir sind guter Hoffnung, dass sich noch mehr Frauen für die Feuerwehr begeistern lassen, sagt der Kommandant. Im November soll der Umbau dann fertig sein.


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