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Rettungshundebrigade - „Wir brauchen Wälder zum Training für die Suche“

David Ramaseder, 04.08.2020 19:50

OÖ/WILHERING. Die Landesgruppe der Österreichischen Rettungshundebrigade (ÖRHB) ist mit acht Staffeln im Bundesland vertreten. Bis zu 30 Hunde und 71 einsatzfähige Leute stehen für die wichtige Suche von abgängigen Personen bereit. Tips war beim Training am Areal des Kraftwerks Wilhering mit dabei.

  1 / 8   Landtagspräsident Wolfgang Stanek (l.), ÖRHB-Landesleiter Heinrich Fischer (2.v.l.) und Landesleiter-Stellvertreterin Bettina Casagrande (r.) mit weiteren Hundeführern beim Training in Wilhering (Foto: Ramaseder)

30 bis 40 Mal im Jahr wird die Rettungshundebrigade in Oberösterreich zu Einsätzen gerufen. Dabei werden jeweils bis zu 15 Tiere mit ihren Hundeführern alarmiert. „Im Grunde suchen die Hunde nicht die Person, sie suchen ihr Spielzeug. Sie sind darauf konditioniert, wenn sie eine Person finden, diese zu verbellen, dann bekommen sie ihr Spielzeug. Wir nutzen da den Spieltrieb der Hunde aus, die ja zu ihrem Spielzeug wollen. Daher brauchen wir auch keine Kleidungsstücke, wo die Hunde eine Fährte aufnehmen können“, gibt Bettina Casagrande, Landesleiter-Stellvertreterin, interessante Einblicke, wie die Personensuche in der Praxis aussieht.

Die Hunde suchen eine Fläche oder einen Weg ab, nach allen Personen, die nicht zügig aufrecht gehen. Das heißt, er reagiert auf liegende, sitzende, gebückt gehende oder auch verwirrte Menschen und verbellt diese – gibt also seinem Hundeführer Bescheid, fündig geworden zu sein.

Herausfordernde Ausbildung

Grundsätzlich ist jede Hunderasse für die herausfordernde Tätigkeit geeignet, stellt Landesleiter Heinrich Fischer klar: „Das stellt sich immer erst bei der Ausbildung heraus, wie sich das Tier dann anstellt.“ Über Nachwuchs freuen sich die Hunderetter immer, jedoch ist die Ausbildung sehr aufwendig und dauert zwei bis drei Jahre. „Wir trainieren auch wirklich regelmäßig durchgehend zwei- bis dreimal in der Woche. Einen längeren Urlaub gibt es eigentlich nicht, vor allem nicht für junge Hunde in Ausbildung“, stellt Bettina Casagrande fest. Man kann die ÖRHB aber auch ohne eigenen Hund als Helfer unterstützen.

Regelmäßiges Training

Ganz wichtig ist die Bindung des Tieres an den Hundeführer. Mit dem Hund wird viel gespielt, um einen Bezug zum Hundeführer herzustellen. Dann wird damit begonnen, die Anzeigen zu lernen. Zunächst mit Personen in der Nähe, die am Boden sitzen oder liegen. Der Hund muss das Verbellen in einem gewissen Abstand lernen. Langsam wird dann die Entfernung immer größer, bis es dann zu einer richtigen Suche kommt.

„Im Training wird aber jeder Hund einzeln trainiert. Man muss also wirklich sehr motiviert sein und gerne mit Hunden arbeiten“, so Casagrande. Was für die Übungstätigkeit der Hunderetter ganz wichtig ist, sind Trainingsgebiete: „Wir brauchen Wälder zum Training für die Suche mit den Hunden.“ Dafür will sich auch Landtagspräsident Wolfgang Stanek einsetzen, der bei der Übung ebenfalls vor Ort war, und – selbst Hundehalter – ein offenes Ohr für die Anliegen der Rettungshundebrigade zeigt.

43 Jahre Ehrenamt

Heinrich Fischer übt diese Tätigkeit seit 1977 aus, 33 Jahre lang ist er bereits Landesleiter der ÖRHB. Da ist, wie bei allen Mitgliedern, viel Idealismus vorausgesetzt. „Das schönste Erlebnis ist immer das Finden der vermissten Person. Vor einiger Zeit hat ein Hund von mir eine Frau gefunden, die hätte die folgende Nacht draußen liegend nicht überlebt. Da habe ich dann auch eine Lebensretter-Medaille dafür erhalten“, möchte Fischer seine Passion nicht tauschen.


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