Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

KIRCHBERG-THENING. Durch einen Anruf einer Nachbarin wurde der Tierschutzverein „Animal Spirit“ vergangene Woche auf einen Hof in Kirchberg-Thening aufmerksam, bei dem der dringende Verdacht auf die nicht artgerechte Haltung von Kaninchen und auch zwei alten Pferden besteht. Amtstierarzt Roland Pagl bestätigte im Gespräch mit Tips die Vorwürfe.

In diesem alten Gebäude wurden die zwei kranken Pferde gefunden. (Foto: Animal Spirit)
  1 / 6   In diesem alten Gebäude wurden die zwei kranken Pferde gefunden. (Foto: Animal Spirit)

Die beiden Pferde – laut Tierarzt bereits über 30 Jahre alt – hätten schon seit Jahren nicht mehr auf die Weide oder den nicht mehr genutzten umzäunten Reitplatz gedurft. Bei einem Lokal¬augenschein stellte Animal Spirit fest, dass der Stall wie eine Festung verriegelt war und es auch nicht möglich war, in den Stall zu schauen, ob dort noch Pferde sind. Nachdem der Tierschutzorganisation zeitgleich Fotos von den Kaninchenställen aus demselben Hof zugesandt worden waren, informierte sie umgehend den zuständigen Amtstierarzt mit der Bitte, schnellstens dort Nachschau zu halten, weil Gefahr in Verzug war.

Doktor Pagl bestätigte, dass die Käfige der Kaninchen nicht mehr zeitgemäß waren und offensichtlich seit mehreren Tagen nicht mehr ausgemistet worden war. „Die Tiere hatten jedoch zu essen und trinken und waren an sich auch gut beinander“. Er verfügte eine Maßnahmenvorschreibung und wird sich noch diese Woche persönlich vor Ort davon überzeugen, ob die Haltung der Tiere verbessert worden ist.

Pferde nicht transportfähig

Da auch der Amtstierarzt den verschlossenen Pferdestall nicht öffnen konnte und es weiterhin ungewiss war, ob sich noch Tiere im Stall befinden, machte er mithilfe der Polizei von seinem Betretungsrecht Gebrauch. „Ich wollte natürlich über die Situation Klarheit haben und habe sofort gehandelt“, so Pagl. Der Eigentümer bestätigte daraufhin, noch zwei Pferde eingestellt zu haben, diese seien allerdings zu alt, um überhaupt noch rausgehen zu können.

Untersuchung veranlasst

Da der Amtstierarzt selbst in so einem Fall keine Untersuchung durchführen darf, kontaktierte er einen Kollegen, der die beiden Tiere umgehend und eingehend untersuchte. „Er bestätigte mir, dass die Pferde kaum noch gehen können und auf keinen Fall transportfähig seien. Ein Tier leide außerdem an einem gravierenden Lungenproblem“, so der Amtstierarzt.

Unterbringung angeboten

Animal Spirit bot sofort an, für die artgerechte Unterbringung der beiden Pferde zu sorgen und ihnen die Chance zu geben, wieder aufgepäppelt zu werden. Dieses Vorgehen war aufgrund des Gesundheitszustandes der Tiere jedoch nicht mehr möglich.

„Aus tierschützerischen Gründen war eine Euthanisierung der Tiere leider notwendig“, bestätigt auch Roland Pagl, der allerdings nicht genau beurteilen konnte, wie lange die Pferde bereits nicht mehr aus dem Stall gekommen waren: „Auf jeden Fall kann man aber festhalten, dass eine Unterbringung woanders besser gewesen wäre. Das Stallgebäude war nicht mehr zeitgemäß, alt und renovierungsbedürftig.“ Um die Beurteilung, ob die Tierhaltung den rechtlichen Bestimmungen entsprach, kümmert sich jetzt die Behörde.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden