Bankdirektor und Hobbywinzer: Puckinger setzt auf Muscaris-Traube

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Vor acht Jahren hat Josef Edlinger begonnen, Wein auf dem „Weinberger“-Hof zu kultivieren. (Foto: Edlinger)
Vor acht Jahren hat Josef Edlinger begonnen, Wein auf dem „Weinberger“-Hof zu kultivieren. (Foto: Edlinger)
Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 15.07.2021 10:35 Uhr

PUCKING/ENNS. Filialdirektor, Senior Firmenkundenbetreuer, Biobauer, Waldbauer und Hobbywinzer: All das trifft auf Josef Edlinger zu. Seit mehr als 30 Jahren ist er in der VKB-Bank und seit 2003 Direktor der VKB-Bank Enns. Was viele vom gebürtigen Puckinger aber noch nicht wissen: Er ist nebenbei unter anderem leidenschaftlicher Hobbywinzer mit einem Hauswein, den man sich gerne schmecken lässt.

„Meine Frau und ich haben einen Bauernhof geerbt, dessen Hofname ‚Weinberger‘ ist. Aus der Chronik der benachbarten Wallfahrtskirche St. Leonhard habe ich erfahren, dass das Stift Garsten vor rund 500 Jahren Wein auf meinen Grundstücken kultiviert hatte. Da habe ich mir gedacht, das könnte man wieder aufleben lassen“, so der Josef Edlinger im Tips-Gespräch. Vor acht Jahren hat er dann begonnen, auf knapp 300 Quadratmetern Wein anzubauen. Die PIWI-Traube „Muscaris“ ist die Haupttraube für seinen biozertifizierten Wein. „Sie ist eine der neuen Rebsorten und sehr widerstandsfähig, das hat für uns genau gepasst“, so der 56-jährige Weinbauer.

Weinbau-Wissen aus Büchern angeeignet

Zu Beginn musste er etwa drei Jahre warten – so lange hat der Stammaufbau gedauert. „Ich habe mir einige Bücher gekauft und mich eingelesen. Ich muss aber sagen, dass alles von Anfang an sehr gut funktioniert hat und der Wein immer trinkbar war. Das Einzige, was noch nicht ganz gelingt, ist die Mengensteuerung. Den Schritt, meinen Wein zu verkaufen, bin ich bis jetzt nicht gegangen – hier muss dann wirklich die Qualität stimmen. Es ist ein toller Hauswein, den ich auch gerne mit eigenem Etikett als Geschenk mitnehme.“ Zwischen 60 und 100 Flaschen hat Edlinger im vergangenen Jahr abgefüllt, auch das wird am Hof gemacht. „Meine Frau unterstützt mich. Wir machen von der Arbeit im Garten, die Lese über die Kellerarbeit bis hin zum Abfüllen alles selbst. Bei den Mengen geht das noch recht gut“, so der Bänker.

Vor der größten Herausforderung sei man da im Jahr 2018 gestanden: „Ich war damals zu Ostern in Eisenstadt und habe zufällig in der Zeitung gelesen: ‚Die Winzer rüsten sich gegen den Frost.‘ Ich habe dann gleich den Wetterbericht überprüft, die Weinreben waren eben erst ausgetrieben. Der angekündigte Spätfrost drohte die Jahresernte zu vernichten. Wir haben daher den ganzen Weingarten mit einer Folie eingehüllt, damit nichts passiert. Das mussten wir zwei-, dreimal wiederholen, da der Wind die Folie immer wieder verweht hat. Es war wirklich voller Einsatz über Stunden. In der Nacht habe ich auch noch kleine Feuerchen gemacht, um die jungen Triebe vor dem Frost zu schützen. Zum Glück hat es funktioniert.“

Für Edlinger ist die Arbeit am Hof ein wichtiger Ausgleich –und mit dem Wein, der als Endprodukt herauskommt, ist er sehr zufrieden. „Sicher habe ich auch schon viel Blödsinn gemacht, aber es ist eben nur ein Hobby. Ich sehe mich nicht als Weinexperten, aber das passt schon“, lacht der Puckinger. Und wie passt seine Leidenschaft mit dem Hauptjob im Bankwesen zusammen? „Ich glaube, in jedem Mann steckt ein bisschen der Wunsch, einmal einen tollen Sportwagen und einen Weingarten zu besitzen. Wenn ich mit Unternehmen zu tun habe, kommen wir oft darüber ins Gespräch. Ich habe bei Firmenkunden auch schon einmal eine kleine Weinverkostung gemacht. Mein Wein hat dabei gar nicht so schlecht abgeschnitten“, so Edlinger.

Beratung für Landwirte auf Augenhöhe

„Ich bin aber nicht nur Hobbywinzer, sondern neben meiner Arbeit in der Bank auch Biobauer und besitze einen Wald“, erklärt der 56-Jährige. „Wenn Landwirte zu mir kommen, kann ich ihnen daher eine Beratung auf Augenhöhe garantieren. Sie wissen, dass sie auf meine Meinung und Einschätzung vertrauen können, da ich selbst aus dem Bereich bin. In die Bank kam ich durch einen Ferialjob. Aus den gedachten zwei Jahren sind mittlerweile 35 geworden – und ich habe es nie bereut.“

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